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  • Herzinsuffizienz

    HERZINSUFFIZIENZ
    
    Was bedeutet Herzinsuffizienz?
    
    Stell dir das Herz als Pumpe vor.
    
    Die Pumpe hat eine Aufgabe:
    
    Blut → durch den Körper pumpen → Organe bekommen Sauerstoff.
    
    Bei Herzinsuffizienz ist die Pumpe zu schwach oder zu steif.
    
    Einfaches Beispiel
    
    Ein Patient läuft Treppen.
    
    Normal:
    
    Herz → pumpt mehr Blut → Muskeln bekommen Sauerstoff → Patient schafft die Treppe.
    
    Bei Herzinsuffizienz:
    
    Herz → schafft nicht genug Blut → Muskeln bekommen weniger Sauerstoff → Patient wird schnell müde und bekommt Luftnot.
    
    
    
    Das Problem hat 2 Seiten:
    
    1. Forward Failure
    
    Zu wenig Blut geht nach vorne.
    
    → Herzzeitvolumen ↓
    → Müdigkeit
    → Schwäche
    → Leistungsminderung
    → Hypotonie
    
    2. Backward Failure
    
    Blut staut sich zurück.
    
    → Flüssigkeit sammelt sich an.
    
    → Lunge: Dyspnoe, Lungenödem
    → Beine: Ödeme
    → Bauch: Aszites
    
    
    
    
                  ❤️ HERZINSUFFIZIENZ
                         │
                 Herz pumpt nicht
                    ausreichend
                         │
              ┌──────────┴──────────┐
              ↓                     ↓
        ZU WENIG NACH VORNE     BLUT STAUT SICH
          = FORWARD              = BACKWARD
              │                     │
         Müdigkeit              Flüssigkeit
         Schwäche               sammelt sich
         Hypotonie              │
                                ├─ 🫁 Lunge → Dyspnoe
                                ├─ 🦵 Beine → Ödeme
                                └─ Bauch → Aszites
    
    
    Systolische Dysfunktion
    
    Was bedeutet Systole?
    
    Systole = Herz drückt.
    
    Bei der systolischen Dysfunktion kann sich das Herz nicht kräftig genug zusammenziehen.
    
    Also:
    
    Herzmuskel schwach → wenig Blut wird herausgepumpt.
    
    Dadurch:
    
    EF ↓
    
    Typischerweise:
    
    EF < 40 %
    
    Beispiel:
    
    Ein Patient hatte einen großen Herzinfarkt.
    
    Ein Teil des Herzmuskels ist kaputt.
    
    → Herz kann nicht mehr kräftig drücken
    → weniger Blut wird ausgeworfen
    → Herzzeitvolumen ↓
    
    Merke:
    
    Systolisch = Squeeze kaputt.
    
    Mindmap
    
    
            SYSTOLISCHE DYSFUNKTION
                      │
              Herz kann nicht
               kräftig drücken
                      │
                      ↓
              Kontraktilität ↓
                      │
                      ↓
                  EF ↓
                (< 40 %)
                      │
            ┌─────────┴─────────┐
            ↓                   ↓
       wenig Blut raus       Stauung
            ↓                   ↓
       Müdigkeit             Dyspnoe
       Schwäche              Ödeme
       Hypotonie             Lungenödem
    
          Häufige Ursachen:
          ❤️ Herzinfarkt
          🦠 Myokarditis
          ❤️ dilatative Kardiomyopathie
    
    
    
    
    Diastolische Dysfunktion
    
    Hier ist das Problem nicht das Drücken.
    
    Das Problem ist das Entspannen.
    
    Was bedeutet Diastole?
    
    Diastole = Herz entspannt sich und füllt sich mit Blut.
    
    Normales Herz:
    
    entspannt → wird weich → Blut kann hinein.
    
    Diastolische Dysfunktion:
    
    Herz wird steif → kann sich nicht richtig entspannen → Blut kann schlechter hinein.
    
    Dadurch steigt der Druck im Herzen.
    
    Dieser Druck wird nach hinten weitergegeben.
    
    → Lunge bekommt Stauung
    → Dyspnoe
    
    Typischer Patient
    
    Eine ältere Patientin mit langjährigem Bluthochdruck.
    
    Hypertonie
    → Herz muss ständig stark arbeiten
    → Herzmuskel wird dick
    → Herz wird steif
    → Diastole funktioniert schlecht.
    
    Die EF kann trotzdem relativ normal sein.
    
     Merke:
    
    Diastolisch = Herz ist steif.
    
    Mindmap
    
    
           DIASTOLISCHE DYSFUNKTION
                      │
              Herz ist STEIF
                      │
                      ↓
           Entspannung funktioniert
                  nicht gut
                      │
                      ↓
           Blut kommt schwer hinein
                      │
                      ↓
           Füllungsdruck steigt
                      │
                      ↓
               Blut staut sich
                      │
                      ↓
                 🫁 Lunge
                      │
                   Dyspnoe
    
            EF meistens erhalten
    
            Häufig:
            → Hypertonie
            → Alter
            → LV-Hypertrophie
    
    
    
    
    Forward Failure vs. Backward Failure
    
    Das ist sehr einfach.
    
    Forward = vorne kommt zu wenig heraus
    
    Das Herz pumpt zu wenig Blut in den Körper.
    
    → Organe und Muskeln bekommen weniger Blut.
    
     Symptome:
    
    * Müdigkeit
    * Schwäche
    * Leistung ↓
    * Hypotonie
    
    Backward = hinten staut es sich
    
    Das Blut kann nicht weiter.
    
    → Blut sammelt sich vor dem Herzen.
    
    Symptome:
    
    * Lunge → Dyspnoe
    * Beine → Ödeme
    * Bauch → Aszites
    
    Mindmap
    
    
                 HERZ PUMPT SCHLECHT
                         │
              ┌──────────┴──────────┐
              ↓                     ↓
           FORWARD               BACKWARD
          "zu wenig raus"        "staut sich"
              │                     │
              ↓                     ↓
           CO ↓                  Druck ↑
              │                     │
         Müdigkeit             ┌────┼────┐
         Schwäche              ↓    ↓    ↓
         Hypotonie           Lunge Beine Bauch
                              ↓     ↓     ↓
                            Dyspnoe Ödeme Aszites
    
    
    
    
    Linksherzinsuffizienz
    
    Das linke Herz pumpt Blut in den Körper.
    
    Vor dem linken Herzen liegt die Lunge.
    
    Wenn das linke Herz versagt:
    
    Blut kommt nicht richtig weiter → Blut staut sich zurück → in die Lunge.
    
    Deshalb entstehen:
    
    🫁 Lungenprobleme
    
    Typische Symptome
    
    * Dyspnoe
    * Orthopnoe = Luftnot beim Liegen
    * PND = nächtliche anfallsartige Luftnot
    * Lungenödem
    * feuchte Rasselgeräusche
    
    Mindmap
    
    
            LINKSHERZINSUFFIZIENZ
                     │
              linkes Herz pumpt
                 nicht gut
                     │
                     ↓
              Blut staut sich
                 zurück
                     │
                     ↓
                   🫁
                 LUNGE
                     │
            ┌────────┼────────┐
            ↓        ↓        ↓
         Dyspnoe  Orthopnoe  Lungenödem
    
    
    Super-Merksatz
    
    LINKS → LUNGE
    
    
    
    Rechtsherzinsuffizienz
    
    Das rechte Herz pumpt Blut zur Lunge.
    
    Wenn das rechte Herz versagt:
    
    → Blut staut sich zurück in den Körpervenen.
    
    Deshalb:
    
    * 🦵 periphere Ödeme
    * 🫀 Halsvenen/JVP erhöht
    * Hepatomegalie
    * Aszites
    
    Mindmap
    
            RECHTSHERZINSUFFIZIENZ
                     │
              rechtes Herz
              pumpt schlecht
                     │
                     ↓
              Blut staut sich
              im Venensystem
                     │
            ┌────────┼────────┐
            ↓        ↓        ↓
          🦵       🫀        🫃
         Ödeme    JVP ↑     Aszites
                           +
                        Leberstauung
     Super-Merksatz
    
    RECHTS → RESTLICHER KÖRPER
    
    ---
    
     Warum entstehen Ödeme?
    
    Herz pumpt schlecht.
    
    ↓
    
    Blut staut sich in den Venen.
    
    ↓
    
    Der Druck in den kleinen Blutgefäßen steigt.
    
    ↓
    
    Wasser wird aus den Gefäßen ins Gewebe gedrückt.
    
    ↓
    
    Ödem
    
    Beispiel
    
    Abends sind beide Knöchel dick.
    
    Wenn man mit dem Finger hineindrückt:
    
    → Delle bleibt kurz bestehen.
    
    Das nennt man:
    
    pitting edema = eindrückbares Ödem
    
     Mindmap
    
    
           HERZINSUFFIZIENZ
                  ↓
           venöse Stauung
                  ↓
            Druck in Gefäßen ↑
                  ↓
           Wasser verlässt
              die Gefäße
                  ↓
              GEWEBE
                  ↓
               ÖDEME
    
    
    ---
    
     Warum aktiviert das Herz RAAS?
    
    Die Niere bekommt bei Herzinsuffizienz zu wenig effektives Blut.
    
    Die Niere denkt:
    
    > „Oh! Es gibt zu wenig Blut. Ich muss Wasser sparen!“
    
    Also:
    
    Renin ↑
    
    ↓
    
    Angiotensin II ↑
    
    ↓
    
    Aldosteron ↑
    
    ↓
    
    Niere hält:
    
    Na⁺ + Wasser zurück
    
    ↓
    
    Blutvolumen ↑
    
    Das ist bei Herzinsuffizienz aber problematisch.
    
    Denn:
    
    mehr Wasser → mehr Volumen → mehr Stauung → Herz wird noch stärker belastet.
    
     Mindmap
    
    ```text
           HERZINSUFFIZIENZ
                  ↓
           Niere bekommt
            wenig Blut
                  ↓
           "Blut zu wenig!"
                  ↓
               RAAS ↑
                  ↓
            Aldosteron ↑
                  ↓
           Na⁺ + Wasser ↑
                  ↓
            Volumen steigt
                  ↓
           Stauung schlimmer
                  ↓
           ❤️ Herzinsuffizienz ↑
    
    
    ---
     Cardiac Remodeling
    
    **Remodeling = Das Herz verändert seine Form und Struktur.**
    
    Wenn das Herz über lange Zeit belastet wird:
    
    → Herzmuskel verändert sich.
    
    ### Beispiel 1: Hypertonie
    
    Blutdruck dauerhaft hoch.
    
    → Herz muss ständig stärker drücken.
    
    → Herzmuskel wird dicker.
    
    → Herz wird steif.
    
    → diastolische Dysfunktion.
    
    ### Beispiel 2: Herzinfarkt
    
    Herzmuskel stirbt ab.
    
    → verbleibender Herzmuskel muss mehr arbeiten.
    
    → Herz kann sich erweitern.
    
    → Pumpfunktion wird schlechter.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                 CHRONISCHE BELASTUNG
                         ↓
                  ❤️ Herz verändert
                    seine Struktur
                         ↓
                     REMODELING
                         ↓
                 ┌───────┴───────┐
                 ↓               ↓
            Herz wird dick    Herz wird weit
                 ↓               ↓
             steif              schwach
                 ↓               ↓
          diastolisch         systolisch
    ```
    
    ---
    
    # 10. Akute vs. chronische Herzinsuffizienz
    
    ## Chronisch
    
    Entwickelt sich über:
    
    **Monate → Jahre**
    
    Beispiel:
    
    Patient hat seit Jahren Herzschwäche.
    
    → langsam zunehmende Dyspnoe
    → Ödeme
    → reduzierte Belastbarkeit
    
    ## Akut
    
    Entwickelt sich über:
    
    **Stunden → Tage**
    
    Beispiel:
    
    Patient mit Herzinsuffizienz bekommt plötzlich:
    
    * extreme Dyspnoe
    * Lungenödem
    * feuchte Rasselgeräusche
    * Blutdruckprobleme
    
    Das ist:
    
    **akut dekompensierte Herzinsuffizienz**
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                HERZINSUFFIZIENZ
                       │
              ┌────────┴────────┐
              ↓                 ↓
          CHRONISCH           AKUT
          Monate/Jahre        Stunden/Tage
              │                 │
          langsam             plötzlich
              │                 │
          Dyspnoe             schwere Dyspnoe
          Ödeme               Lungenödem
          Müdigkeit           Kreislaufproblem
    ```
    
    ---
    
    # 11. Körperliche Untersuchung
    
    Wenn du Herzinsuffizienz vermutest, suchst du nach:
    
    **Wasserstau + schwacher Pumpe**
    
    ### 🫁 Lunge
    
    Rasselgeräusche
    
    → Wasser in der Lunge.
    
    ### 🫀 Hals
    
    JVP erhöht
    
    → venöse Stauung.
    
    ### 🦵 Beine
    
    Ödeme.
    
    ### 🫀 Herz
    
    **S3**
    
    → häufig bei Volumenüberlastung/HFrEF.
    
    **S4**
    
    → eher bei steifem Ventrikel.
    
    ### 🫀 Leber
    
    Hepatomegalie
    
    → venöse Stauung.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
            VERDACHT AUF HERZINSUFFIZIENZ
                        ↓
              ┌─────────┼─────────┐
              ↓         ↓         ↓
            LUNGE      HALS      BEINE
              ↓         ↓         ↓
         Rasseln      JVP ↑     Ödeme
              │
              └─────────┐
                        ↓
                      HERZ
                     S3/S4
                        │
                        ↓
                      LEBER
                        ↓
                  Hepatomegalie
    ```
    
    ---
    
    # 12. Diagnostik
    
    Denke an 4 Untersuchungen:
    
    ## 1. ECG
    
    Frage:
    
    **„Was macht das Herz elektrisch?“**
    
    Kann zeigen:
    
    * Arrhythmien
    * alte Infarkte
    * LV-Hypertrophie
    
    ## 2. Echokardiographie
    
    Frage:
    
    **„Wie gut pumpt das Herz?“**
    
    Zeigt:
    
    * EF
    * Klappen
    * Wandbewegung
    * Herzgröße
    * Perikarderguss
    
    ## 3. Röntgen-Thorax
    
    Frage:
    
    **„Ist die Lunge nass?“**
    
    Kann zeigen:
    
    * pulmonale Stauung
    * Lungenödem
    * Kardiomegalie
    
    ## 4. BNP / NT-proBNP
    
    Frage:
    
    **„Gibt es einen Laborhinweis auf Herzbelastung?“**
    
    BNP steigt bei erhöhter Wandspannung.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
              HERZINSUFFIZIENZ?
                     ↓
           ┌─────────┼─────────┐
           ↓         ↓         ↓
          ECG       ECHO      RÖNTGEN
           ↓         ↓         ↓
       Rhythmus     EF       Lunge nass?
       Infarkt    Klappen    Herz groß?
                  Wandbewegung
                     │
                     ↓
                  BNP
                     ↓
            unterstützt Diagnose
    ```
    
    ---
    
    # 13. NYHA – Wie schwer ist die Herzinsuffizienz?
    
    Stell dir eine Treppe vor.
    
    ### NYHA I
    
    Patient kann alles normal machen.
    
    ### NYHA II
    
    Normale Belastung → Beschwerden.
    
    ### NYHA III
    
    Schon leichte Belastung → Beschwerden.
    
    ### NYHA IV
    
    Schon **Ruhe** → Beschwerden.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                     NYHA
                      │
           ┌──────────┼──────────┐
           ↓          ↓          ↓
           I          II         III         IV
           │          │           │           │
        normal      normale     leichte      RUHE
       Belastung   Belastung    Belastung
         okay       → Symptome   → Symptome  → Symptome
    ```
    
    ### 🧠 Merke
    
    **Je höher die Zahl → desto weniger Belastung braucht es für Symptome.**
    
    ---
    
    # 14. Chronische Therapie – Ziele
    
    Wir wollen:
    
    ### 1. Symptome verbessern
    
    → weniger Wasser
    → weniger Dyspnoe
    
    ### 2. Herz soll nicht weiter kaputtgehen
    
    → Remodeling verhindern
    
    ### 3. Patient soll länger leben
    
    → Mortalität reduzieren
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
              CHRONISCHE HERZINSUFFIZIENZ
                         ↓
              ┌──────────┼──────────┐
              ↓          ↓          ↓
           SYMPTOME   PROGRESSION  TOD
              ↓          ↓          ↓
          Diuretika    RAAS        ACEi/ARB/
          ↓ Wasser     hemmen      ARNI
                                  + Betablocker
                                  + MRA
                                  + SGLT2-Hemmer
    ```
    
    ---
    
    # 15. Diuretika
    
    Beispiel:
    
    **Furosemid**
    
    Patient hat:
    
    💧 Wasser in der Lunge
    💧 dicke Beine
    
    Furosemid:
    
    → Niere scheidet Salz + Wasser aus.
    
    → Flüssigkeit ↓
    
    → Stauung ↓
    
    → Patient kann besser atmen.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
              FUROSEMID
                  ↓
            Na⁺ + Wasser raus
                  ↓
            Volumen ↓
                  ↓
           Stauung ↓
                  ↓
           🫁 Dyspnoe ↓
           🦵 Ödeme ↓
    ```
    
    ---
    
    # 16. ACE-Hemmer / ARB
    
    Das Ziel:
    
    **RAAS bremsen.**
    
    Dadurch:
    
    → Gefäße entspannen
    → Herz muss weniger gegen Widerstand pumpen
    → Remodeling ↓
    → Prognose besser
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
              ACE-Hemmer / ARB
                      ↓
                  RAAS ↓
                      ↓
           ┌──────────┴─────────┐
           ↓                    ↓
       Gefäße weiter        Remodeling ↓
           ↓                    ↓
       Afterload ↓          Herz geschützt
    ```
    
    ---
    
    # 17. Betablocker
    
    Das Herz bekommt weniger Stress vom Sympathikus.
    
    → Herzfrequenz ↓
    → schädliche chronische Katecholaminwirkung ↓
    → Remodeling ↓
    → Prognose besser
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                 BETABLOCKER
                      ↓
             Sympathikuswirkung ↓
                      ↓
            Herz wird weniger
                gestresst
                      ↓
             Remodeling ↓
                      ↓
              Prognose ↑
    ```
    
    ---
    
    # 18. Aldosteronantagonisten
    
    Beispiel:
    
    **Spironolacton**
    
    Spironolacton blockiert:
    
    **Aldosteron**
    
    → weniger Salz-/Wasserretention
    → weniger Remodeling
    
    Aber:
    
    ⚠️ **Kalium kann steigen!**
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
              SPIRONOLACTON
                    ↓
              Aldosteron ↓
                    ↓
           ┌────────┴────────┐
           ↓                 ↓
       Wasser/Na ↓       Remodeling ↓
           │
           ↓
       ⚠️ K⁺ kann ↑
    ```
    
    ---
    
    # 19. Digoxin
    
    Digoxin macht:
    
    **Herzkontraktion stärker**
    
    und:
    
    **AV-Überleitung langsamer.**
    
    Aber:
    
    ❌ kein relevanter Mortalitätsvorteil
    
    ⚠️ kann toxisch sein.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                 DIGOXIN
                    ↓
           ┌────────┴────────┐
           ↓                 ↓
     Kontraktilität ↑    AV-Leitung ↓
           │
           ↓
     Symptome können besser
                    │
                    ↓
           ⚠️ enge therapeutische
                 Breite
    ```
    
    ---
    
    # 20. Welche Medikamente können Herzinsuffizienz verschlechtern?
    
    ## Verapamil + Diltiazem
    
    Sie machen:
    
    **Kontraktilität ↓**
    
    → bei HFrEF problematisch.
    
    ## Thiazolidindione
    
    z. B. Pioglitazon
    
    → Wasserretention ↑
    
    → Herzinsuffizienz kann schlimmer werden.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
           HERZINSUFFIZIENZ
                  │
           ⚠️ VORSICHT
                  │
           ┌──────┴──────┐
           ↓             ↓
     Verapamil/       TZD
     Diltiazem      z.B. Pioglitazon
           ↓             ↓
     Kontraktilität   Wasserretention
          ↓               ↑
       Herz schwach    Ödeme ↑
    ```
    
    ---
    
    # 21. CRT und ICD
    
    ## CRT
    
    **Cardiac Resynchronization Therapy**
    
    Manche Patienten haben eine sehr breite elektrische Erregung.
    
    → beide Herzkammern ziehen nicht gleichzeitig zusammen.
    
    CRT hilft dabei, beide Ventrikel besser zu synchronisieren.
    
    **CRT = Synchronisation**
    
    ## ICD
    
    **Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator**
    
    Schwere Herzinsuffizienz kann das Risiko gefährlicher ventrikulärer Arrhythmien erhöhen.
    
    ICD erkennt gefährliche Rhythmusstörungen und kann sie beenden.
    
    **ICD = Schutz vor plötzlichem Herztod**
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                 HERZINSUFFIZIENZ
                        ↓
                 ┌──────┴──────┐
                 ↓             ↓
                CRT           ICD
                 ↓             ↓
          Ventrikel        gefährliche
          synchronisieren  Arrhythmien
                 ↓             ↓
           Pumpe besser     Defibrillation
    ```
    
    ---
    
    # 22. Akute dekompensierte Herzinsuffizienz
    
    Hier musst du anders denken.
    
    Der Patient ist **jetzt akut krank**.
    
    ### Beispiel
    
    Patient kommt mit:
    
    😰 schwerer Atemnot
    🫁 Lungenödem
    💦 feuchten Rasselgeräuschen
    🩸 stark erhöhtem Blutdruck
    
    Das Herz schafft die Situation nicht.
    
    ### Was tun?
    
    ## 1. Sauerstoff
    
    Wenn Hypoxämie vorhanden ist.
    
    ## 2. Furosemid i.v.
    
    Wenn Volumenüberlastung/Stauung vorhanden ist.
    
    ## 3. Nitrat
    
    Besonders bei hypertensiver akuter Dekompensation.
    
    → Preload ↓
    → Afterload ↓
    
    ## 4. Ursache suchen
    
    Zum Beispiel:
    
    * Herzinfarkt
    * Arrhythmie
    * Infektion
    * hypertensive Entgleisung
    * Klappenproblem
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
           🚨 AKUTE HERZINSUFFIZIENZ
                      ↓
             Patient instabil?
                      ↓
            ┌─────────┴─────────┐
            ↓                   ↓
        STAUUNG               URSACHE
            ↓                   ↓
      Furosemid            ACS/Arrhythmie/
            ↓              Infektion/
      weniger Wasser       Hypertonie etc.
            │
            ↓
       Nitrat bei geeigneter
       hypertensiver Situation
    
          Bei Hypoxämie → O₂
    
          Bei Schock → Kreislauf
          stabilisieren
    ```
    
    ---
    
    # 23. Was passiert bei Hypotonie und niedrigem Herzzeitvolumen?
    
    Jetzt ist das Problem:
    
    **Herz pumpt zu wenig → Blutdruck fällt → Organe bekommen zu wenig Blut.**
    
    Das kann zum **kardiogenen Schock** führen.
    
    Dann kann man je nach Situation benötigen:
    
    ### Dobutamin
    
    → Kontraktilität ↑
    → Herzzeitvolumen ↑
    
    ### Noradrenalin
    
    → Gefäße ziehen sich zusammen
    → Blutdruck ↑
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
          AKUTE HERZINSUFFIZIENZ
                    ↓
           Herzzeitvolumen ↓
                    ↓
               Blutdruck ↓
                    ↓
            Organperfusion ↓
                    ↓
           🚨 KARDIOGENER SCHOCK
                    ↓
            Kreislauf stabilisieren
                    │
              ┌─────┴─────┐
              ↓           ↓
          Dobutamin   Noradrenalin
          Kontraktilität  Blutdruck
              ↑             ↑
    ```
    
    ---
    
    # 24. Cardiorenal Syndrome
    
    **Cardio = Herz**
    
    **Renal = Niere**
    
    Also:
    
    **Herz und Niere beeinflussen sich gegenseitig.**
    
    Herz schlecht:
    
    → Niere bekommt weniger Blut
    → Niere funktioniert schlechter.
    
    Niere schlecht:
    
    → Wasser bleibt im Körper
    → Volumen steigt
    → Herz wird stärker belastet.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                 ❤️ HERZ
                   ↓
            Herzleistung ↓
                   ↓
            Nierenperfusion ↓
                   ↓
                 🫘
                NIERE
                   ↓
             Nierenfunktion ↓
                   ↓
           Wasserretention ↑
                   ↓
             Volumen ↑
                   ↓
                 ❤️
          Herzinsuffizienz ↑
    
               🔄 TEUFELSKREIS
    ```
    
    ---
    
    # 25. Aortenstenose
    
    Jetzt ganz von vorne.
    
    Die **Aortenklappe** ist die Tür zwischen:
    
    **linkem Ventrikel → Aorta**
    
    Normal:
    
    🚪 Tür weit offen.
    
    Aortenstenose:
    
    🚪 Tür ist sehr eng.
    
    Das Herz muss deshalb **sehr viel stärker drücken**, um Blut durch diese enge Tür zu bekommen.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
              AORTENSTENOSE
                    ↓
            Klappe ist ENG
                    ↓
           Herz muss stärker
                drücken
                    ↓
              LV-Druck ↑
                    ↓
           LV wird dicker
                    ↓
            Herz wird steif
                    ↓
         diastolische Dysfunktion
                    ↓
           Herzinsuffizienz
    ```
    
    ---
    
    # 26. Warum macht Aortenstenose Herzinsuffizienz?
    
    Ganz einfach:
    
    **Enge Klappe**
    
    ↓
    
    Linker Ventrikel muss mehr Druck erzeugen.
    
    ↓
    
    Herzmuskel wird dicker.
    
    ↓
    
    Dicker Herzmuskel wird steif.
    
    ↓
    
    Herz kann sich schlecht entspannen.
    
    ↓
    
    Diastolische Dysfunktion.
    
    ↓
    
    Füllungsdruck steigt.
    
    ↓
    
    Blut staut sich in die Lunge.
    
    ↓
    
    **Dyspnoe / Herzinsuffizienz**
    
    ---
    
    # 27. Klassische Symptome der Aortenstenose
    
    Die berühmte Trias:
    
    ### ❤️ Angina
    
    Brustschmerzen
    
    ### 🧠 Synkope
    
    Ohnmacht, besonders bei Belastung
    
    ### 🫁 Dyspnoe
    
    Herzinsuffizienz
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                AORTENSTENOSE
                      ↓
            ┌─────────┼─────────┐
            ↓         ↓         ↓
         ANGINA    SYNKOPE    DYSPNOE
         Brust-    Ohnmacht   Herz-
         schmerz              insuffizienz
    ```
    
    ### 🧠 Merke:
    
    **AS → Angina + Synkope + Dyspnoe**
    
    ---
    
    # 28. Aortenstenose – Herzgeräusch
    
    Typisch:
    
    **raues systolisches Geräusch**
    
    → am besten am **rechten 2. ICR**
    
    → Ausstrahlung zu den **Carotiden**
    
    Außerdem:
    
    **Pulsus parvus et tardus**
    
    = kleiner und langsam ansteigender Puls.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
              AORTENSTENOSE
                    ↓
          raues systolisches
              Geräusch
                    ↓
           rechter 2. ICR
                    ↓
           ↘ Carotiden
                    +
          Pulsus parvus et tardus
    ```
    
    ---
    
    # 29. Schwere Aortenstenose
    
    Merke:
    
    ## 4 – 40 – 1
    
    **Vmax > 4 m/s**
    
    **mittlerer Gradient > 40 mmHg**
    
    **Klappenfläche < 1 cm²**
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
               SCHWERE AS
                   │
              🧠 4 – 40 – 1
                   │
           ┌───────┼───────┐
           ↓       ↓       ↓
         >4 m/s  >40 mmHg  <1 cm²
         Vmax    Gradient   Fläche
    ```
    
    ---
    
    # 30. Therapie der Aortenstenose
    
    Wenn die Aortenstenose **schwer und symptomatisch** ist:
    
    → Klappenersatz.
    
    Möglichkeiten:
    
    ### SAVR
    
    Chirurgischer Klappenersatz.
    
    ### TAVI/TAVR
    
    Kathetergestützter Klappenersatz.
    
    ### Ballonvalvuloplastie
    
    Klappe wird mit einem Ballon erweitert.
    
    → kann vorübergehend helfen
    → hohe Restenoserate
    → meist keine definitive Lösung.
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
            SCHWERE AORTENSTENOSE
                     ↓
               symptomatisch
                     ↓
            Klappenersatz nötig
                     ↓
              ┌──────┴──────┐
              ↓             ↓
            SAVR           TAVI
          Operation      Katheter
    
        Ballonvalvuloplastie
        → eher vorübergehende Lösung
    ```
    
    ---
    
    # 31. Wie verhindert man Herzinsuffizienz?
    
    Die häufigste Ursache insgesamt ist die **ischämische Herzerkrankung**.
    
    Deshalb müssen wir die Herz-Kreislauf-Risikofaktoren behandeln.
    
    ### Wichtig:
    
    * Hypertonie kontrollieren
    * LDL/Hyperlipidämie behandeln
    * Diabetes behandeln
    * nicht rauchen
    * Alkohol reduzieren
    * gesund ernähren
    * körperlich aktiv sein
    * Gewicht kontrollieren
    
    ### Warum ist Hypertonie so wichtig?
    
    Hypertonie
    
    ↓
    
    Herz muss ständig stärker pumpen
    
    ↓
    
    LV-Hypertrophie
    
    ↓
    
    Herz wird steif
    
    ↓
    
    diastolische Dysfunktion
    
    ↓
    
    Herzinsuffizienz
    
    ### 🧠 Mindmap
    
    ```text
                 ❤️ HERZ SCHÜTZEN
                        │
           ┌────────────┼────────────┐
           ↓            ↓            ↓
       Blutdruck       LDL         Diabetes
           ↓            ↓            ↓
       kontrollieren   Statin     kontrollieren
           │
           └────────────┬────────────┘
                        ↓
                  🚭 Nicht rauchen
                        ↓
                  🥗 gesund essen
                        ↓
                  🏃 Bewegung
                        ↓
              Herzinsuffizienz ↓
    
  • Eisenmangelanämie

    Was ist eine Anämie?

                     ANÄMIE
                        │
              ↓ Hämoglobin / ↓ RBC-Masse
                        │
                  ↓ O₂-Transport
                        │
            ┌───────────┼───────────┐
            ↓           ↓           ↓
          Müdigkeit   Dyspnoe    Schwindel
                        │
                  Hb < 13 Mann
                  Hb < 12 Frau

    Was passiert?

    Weniger Hb → weniger O₂ im Gewebe → Körper versucht zu kompensieren.

    Symptomen: Müdigkeit Dyspnoe Schwindel

    Der wichtigste erste Schritt: MCV

                      ANÄMIE
                         │
                        MCV
                         │
           ┌─────────────┼─────────────┐
           ↓             ↓             ↓
       < 80 fL       80–100 fL       >100 fL
       MIKRO           NORMO          MAKRO
         │               │              │
       Eisen           Blutverlust    B12/Folat
       Thalassämie     Hämolyse       Alkohol
       ACD             Niere          Leber
       Sideroblast     ACD            Medikamente
       Blei

    Mikrozytäre Anämie – was bedeutet das?

    Mikrozytär = kleine Erythrozyten.

                 MIKROZYTÄR
                      │
            ┌─────────┼─────────┐
            ↓         ↓         ↓
          Eisen    Thalassämie  ACD
            │
       häufigste Ursache
            │
       ↓ Hb-Synthese
            │
       kleine RBCs

    Eisenmangelanämie 

                 EISENMANGEL
                      │
                ↓ Eisenspeicher
                      │
                 ↓ Ferritin
                      │
              ↓ Serum-Eisen
                      │
            ↓ Hb-Produktion
                      │
           ┌──────────┴──────────┐
           ↓                     ↓
       mikrozytär             hypochrom
        kleine RBC            blasse RBC

    Warum steigt TIBC beim Eisenmangel?

           EISEN ↓
             │
             ↓
       Leber produziert
        mehr Transferrin
             │
             ↓
          TIBC ↑
             │
             ↓
      Transferrin hat wenig
           Eisen gebunden
             │
             ↓
     Sättigung ↓

    Ferritin – warum ist es so wichtig?

    Ferritin niedrig → Eisenmangel sehr wahrscheinlich

                 FERRITIN
                    │
             = Eisenspeicher
                    │
          ┌─────────┴─────────┐
          ↓                   ↓
     Eisenmangel          Entzündung
          │                   │
      Ferritin ↓          Ferritin ↑
                              │
                       Akut-Phase-Reaktion

    Die typischen Eisenwerte

                 EISENMANGEL
                      │
          ┌───────────┼───────────┐
          ↓           ↓           ↓
        Eisen ↓      Ferritin ↓    TIBC ↑
                      │
                      ↓
               Sättigung ↓
                      │
                      ↓
              MCV ↓ / RDW ↑

    RDW – was bedeutet das?

                 MIKROZYTÄR
                      │
               ┌──────┴──────┐
               ↓             ↓
           RDW ↑          RDW normal
               │             │
          Eisenmangel    Thalassämie

    Warum bekommt ein Mann Eisenmangel?

              MANN + EISENMANGEL
                      │
                      ↓
           "Wo verliert er Blut?"
                      │
                      ↓
                 GI-Trakt
                      │
           ┌──────────┼──────────┐
           ↓          ↓          ↓
       Gastritis     Ulkus    Kolon-Ca
           ↑
         NSAIDs

    Warum ist Kolonkarzinom so wichtig?

          MANN + Eisenmangel
                  │
                  ↓
           GI-Blutung suchen
                  │
           ┌──────┴──────┐
           ↓             ↓
       Gastroskopie   Koloskopie
           │             │
        Ulkus          Tumor
        Gastritis      Polyp etc.

    Andere Ursachen des Eisenmangels

                 EISENMANGEL
                       │
           ┌───────────┼───────────┐
           ↓           ↓           ↓
        VERLUST       AUFNAHME     BEDARF
          ↓              ↓           ↓
       - Blutung      - Zöliakie   - Schwangerschaft
       - Menstruation - Gastritis  - Wachstum
       - GI-Blutung   - Gastrektomie

    Retikulozyten – was sagen sie uns?

                      ANÄMIE
                        │
                 RETIKULOZYTEN?
                        │
              ┌─────────┴─────────┐
              ↓                   ↓
            HOCH                 NIEDRIG
              │                   │
       Knochenmark reagiert   Knochenmark
                              produziert zu wenig
              │                   │
          Blutverlust         Produktionsstörung
          Hämolyse

    Warum korrigiert man die Retikulozyten?

    Korrigierte Retikulozyten = Retikulozyten × Hkt / 45

                  ANÄMIE
                    │
             RETIKULOZYTEN
                    │
           ┌────────┴────────┐
           ↓                 ↓
          RPI <2            RPI >3
           │                 │
      Produktion zu wenig   gute Antwort
           │                 │
      Knochenmarkproblem   Blutverlust
                           Hämolyse

    Sideroblastische Anämie

            SIDEROBLASTISCHE ANÄMIE
                       │
                 Eisen vorhanden
                       │
              aber Hb-Synthese ↓
                       │
           ┌───────────┼───────────┐
           ↓           ↓           ↓
         Eisen ↑    Ferritin ↑   Sättigung ↑
                       │
                       ↓
              Ring-Sideroblasten

    Alle mikrozytären Anämien vergleichen

    EisenmangelChronische ErkrankungThalassämieSideroblastisch
    MCVnormal/↓↓↓↓
    Eisennormal/↑
    Ferritin↑/normalnormal
    TIBC↓/normalnormalnormal
    Sättigungnormal/↑
    RDWnormal/leicht ↑meist normalvariabel
                    MIKROZYTÄR
                         │
            ┌────────────┴────────────┐
            ↓                         ↓
         EISEN ↓                   EISEN ↑
            │                         │
       Eisenmangel             Sideroblastisch
            │
            └── TIBC ↑

    Normozytäre Anämie

                 NORMOZYTÄR
                      │
           ┌──────────┼──────────┐
           ↓          ↓          ↓
     Blutverlust    Hämolyse    Niere
                                ↓
                              EPO ↓

    Makrozytäre Anämie

             MAKROZYTÄR
                  │
       ┌──────────┼───────────┐
       ↓          ↓           ↓
     B12        Folat       Alkohol/Lebererkrankung
       │          │           │
       └──────────┼───────────┘
                  ↓
              MCV >100

    Symptome der Eisenmangelanämie

                 EISENMANGEL
                      │
           ┌──────────┴──────────┐
           ↓                     ↓
       ANÄMIESYMPTOME       SPEZIELLE ZEICHEN
           │                     │
     Müdigkeit              Pica
     Dyspnoe                Restless legs
     Schwindel              Glossitis
     Palpitationen          Koilonychie
                            Dysphagie

    Behandlung

              EISENMANGELANÄMIE
                      │
            ┌─────────┴─────────┐
            ↓                   ↓
        EISEN GEBEN          URSACHE FINDEN
            │                   │
          oral                Blutung?
            │                   │
      Nebenwirkungen        GI-Abklärung
            │
       wenn nicht möglich
            ↓
         IV-Eisen

    Ferrosulfat Oral

    Nebenwirkungen:

    • Übelkeit
    • Bauchschmerzen
    • Obstipation

  • Schock und HWI

    Schock – was bedeutet das?

    Organe bekommen nicht genug Blut bzw. Sauerstoff.

    Blutdruck ↓ / Blutfluss ↓ → Sauerstoffversorgung ↓ → Organe funktionieren nicht mehr richtig → Lebensgefahr

    Die 4 Haupttypen

                         SCHOCK
                           │
          ┌────────────────┼────────────────┐
          ↓                ↓                ↓
    ZU WENIG BLUT      HERZ PUMPT       GEFÄSSE WEIT
    IM SYSTEM          NICHT            → Blutdruck ↓
          │                │                │
     Hypovolämisch     Kardiogen        Distributiv
          │                │                │
    Blutung             Herzinfarkt       Sepsis
    Exikkose       Arrhythmie        Anaphylaxie
    Diarrhö             Herzinsuff.       Neurogen
          │
          └───────────────┐
                          ↓
                   OBSTRUKTIV
                          │
              PE / Spannungspneu
                    Tamponade

    Hypovolämischer Schock

    Was passiert?

    Volumenverlust
    ↓
    weniger Blut im Kreislauf
    ↓
    Herz bekommt weniger Blut
    ↓
    Herzzeitvolumen ↓
    ↓
    Blutdruck ↓
    ↓
    SCHOCK
    ↓
    kompensatorisch:
    Puls ↑ + Gefäße eng
    
    kalte, feuchte Haut
    Halsvenen flach

    Therapie – ganz einfach

    Volumen geben!

    Hypovolämie

    Kristalloid
    +
    bei Blutung → Blutprodukte

    Ursache stoppen

    Kardiogener Schock

    HERZ PUMPT SCHLECHT

    Herzzeitvolumen ↓

    Blutdruck ↓

    Organe bekommen zu wenig Blut

    KARDIOGENER SCHOCK
    Hinweise:
    ❤️ MI
    ❤️ Arrhythmie
    ❤️ schwere Herzinsuffizienz

    JVP ↑ + Lungenödem

    Distributiver Schock

    Gefäßweite ↑ → Widerstand ↓ → Blutdruck ↓

    Die wichtigsten Formen:

    DISTRIBUTIV

    ├── Sepsis
    ├── Anaphylaxie
    ├── Neurogen
    └── Endokrin
    z.B. Addison-Krise

    Am Anfang können die Hände/Füße:

    warm und gut durchblutet

    sein.

    Das nennt man warme Phase des septischen Schocks.

    Später kann der Patient:

    kalt und blass

    werden.

    Das ist die kalte Phase und prognostisch schlecht.

    Obstruktiver Schock

    BLUTFLUSS BLOCKIERT
            ↓
    Herz bekommt / pumpt weniger Blut
             ↓
    Herzzeitvolumen ↓
             ↓
          SCHOCK
           │
    ┌──────┼────────┐
    ↓      ↓        ↓
    LAE  Spannung-  Tamponade
        pneumothorax

    Sepsis 

    Infektion + fehlende Kontrolle der Immunreaktion → Organe werden geschädigt.

    Septischer Schock

    Sepsis + Kreislaufversagen trotz Flüssigkeit → septischer Schock

    SIRS 

    Der Körper zeigt eine starke allgemeine Entzündungsreaktion

    SIRS ≠ automatisch Sepsis.

    SIRS kann z.B. auch auftreten bei:

    • Infektion
    • Trauma
    • Verbrennung
    • Pankreatitis
    SIRS

    ├── Temperatur abnormal
    ├── Puls ↑
    ├── Atmung ↑
    └── Leukozyten abnormal
    zeigt Entzündung

    aber:
    SIRS ≠ automatisch Sepsis

    qSOFA

    hat nur 3 einfache Punkte

    qSOFA
    
    1️⃣ GCS ≤14
    2️⃣ RR syst. ≤100 mmHg
    3️⃣ AF ≥22/min
    
    ≥2 → hohes Risiko

    Harnwegsinfektion

    Symptomen

    ZYSTITIS
       ↓
    lokale Beschwerden
       │
       ├── Brennen
       ├── häufiges Wasserlassen
       ├── Harndrang
       └── evtl. Blut im Urin
    
    meist kein:
    → hohes Fieber
    → Schüttelfrost
    → Flankenschmerz
    PYELONEPHRITIS
          ↓
        NIERE
          ↓
    lokal + systemisch
          │
     ┌────┼─────────┐
     ↓    ↓         ↓
    Fieber Flanke  Übelkeit
          ↓
    Klopfschmerz

    Keimen

    HWI
     ↓
    meist E. coli
     ↓
    75–90 %
    Stap saprophyticus, Klebsiella, Proteus, Enterococcus
    
    Katheter
     ↓
    mehr verschiedene Keime
     ↓
    u.a. Pseudomonas
    Enterococcus
    Candida
    S.aureus

    Diagnostik

    URINSTIX/Status
       │
       ├── Leukozytenesterase +
       │       ↓
       │   Entzündung wahrscheinlich
       │
       └── Nitrit +
               ↓
          bestimmte Bakterien

    Leukozytenzylinder = Pyelonephritis

    Blutkulturen + Urinkultur möglichst vor Antibiotikagabe, aber Antibiotika nicht unnötig verzögern.

    Katheter-assoziierte HWI

    Katheter
       ↓
    Biofilm
       ↓
    Bakterien sitzen fest
       ↓
    Antibiotikum allein schwieriger
       ↓
    Katheter entfernen/wechseln
    
    Bakterien im Urin eines Katheterpatienten = nicht automatisch UTI.
    
    Urinprobe nicht aus dem Urinbeutel!
    Sonest
    neuer Katheter
          ODER
    Katheter-Port

    Asymptomatische Bakteriurie

    Bakterien im Urin
        und 
    keine Symptome?
           ↓
    ASYMPTOMATISCHE
    BAKTERIURIE
           ↓
    meist NICHT behandeln
           │
           ├── Schwangerschaft → behandeln
           └── spezielle Hochrisiko-Situation.  Immuno-inKompetent/Z. n. Transplantation

    Therapie bei HWI

    Zystitis

    Bei unkomplizierter Zystitis:

    Orales Antibiotikum nach lokaler Leitlinie/Resistenzlage.

    Typische Optionen können sein:

    • Nitrofurantoin
    • Fosfomycin
    • ggf. andere geeignete Antibiotika

    Nicht einfach jedes Mal Ciprofloxacin geben.

    Pyelonephritis
          ↓
    Urin-Kultur
    ± Blutkulturen
          ↓
    empirisches Antibiotikum
          ↓
    Kultur-Ergebnis
          ↓
    Antibiotikum anpassen

    Sepsis ZNA

                 SEPSIS
                    ↓
                  ABCDE
                    ↓
         ┌──────────┼──────────┐
         ↓          ↓          ↓
    Blutkulturen  Laktat    Labor
         ↓          ↓
     Antibiotika   Verlauf
         ↓
    Flüssigkeit
         ↓
    Blutdruck?
         │
     ┌───┴────────┐
     ↓            ↓
    OK          weiterhin ↓
                  ↓
             NOREPINEPHRIN
                  ↓
            Source Control
                  ↓
           Organfunktion
           überwachen

    Hypotonie trotz Flüssigkeit + Vasopressor bestehen bleibt.

    Sepsis
     ↓
    Flüssigkeit
     ↓
    Norepinephrin
     ↓
    Hypotonie bleibt
     ↓
    Hydrocortison erwägen

  • Ulkus

    Lokalisation und Ursache

    NSAR Pathophysiologie

    H.Pylori Überlebt im Säure?

    Gastrinom: Diagnose?

    Ulkus Ventrikuli vs Duodeni Symptomen?

    Warum nacht Schmerzen?

    ÖGD Indikation?

    H. Pylori Nichtinvasives Untersuchung?

    Ulkus Therapie NSAR vs H.Pylori?

    Häufigste Komplikation?

    Warum Schulterschmerzen?

    Arteries ?

    Warum H.Pylori Gahrlich ?

    Duodenum Ulkus Karzinom Risko?

  • Divertikulitis

    Divertikulose vs Divertikulitis

    • Divertikulose = Ausstülpungen (Darmtaschen ohne Entzündung)
    • Divertikulitis = Entzündung (entzündete Darmtasche)

    Risiko und Symptomen

    Risikofaktoren:

    • Westliche Ernährung
    • Rotes Fleisch
    • Bewegungsmangel
    • mehr als 50 J

    Schutz:

    • Bewegung
    • Gesunde Ernährung

    Symptome

    Typisch:

    • Schmerzen linker Unterbauch
    • Fieber
    • Erhöhtes CRP
    • Tastbare Walze

    Warum linken Bauchschmerzen?

                  🌾 Ballaststoffarme Ernährung
                              │
                              ▼
                     💩 Harter, kleiner Stuhl
                              │
                              ▼
                  ⬆️ Hoher Druck im Sigma
               (engster Abschnitt des Kolons)
                              │
                              ▼
        🩸 Schwachstellen der Darmwand
      (Gefäßdurchtrittsstellen = Vasa recta)
                              │
                              ▼
               🎈 Divertikel entstehen
                              │
                              ▼
           🪨 Fäkolith bleibt stecken
                              │
                              ▼
          🦠 Bakterien vermehren sich
                              │
                              ▼
             🔥 Entzündung (Divertikulitis)
                              │
                              ▼
      🤕 Schmerzen linker Unterbauch
         (weil das Sigma links liegt)

    Was passiert, wenn die Entzündung schlimmer wird?

    Wie stellen wir die Diagnose?

    Trias ?

    Sono?

    Bester Test ⭐⭐⭐ CT-Abdomen mit Kontrastmittel Zeigt:

    ✔ Entzündetes Divertikel ✔

    Verdickte Darmwand ✔

    Fettgewebsimbibierung (Fat Stranding)

    ✔ Abszess.

    Röntgen Meistens unauffällig. Es sucht hauptsächlich nach: ❌ Freier Luft Wenn freie Luft vorhanden ist → An eine Perforation (Darmdurchbruch) denken!

    CDD-Klassifikation im Überblick

    • Typ 0: Asymptomatische Divertikulose (Zufallsbefund ohne Krankheitswert)
    • Typ 1: Akute unkomplizierte Divertikulitis
      • Typ 1a: Ohne phlegmonöse Umgebungsreaktion (Wandverdickung)
      • Typ 1b: Mit phlegmonöser Umgebungsreaktion (Fettgewebsimbibierung / Fat Stranding)
    • Typ 2: Akute komplizierte Divertikulitis
      • Typ 2a: Mikroabszess / gedeckte Perforation (Abszess ≤3 cm, minimale Luft)
      • Typ 2b: Makroabszess (>3 cm, parakolisch/mesokolisch)
      • Typ 2c: Freie Perforation (generalisierte Peritonitis, freie Luft/Flüssigkeit)
        • Typ 2c1: Eitrige Peritonitis
        • Typ 2c2: Fäkale Peritonitis
    • Typ 3: Chronische Divertikelkrankheit
      • Typ 3a: Symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit (SUDD)
      • Typ 3b: Rezidivierende Divertikulitis ohne Komplikationen
      • Typ 3c: Rezidivierende Divertikulitis mit Komplikationen (Stenosen, Fisteln)
    • Typ 4: Divertikelblutung

    Treatment

    CDD 1 😊 Unkompliziert
    → meist ambulant
    → Antibiotika nur bei Risikopatienten

    CDD 2a 🤒 Mikroabszess
    → Krankenhaus + i.v. Antibiotika

    CDD 2b 🦠 Makroabszess
    → Antibiotika + Drainage ± OP

    CDD 2c 💥 Freie Perforation
    → Notfall-OP

    CDD 3 🔄 Chronisch/rezidivierend
    → ggf. elektive Sigmaresektion

    CDD 4 🩸 Divertikelblutung
    → Koloskopie, Blutstillung

    Behandlung

    🏠 Ambulant (wenn keine Risikofaktoren)

    • 🍵 Leichte/ballaststoffarme Kost, ausreichend trinken
    • 💊 Schmerztherapie (z. B. Paracetamol oder Metamizol nicht NSAR)
    • 🚶 Körperliche Schonung

    Antibiotika?

    ❌ Nicht routinemäßig notwendig! Riskopatient

    👉 Nur bei:

    • 🤒 Fieber
    • 🩸 CRP deutlich erhöht
    • 🛡️ Immunsuppression
    • 🤕 schweren Beschwerden
    • relevanten Begleiterkrankungen

    Dann z. B.:

    • 💊 Amoxicillin/Clavulansäure
      oder
    • 💊 Ciprofloxacin + Metronidazol (je nach Resistenzlage und Leitlinie)
    • Pipercillin und Tazobactum mit Metronidazole ist dumb. bitte nur Tazobac nicht mit Metronidazole.

    ➡️ Kontrolle nach wenigen Tagen.

    Marksatz:

    bei CDD 2 immer aufnahme im Krankenhaus.

    bei CDD 2 b und c immer Chirurgischen fall

    bei CDD 0 Prevention

    wann Koloskopie?

    niemals bei Akut phase.

    nach 6 Wochen ist empfohlen, um Perforation Komplikation zu vermeiden.

    Warum Koloskopie? um Tumor Krankheit auszuschließen.

  • Diarrhö

    🚰 S = SECRETORY = “Der Wasserhahn ist offen”

    VIP → VIPoma

    🚗 Car → Carcinoid

    🍔 Gastro → Gastrinom

    🏨 Hotel → Hyperthyreose

    🟢 Galle → Gallensäure-Diarrhoe

    💊 Laxans → Laxantienabusus

    Story

    Ein VIP fährt mit seinem Car zum Gastro-Hotel, bekommt dort Galle und nimmt Laxans → überall läuft Wasser → sekretorischer Durchfall.

    🍬 O = OSMOTIC = “Zucker zieht Wasser”

    Merksatz:

    “LaSoMaLaPoly”

    Break it apart:

    La → Laktose

    So → Sorbitol

    Ma → Magnesium

    La → Lactulose

    Poly → Polyethylenglykol

    Story

    Im Zuckerladen gibt es LaSoMaLaPoly.

    Alles bleibt im Darm und zieht Wasser hinein.

    🔥 I = INFLAMMATORY = “Der Darm brennt”

    Merksatz:

    “Crohn und UC essen SALAMI mit CAMPER und C-DIFF.”

    Break it:

    Crohn

    UC

    Entamoeba

    SALA → Salmonella

    Shigella

    CAMPER → Campylobacter

    C. diff

    🧈 F = FATTY = Fett wird nicht aufgenommen

    “Panzer-Celia läuft whipp kurz mit Bakterien.”

    Break it:

    🛡️ Panzer → Pankreasinsuffizienz

    🌾 Celia → Zöliakie

    👨 Whi → Whipple

    📏 Kurz → Kurzdarmsyndrom

    🦠 Bakterien → bakterielle Fehlbesiedlung

  • Anamese V

    AKS


    🧑‍🦰 Männlich – Patient
    wegen seit 
    bestehenden drückenden retrosternalen Schmerzen
     mit Ausstrahlung in den linken Arm. 
    Er bewertete die Schmerzintensität mit  /10 auf einer Schmerzskala.
     Die Schmerzen treten auf bei [Belastung / Inspiration / Pressen / Nahrungsaufnahme] und bessern sich bei [Ruhe / Vorbeugung / Nitratgabe / Analgetika]. 
    Begleitsymptome wie Dyspnoe, Übelkeit, Schwindel, Palpitationen, Kaltschweißigkeit oder Synkope werden [angegeben / verneint]. 
    Begleitsymptome wie Dyspnoe, Übelkeit, Schwindel, Palpitationen, Kaltschweißigkeit oder Synkope werden [angegeben / verneint]. 
     
    Eine Medikamenteinnahme (z. B. ASS, Nitrospray) erfolgte [ja / nein], mit [kein / teilweiser / deutlicher] Besserung.“
    Vorerkrankungen wie KHK, Hypertonie, Diabetes mellitus, Dyslipidämie oder Raucheranamnese werden erfragt. 
     
    Er habe seit ca. 3 Monaten etwa 3-mal täglich Brustschmerzen bei Belastung; eine Attacke habe etwa 10 Minuten gedauert. Heute jedoch habe er Schmerzen in Ruhe bekommen. 
     
    👩 Weiblich – Patientin
    wegen seit 
    bestehenden drückenden retrosternalen Schmerzen
     mit Ausstrahlung in den linken Arm. 
    Heute jedoch habe sie Schmerzen in Ruhe bekommen. Sie bewertete die Schmerzintensität mit 8/10 auf einer Schmerzskala. 
    Die Fragen nach Übelkeit, Dyspnoe, Schwindel und Palpitationen wurden verneint.
    Sie habe seit ca. 3 Monaten etwa 3-mal täglich Brustschmerzen bei Belastung; eine Attacke habe etwa 10 Minuten gedauert.
     


    Dyspnoe


    🧑‍🦰 Männlich (Patient)
    aufgrund seit 
    bestehender akuter Luftnot.

    /progredienter Dyspnoe bei Belastung sowie zuletzt auch in Ruhe.

    Weiterhin gab er 
    trockenen Husten, Orthopnoe und nächtliches Erwachen aufgrund der Dyspnoe an.

    Die Fragen nach
     Fieber, 
    Thoraxschmerzen
     und Schwindel 
    wurden verneint.

    Der Patient berichtet über nächtliche Diaphoresen sowie gelegentlichen Schüttelfrost seit mehreren Tagen.“




    👩 Weiblich (Patientin)
    aufgrund seit
     bestehender Dyspnoe.

    /progredienter Dyspnoe bei Belastung sowie zuletzt auch in Ruhe.

    Weiterhin gab sie
     trockenen Husten, Orthopnoe und nächtliches Erwachen aufgrund der Luftnot 
    an.

    Die Fragen nach 
    Fieber, Thoraxschmerzen und Schwindel 
    wurden verneint.

    Die Patientin berichtet über nächtliche Diaphoresen sowie gelegentlichen Schüttelfrost seit mehreren Tagen.“
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     


    Synkope


    🧑 Männliche Version
     aufgrund einer Synkope.

    Er berichtet über einen plötzlichen Bewusstseinsverlust (ohne Vorwarnung bzw. / einen Bewusstseinsverlust mit Vorwarnung) wie Schwindel oder Schwarzwerden vor Augen.

    Der Bewusstseinsverlust habe 
    wenige Sekunden 
    gedauert, 
    danach sei es zu einer raschen, vollständigen Erholung gekommen.

    Der Bewusstseinsverlust trat auf beim Stehen in einer Warteschlange / Sitzen auf einem Stuhl / Liegen im Bett.

    Begleitsymptome wie Zungenbiss, Krampfaktivität oder postiktale Verwirrtheit werden verneint.


    👩 Weibliche Version
    aufgrund einer Synkope.

    Sie berichtet über einen plötzlichen Bewusstseinsverlust (ohne Vorwarnung / einen Bewusstseinsverlust mit Vorwarnung) wie Schwindel oder Schwarzwerden vor Augen.

    Der Bewusstseinsverlust habe 
    wenige Sekunden
     gedauert, 
    danach sei es zu einer raschen, vollständigen Erholung gekommen.

    Der Bewusstseinsverlust trat auf beim (Stehen in einer Warteschlange / Sitzen auf einem Stuhl / Liegen im Bett).

    Begleitsymptome wie Zungenbiss, Krampfaktivität oder postiktale Verwirrtheit werden verneint.
    Schwindel
     
    Die/Der Patient(in) berichtet über seit [x] bestehenden [Dreh-/Schwankschwindel] Schwindel, welcher insbesondere bei [Lagewechsel / Aufstehen / Bewegung] auftritt. Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Hörminderung, Tinnitus, Kopfschmerz oder Bewusstseinsverlust werden [angegeben / verneint]. Vorerkrankungen (z. B. Hypertonie, Herzrhy

     

    Fieber


    Der Patient berichtet über seit 2 Tagen bestehendes Fieber bis 38,5 °C mit allgemeiner Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Kein Husten, keine Dyspnoe, keine Dysurie. Keine Bauchschmerzen.
     
    Pneumonie

    Der Patient berichtet über Fieber seit 3 Tagen bis 39°C mit Schüttelfrost. 
    Zusätzlich besteht produktiver (Husten) mit (gelblich-grünlichem Sputum) sowie Belastungsdyspnoe. 
    Thorakale Schmerzen werden atemabhängig angegeben. 
    Kein Hämoptysen. Keine Übelkeit, kein Erbrechen. 
    Als Vorerkrankungen bestehen COPD und Diabetes mellitus. 
    Kein bekannter Allergie gegen Antibiotika.

    HWI
    Die Patientin berichtet über seit 2 Tagen bestehende Dysurie sowie Pollakisurie mit vermehrtem Harndrang. 
    Zusätzlich bestehen suprapubische Schmerzen. 
    Fieber oder Schüttelfrost werden verneint. 
    Flankenschmerzen bestehen nicht. 
    Der Urin wird als trüb beschrieben, kein sichtbares Blut.
    In der Anamnese sind rezidivierende Harnwegsinfekte bekannt. Kein Dauerkatheter. Keine bekannte Allergie gegen Antibiotika.
    Nephrolithiasis
    Der Patient berichtet über akut einsetzende, starke kolikartige Schmerzen in der rechten Flanke seit wenigen Stunden mit Ausstrahlung in die Leiste. 
    Die Schmerzen treten wellenförmig auf und werden als 9/10 angegeben. 
    Begleitend bestehen Übelkeit und Erbrechen.
    Der Patient wirkt unruhig und kann nicht still liegen. Eine Makrohämaturie wird angegeben. Fieber oder Schüttelfrost werden verneint.
    In der Vorgeschichte sind bereits Nierensteine bekannt.


    Bauchschmerzen


    RTW Vorstellung, Seit 2 Tagen Bauchschmerzenim Rechten Oberbauch, dumpf, intermittierend, keine Ausstrahlung. 8/10, Übelkeit vorhanden, kein Fieber, Stuhl und Miktion unauffällig.
     
     
     
    🧑 Männlich – Patient
    Notfallmäßig stellte sich der Patient selbstständig in der ZNA vor wegen seit
     3 Tagen progredienter, dumpfartiger Bauchschmerzen im linken Unterbauch 
    ohne Ausstrahlung. 
    Er bewertete die Schmerzintensität mit 7/10 auf der Schmerzskala. 
    Eine Verstärkung der Schmerzen tritt auf bei [Nahrungsaufnahme / Bewegung / Pressen / Lageveränderung], 
    Besserung durch [z. B. Ruhe / Analgetika / Wärme / Erbrechen]. 
    Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Stuhlveränderungen, Diarrhö, Obstipation, Hämatochezie, Meläna, Fieber oder Dysurie werden [angegeben / verneint]. 
    Eine Schmerzmittel- oder Medikamenteneinnahme erfolgte [ja / nein], mit [kein / teilweiser / deutlicher] Besserung.
     
    👩 Weiblich – Patientin (Original korrigiert)
    wegen seit 3 Tagen progredienter, dumpfartiger Bauchschmerzen im linken Unterbauch 
    ohne Ausstrahlung. 
    Sie bewertete die Schmerzintensität mit 7/10 auf der Schmerzskala. 
    Eine Verstärkung der Schmerzen tritt auf bei [Nahrungsaufnahme / Bewegung / Pressen / Lageveränderung], 
    Besserung durch [z. B. Ruhe / Analgetika / Wärme / Erbrechen]. 
    Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Stuhlveränderungen, Diarrhö, Obstipation, Hämatochezie, Meläna, Fieber oder Dysurie werden [angegeben / verneint]. 
    Eine Schmerzmittel- oder Medikamenteneinnahme erfolgte [ja / nein], mit [kein / teilweiser / deutlicher] Besserung.


     


     
    Erbrechen


    Der Patient berichtet über seit 1 Tag bestehendes mehrfaches Erbrechen von Nahrungsresten ohne Blutbeimengung. Begleitend bestehen Übelkeit und leichte Bauchschmerzen. Fieber wird verneint.
     


    Diarrhö


    Der Patient berichtet über seit 2 Tagen bestehende wässrige Durchfälle, etwa 5–6-mal täglich. Begleitend bestehen Bauchkrämpfe und Übelkeit. Fieber wird verneint, kein Blut im Stuhl.
    Keine Antibiotikaeinnahme in letzter Zeit. Keine Auslandsreise. Ein Kontakt im häuslichen Umfeld zeigt ähnliche Symptome. Im häuslichen Umfeld sind keine ähnlichen Symptome bekannt.
     
     
     


     
    Exsikkose


     
    🧑‍🦰 Männlich
    Fremdanamnese durch das Pflegepersonal aufgrund 
    einer progredienten Verschlechterung des Allgemeinzustandes bei Verdacht auf Exsikkose.
    Seit mehreren Tagen besteht eine reduzierte Trinkmenge sowie verminderte Nahrungsaufnahme bei zunehmender Schwäche. 
    Der Patient berichtet über [z. B. Diarrhö / Erbrechen / geringe Flüssigkeitsaufnahme].
    Eine neu aufgetretene Verwirrtheit wird verneint/bestätigt. Ein Sturzereignis ist nicht bekannt. Es erfolgte keine kürzliche Medikamentenänderung. Es bestehen keine Infektzeichen wie Fieber, Husten, Dyspnoe oder Dysurie.


    👩 Weiblich
    Fremdanamnese durch das Pflegepersonal 
    aufgrund einer progredienten Verschlechterung des Allgemeinzustandes bei Verdacht auf Exsikkose.
    Seit mehreren Tagen besteht eine reduzierte Trinkmenge sowie verminderte Nahrungsaufnahme bei zunehmender Schwäche. 
    Die Patientin berichtet über [z. B. Diarrhö / Erbrechen / geringe Flüssigkeitsaufnahme].
    Eine neu aufgetretene Verwirrtheit wird verneint/bestätigt. 
    Ein Sturzereignis ist nicht bekannt. Es erfolgte keine kürzliche Medikamentenänderung. Es bestehen keine Infektzeichen wie Fieber, Husten, Dyspnoe oder Dysurie.
    KU:
    Tachykardie, Hypotonie, trockenen Schleimhäuten und stehenden Hautfalten.
    Gute /verzögerter kapillärer Refill. Geringe Diurese. 
     
     
    Vorerkrankungen: [z. B. Demenz, Herzinsuffizienz, chronische Niereninsuffizienz].

    Medikation: [z. B. Diuretika – Torasemid].



     
    Wann haben Sie das letzte Mal Wasser gelassen?“
     
     
     

    V. a. (obere / untere) gastrointestinale Blutung.
     
     


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit … Stunden/Tagen bestehender/ einmaliger leichter.. (Hämatemesis / kaffeesatzartigem Erbrechen / Meläna / Hämatochezie) vor.
    Das Erbrochene wird als (blutig / kaffeesatzartig / ohne Blut) beschrieben. 
    Der Stuhl ist (schwarz-teerig / blutig / unauffällig).
    Begleitend bestehen (Schwindel / allgemeine Schwäche / Palpitationen / Synkope / keine Begleitsymptome). 
    Bauchschmerzen werden (verneint / beschrieben als …). Übelkeit besteht (ja/nein).
    In der Vorgeschichte sind (keine / rezidivierende) ähnliche Episoden bekannt.


    Der/Die Patient/in nimmt regelmäßig (NSAR / Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmer / keine Medikamente) ein. 
    Eine Lebererkrankung ist (nicht bekannt / bekannt: …). 
    Alkoholkonsum (ja/nein, Menge: …).


    Es bestehen (keine / Hinweise auf) Kreislaufbeeinträchtigung mit (Hypotonie / Tachykardie / Blässe / Kaltschweißigkeit).



    Diabetischer Entgleisung


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Stunden/Tagen) erhöhten Blutzuckerwerten um 300 mg/dl bei bekanntem Diabetes mellitus Typ (1/2) vor.
    Es bestehen (Polyurie / Polydipsie / Übelkeit / Erbrechen / Abgeschlagenheit / Bewusstseinsstörung).
    Die Blutzuckerwerte seien zuletzt (deutlich erhöht / nicht kontrolliert) gewesen.
    Als mögliche Ursache kommen (Diätfehler / Es bestehen keine Infektzeichen wie Fieber, Husten, Dyspnoe oder Dysurie./ unregelmäßige Medikamenten- bzw. Insulineinnahme / unklar) in Betracht.
     


    Hypertensive Entgleisung


    Der Patient stellt sich mit seit 1 Tag bestehenden Blutdruckwerten bis 190/100 mmHg bei bekannter arterieller Hypertonie vor. 
    Es bestehen (Kopfschmerzen / Schwindel / Unruhe / Sehstörungen / keine Beschwerden).
    jedoch (keine Thoraxschmerzen / Dyspnoe / neurologische Auffälligkeiten / keine weiteren Beschwerden).
    Die antihypertensive Medikation wird (regelmäßig / unregelmäßig / nicht) eingenommen. Eine kürzliche Medikamentenänderung erfolgte (ja/nein).
    Eine regelmäßige Blutdruckkontrolle erfolgt nicht. Die letzte Blutdruckkontrolle erfolgte vor (… ) mit Werten um (… mmHg).


    TVT


    🧑 Männliche Version
    Anamnese:
    Der Patient stellte sich selbstständig in die ZNA gebracht 
    aufgrund einer Schwellung und Schmerzhaftigkeit des [linken/rechten] Beines seit .

    Er berichtet über eine zunehmende Schwellung, Spannungsgefühl und Schmerzen, insbesondere im Bereich der [Wade/Oberschenkels rechts/links.

    Belastung sei erschwert, Ruheschmerzen würden bestehen.

    Vorgeschichte: z. B. Zustand nach Operation, Immobilisation, frühere Thrombosen, bekannte Gerinnungsstörung.

    Risikofaktoren: z. B. Immobilisation, Tumorerkrankung.
    Keine bekannten Blutungserkrankungen.
    Körperlicher Befund:
    Klinisch zeigt sich ein geschwollenes, überwärmtes und druckschmerzhaftes 
    [linkes/rechtes] 
    Bein.

    Homans-Zeichen und Payr-Zeichen sind [positiv/negativ].

    Kein Hinweis auf Hautdefekte oder Infektionen.
     
     
     
     
    👩 Weibliche Version
    Anamnese:
    Die Patientin stellte sich selbstständig in die ZNA gebracht aufgrund 
    einer Schwellung und Schmerzhaftigkeit des 
    [linken/rechten] 
    Beines seit  .

    Sie berichtet über 
    eine zunehmende Schwellung, Spannungsgefühl und Schmerzen, insbesondere im Bereich der 
    [Wade/Oberschenkels] 
    Rechts/links.

    Belastung sei erschwert, Ruheschmerzen würden bestehen.

    Vorgeschichte: z. B. Zustand nach Operation, Immobilisation, frühere Thrombosen, bekannte Gerinnungsstörung.

    Risikofaktoren: z. B. Immobilisation, Tumorerkrankung, Einnahme oraler Kontrazeptiva (Antibabypille).

    Keine bekannten Blutungserkrankungen.
    Körperlicher Befund:
    Klinisch zeigt sich ein geschwollenes, überwärmtes und druckschmerzhaftes 
    [linkes/rechtes] 
    Bein.

    Homans-Zeichen und Payr-Zeichen sind [positiv/negativ].

    Kein Hinweis auf Hautdefekte oder Infektionen.
     
     

    V. a. Anämie unklarer Genese (DD: Eisenmangel / Blutung / chronische Erkrankung).


     
     
    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Wochen/Monaten) bestehender zunehmender Müdigkeit und Leistungsminderung vor.
    Zusätzlich bestehen (Belastungsdyspnoe / Schwindel / Palpitationen / Blässe / keine weiteren Beschwerden).
    Es bestehen (keine / Hinweise auf) Blutungszeichen wie (Meläna / Hämatochezie / Hämatemesis / verstärkte Menstruation).
    Appetit ist (normal / vermindert). Ein Gewichtsverlust wird (verneint / berichtet).
    In der Vorgeschichte sind (keine / bekannte Anämie / chronische Erkrankungen) bekannt.
    Die letzte ÖGD/Koloskopie erfolgte vor (… Jahren). Befund: (Gastritis / kein pathologischer Befund).


     


    Intoxikation


    Der/Die Patient/in stellt sich nach (vermuteter / gesicherter) Intoxikation mit (… Substanz / Medikament / Alkohol / Drogen) vor.
    Die Aufnahme erfolgte vor (… Stunden). Die eingenommene Menge beträgt (… / unklar).
    Es bestehen (Übelkeit / Erbrechen / Schwindel / Bewusstseinsstörung / Krampfanfälle / keine Beschwerden).
     
    Eine suizidale Absicht wird (verneint / vermutet / bestätigt).
     
    Psychiatrische Vorerkrankungen sind (nicht bekannt / bekannt: …).
     
     
    Die Patientin stellt sich nach vermuteter Intoxikation mit Paracetamol vor. Die Einnahme erfolgte vor etwa 3 Stunden, die Menge ist unklar. Es bestehen Übelkeit und Erbrechen. Eine suizidale Absicht wird verneint.
     


     
    Gelenkschmerzen ohne Trauma


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Tagen/Wochen) bestehenden Gelenkschmerzen ohne vorausgegangenes Trauma vor.
    Die Schmerzen betreffen (ein / mehrere) Gelenk(e), insbesondere (… ), und werden als (dumpf / stechend / belastungsabhängig / in Ruhe) beschrieben.
    Zusätzlich bestehen (Schwellung / Rötung / Überwärmung / Bewegungseinschränkung / keine weiteren Beschwerden).
    Fieber wird (verneint / berichtet). Morgensteifigkeit besteht (ja/nein, Dauer: … Minuten).
    In der Vorgeschichte sind (keine / rheumatologische Erkrankungen / Gicht / Infekte) bekannt.
    Der/Die Patient/in nimmt (keine / NSAR / andere Medikamente: …).
     


    Allergische Reaktion


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Minuten/Stunden) bestehenden Symptomen einer allergischen Reaktion nach (Nahrungsmittel / Medikament / Insektenstich / unklar) vor.
    Es bestehen (Hautausschlag / Juckreiz / Urtikaria / Schwellung im Gesichtsbereich / Lippen-/Zungenschwellung).
    Zusätzlich bestehen (Dyspnoe / Engegefühl im Hals / Heiserkeit / Schwindel / Übelkeit / Erbrechen / keine weiteren Beschwerden).
    Eine Kreislaufbeeinträchtigung mit (Hypotonie / Tachykardie / Synkope) besteht (ja/nein).
    Allergien sind (nicht bekannt / bekannt: …). Eine ähnliche Reaktion in der Vergangenheit bestand (ja/nein).
    Vor Eintreffen wurden (keine / Antihistaminika / Kortison / Adrenalin) verabreicht.
     
    KU
    Bewusstseinsstörung (ja/nein)
    Stridor / Atemnot (ja/nein)


    Bewusstseinsstörung


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Minuten/Stunden) bestehender Bewusstseinsstörung vor. 
    Die Aufnahme erfolgte (durch Rettungsdienst / eigenständig / aus Pflegeheim).
    Die Bewusstseinslage ist (somnolent / soporös / komatös / wach aber verwirrt).
    Eine Fremdanamnese durch (Angehörige / Pflegepersonal / Rettungsdienst) ergibt (plötzlichen Beginn / schleichenden Verlauf / unklaren Beginn).
    Zusätzlich bestehen (Kopfschmerzen / Fieber / Krampfanfall / Schwindel / fokal-neurologische Defizite / keine weiteren Symptome).
     
    Ein Sturzereignis wird (verneint / berichtet). Alkohol- oder Medikamenteneinnahme wird (verneint / berichtet).
    Bekannter Diabetes mellitus besteht (ja/nein).
    In der Vorgeschichte sind (keine / neurologische Erkrankungen / Epilepsie / Schlaganfall / Herzrhythmusstörungen) bekannt.


    🚨 Red Flags
    Fokal-neurologisches Defizit → Stroke 🚨
    Fieber + Bewusstseinsstörung → Meningitis/Sepsis 🚨
    Hypoglykämie → immer ausschließen!
    Intoxikation?


    Erhöhte Transaminasen


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhten Transaminasen vor.

    Die Auffälligkeit wurde im Rahmen einer Routinekontrolle festgestellt.


    aktuell keine Müdigkeit, Oberbauchschmerzen und Übelkeit.

    Ein Ikterus wird verneint / berichtet. Dunkler Urin oder heller Stuhl werden verneint / berichtet.


    Alkoholkonsum besteht ja/nein, Menge: …

    . Medikamente z. B. Paracetamol / Statine werden eingenommen / nicht eingenommen.


    Fieber oder Infektzeichen werden verneint / berichtet. Drogen/iv/Blututransfusion wurden vereint. 
    Reiseanamnese … .


    Beruf..
     
    Leberkrankheit im familie wurden Verneint. 
     


    Leukozytose


     
    V. a. Leukozytose unklarer Genese, DD: infektiös / entzündlich / hämatologisch.
    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei nachgewiesener Leukozytose vor. 
    Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen (keine Beschwerden / Fieber / Abgeschlagenheit / Schmerzen / Infektzeichen. Wie Fieber, Husten, Dysurie oder andere Infektzeichen werden (verneint / berichtet: …).
    Nachtschweiß und Gewichtsverlust werden (verneint / berichtet).
    Eine Kortisontherapie oder andere Medikamente werden (eingenommen / nicht eingenommen).
    In der Vorgeschichte sind (keine / bekannte Infektionen / hämatologische Erkrankungen) bekannt.


    🧠 High-Yield Merkschema
    👉 Leukozytose = 3 große Ursachen
    Infekt 🔥
    Entzündung
    Hämatologisch (Leukämie!) 🚨


    Thrombozytopenie


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei nachgewiesener Thrombozytopenie vor. Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen keine Beschwerden wie vermehrte Blutungsneigung, Hämatome, Petechien, Nasenbluten und Zahnfleischbluten.


    Spontane Blutungen oder verlängerte Blutungszeiten werden verneint / berichtet.



    Keine Meläna und Hämatochezie
    Keine Hämaturie


    Der/Die Patient/in nimmt Heparin , ASS, Antikoagulanzien , andere Medikamente: .


    👉 Verdacht auf HIT immer denken! 🚨
    Ein kürzlicher Infekt wird (verneint / berichtet).
    In der Vorgeschichte sind (keine / hämatologische Erkrankungen / Lebererkrankung) bekannt.
    👉 V. a. Thrombozytopenie unklarer Genese, DD: medikamentös / immunologisch / infektiös / hämatologisch.
    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Thrombozytopenie = Blutung denken!
    👉 Heparin → HIT ausschließen 🚨
    👉 Leber / Milz / Knochenmark
     


    B-Symptome


    Der/Die Patient/in berichtet über keine / vorhandene B-Symptome.
    👉 Bei positiv:
    Es bestehen Fieber (>38 °C), Nachtschweiß sowie ein ungewollter Gewichtsverlust von … kg innerhalb der letzten … Wochen/Monate.


    🧠 High-Yield Bedeutung
    👉 wichtig bei:
    Lymphom
    Leukämie
    Tumorerkrankungen
    chronische Infektionen (z. B. Tuberkulose)


    🚨 Merksatz
    👉 B = „böse Krankheiten denken!


    Erhöhte Entzündungswerte


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhten Entzündungswerten (CRP/Leukozyten) vor. Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen (keine Beschwerden / Fieber / Schmerzen / Abgeschlagenheit / Infektzeichen).
    Fieber, Husten, Dyspnoe, Dysurie oder andere Infektzeichen werden (verneint / berichtet: …).
    Nachtschweiß und Gewichtsverlust werden (verneint / berichtet).
    Eine kürzliche Medikamenteneinnahme (z. B. Antibiotika / Kortison) wird (verneint / berichtet).
    In der Vorgeschichte sind (keine / chronisch-entzündliche Erkrankungen / Tumorerkrankungen) bekannt.


     Ultra-Kurz (ZNA)
    HA-Überweisung bei erhöhtem CRP/Leukozyten, aktuell (asymptomatisch / mit Infektzeichen).


    🧠 Prüfungs-Satz
    👉 V. a. entzündliche/inflammatorische Genese unklarer Ursache (DD: infektiös / autoimmun / neoplastisch).


    💡 Beispiel (fertig)
    Der Patient stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhtem CRP und Leukozytose vor. Beschwerden bestehen keine. Fieber und Infektzeichen werden verneint.


    🧠 High-Yield Merkschema
    👉 CRP ↑ = Entzündung denken!
    Infekt 🔥
    Autoimmun
    Tumor


    Erhöhte Nierenwerte


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhten Nierenretentionswerten Kreatinin und Harnstoff vor. Der Befund wurde im Rahmen von Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden erhoben.
    Aktuell bestehen keine Beschwerden wie Abgeschlagenheit verminderte Urinmenge, Ödeme und Dyspnoe.



    Die Urinmenge ist normal / vermindert / vermehrt. Dysurie oder Hämaturie werden (verneint / berichtet).



    Eine reduzierte Trinkmenge wird (verneint / berichtet). Übelkeit oder Erbrechen bestehen (ja/nein).



    Der/Die Patient/in nimmt NSAR / ACE-Hemmer / Diuretika / andere Medikamente: ….



    In der Vorgeschichte sind keine / chronische Niereninsuffizienz / Diabetes mellitus / arterielle Hypertonie bekannt.


     Ultra-Kurz (ZNA)
    HA-Überweisung bei erhöhtem Kreatinin, (mit/ohne) Oligurie, Medikation: (… ).




    💡 Beispiel (fertig)
    Der Patient stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhtem Kreatinin vor. Er berichtet über eine verminderte Trinkmenge in den letzten Tagen. Dysurie und Hämaturie werden verneint.


    🧠 High-Yield Merkschema
    👉 3 Ursachen IMMER denken:
    prärenal → Exsikkose 💧
    renal → Nierenschaden
    postrenal → Abflussstörung 🚨


    Kaliumstörung


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei Hyperkaliämie / Hypokaliämie vor. Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen keine Beschwerden wie Muskelschwäche , Müdigkeit, Palpitationen, Herzrhythmusstörungen.



    Schwindel oder Synkopen werden verneint / berichtet.



    Der/Die Patient/in nimmt ACE-Hemmer , Diuretika.



    Eine verminderte Trinkmenge oder Durchfälle, Erbrechen werden verneint / berichtet.



    In der Vorgeschichte sind (keine / Niereninsuffizienz / Diabetes mellitus) bekannt.


     Ultra-Kurz (ZNA)
    HA-Überweisung bei (Hyper-/Hypokaliämie), (mit/ohne) Symptome, Medikation: (… ).




    💡 Beispiel (fertig)
    Die Patientin stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei Hypokaliämie vor. Sie berichtet über Muskelschwäche und gelegentliche Palpitationen. Eine Diuretikatherapie wird durchgeführt.


    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Kalium = Herz! ❤️
    👉 Hyper → Rhythmusstörung (gefährlich!)
    👉 Hypo → Schwäche + Arrhythmie

    Natriumstörung


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei (Hyponatriämie / Hypernatriämie) vor. Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen (keine Beschwerden wie Verwirrtheit ,Schwindel , Müdigkeit , Krampfanfälle.



    Eine Bewusstseinsstörung wird verneint.

    Keine Übelkeit / Erbrechen
    Keine Krampfanfälle


    Die Trinkmenge ist normal / vermindert / erhöht.
    Durchfälle oder Erbrechen werden verneint / berichtet.



    Der/Die Patient/in nimmt Diuretika, Antidepressiva, andere Medikamente.



    In der Vorgeschichte sind keine Niereninsuffizienz /Herzinsuffizienz Lebererkrankung bekannt.


     Ultra-Kurz (ZNA)
    HA-Überweisung bei (Hypo-/Hypernatriämie), (mit/ohne) neurologische Symptome, Medikation: (… ).


    🧠 Prüfungs-Satz
    👉 V. a. Elektrolytstörung unklarer Genese (DD: Volumenstörung / SIADH / Exsikkose).


    💡 Beispiel (fertig)
    Der Patient stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei Hyponatriämie vor. Es bestehen Verwirrtheit und Müdigkeit. Eine Diuretikatherapie wird durchgeführt.


    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Natrium = Gehirn 🧠
    👉 Hyponatriämie → Verwirrtheit, Krampf 🚨
    👉 Hypernatriämie → Exsikkose, neurologisch


    Tachykardie / Palpitationen


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Minuten/Stunden/Tagen) bestehenden Palpitationen bzw. Herzrasen vor.
    Die Episoden treten (plötzlich / anfallsartig / dauerhaft) auf und halten jeweils (… Minuten/Stunden) an.



    Zusätzlich bestehen (Schwindel / Dyspnoe / Thoraxschmerzen / Synkope / keine weiteren Beschwerden).



    Eine Synkope wird (verneint / berichtet).
    Die Beschwerden treten (in Ruhe / unter Belastung) auf.


    Mögliche Auslöser sind (Stress / Koffein / Alkohol / Infekt / keine erkennbaren Auslöser).


    In der Vorgeschichte sind (keine / bekannte Herzrhythmusstörungen / Schilddrüsenerkrankungen) bekannt.



    Der/Die Patient/in nimmt (keine / Betablocker / Schilddrüsenmedikamente / andere: …).


     Ultra-Kurz (ZNA)
    Palpitationen seit (… ), (paroxysmal/persistierend), (mit/ohne) Synkope, DD: Rhythmusstörung.


    🧠 Prüfungs-Satz
    👉 V. a. Herzrhythmusstörung (DD: supraventrikulär / ventrikulär).


    💡 Beispiel (fertig)
    Die Patientin stellt sich mit seit 2 Stunden bestehenden anfallsartigen Palpitationen vor. Zusätzlich bestehen Schwindel und Dyspnoe. Eine Synkope wird verneint.


    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Palpitationen = immer Rhythmus denken ❤️
    👉 Synkope = gefährlich 🚨
    👉 Plötzlich + regelmäßig → SVT


    Struma


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Wochen/Monaten) bestehender Schwellung im Halsbereich vor.
    Die Schwellung ist (zunehmend / gleichbleibend) und wird als (schmerzlos / schmerzhaft) beschrieben.


    Zusätzlich bestehen (Druckgefühl / Schluckbeschwerden / Dyspnoe / Heiserkeit / keine weiteren Beschwerden).


    Es bestehen (Gewichtsverlust / Palpitationen / Nervosität / Schwitzen).

    Es bestehen (Müdigkeit / Gewichtszunahme / Kälteintoleranz).


    Schilddrüsenerkrankungen sind (nicht bekannt / bekannt: …).

    Der/Die Patient/in nimmt (keine / Schilddrüsenmedikamente: …).

     Ultra-Kurz (ZNA)
    Struma seit (… ), (mit/ohne) Kompressionssymptome, (Hyper-/Hypo-)Symptome.

    🧠 Prüfungs-Satz
    👉 V. a. Struma, DD: euthyreot / hyperthyreot / hypothyreot.

    💡 Beispiel (fertig)
    Die Patientin stellt sich mit seit mehreren Monaten bestehender schmerzloser Schwellung im Halsbereich vor. Zusätzlich bestehen Schluckbeschwerden. Palpitationen oder Gewichtsverlust werden verneint.

    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Struma = Größe + Funktion prüfen!
    👉 Dyspnoe / Heiserkeit = Red Flag 🚨 (Kompression!)

  • ZNA

    AKS

    1. Erste Sekunde: Killers suchen
    Immer dran denken:

    ACS / Herzinfarkt
    Lungenembolie
    Aortendissektion
    (Spannungs‑)Pneumothorax

    5‑Sekunden‑Anamnese (OPQRST‑Kurz)
    Onset: plötzlich vs. langsam, seit wann?
    Place: retrosternal/links/rechts, Ausstrahlung (Arm/Kiefer/Rücken)?
    Quality: Druck/Enge/reißend/stechend/pleuritisch?
    Relation: Belastung/Atmung/Lage/Druck auf Brustwand?
    Red flags: Dyspnoe, Übelkeit/Erbrechen, Kaltschweißigkeit, Synkope, Fieber, Husten?

    Sofort‑Diagnostik (ZNA‑Standard)
    Vitalparameter + Monitoring: RR, HF, AF, SpO₂, Temp.
    EKG 12‑Kanal sofort.
    Labor: Troponin, BB, CRP, ggf. D‑Dimer, BGA, Elektrolyte.
    Bildgebung: Röntgen Thorax; bei hoher Wahrscheinlichkeit: CT‑Angio (LE/Dissektion).
    POCUS/Echo bei Instabilität: Pumpfunktion, Perikarderguss, Rechtsherzbelastung, Pneumothorax.

    „Pattern‑Erkennung“ (ultra kurz)
    ACS: retrosternaler Druck/Enge, Ausstrahlung, Belastung, vegetativ (Übelkeit, Schweiß), eher älter.
    LE: plötzliche Dyspnoe + pleuritischer Schmerz, Tachykardie, Thrombose‑Risiko.
    Dissektion: plötzlich „reißend“, in Rücken/Abdomen, BD‑Differenz, evtl. neurologische Ausfälle.
    Spannungs‑PNO: plötzlicher einseitiger stechender Schmerz + Dyspnoe, hypersonor, kein Atemgeräusch, Schocksymptomatik.
    Pneumonie/Pleuritis: Fieber, Husten, pleuritischer Schmerz, RG/Pleurareiben.
    Reflux/Ösophagus: brennend, nach Essen/Liegen, Sodbrennen.
    Muskuloskelettal/psychogen: lokaler Druckschmerz, bewegungsabhängig, Stress, unauffällige Befunde.

    Dyspnoe

    Immer zuerst denken an („Killers“)
    Lungenembolie
    Akutes Herzversagen / Lungenödem
    Pneumonie/Sepsis
    (Spannungs‑)Pneumothorax
    Asthma-/COPD‑Exazerbation
    Anaphylaxie
    schwere metabolische Azidose (z. B. DKA)

    5‑Sekunden‑Anamnese
    Beginn: akut (Sekunden/Minuten) vs. subakut (Stunden/Tage) vs. chronisch (Wochen)?
    Auslöser: Belastung, in Ruhe, nachts (Orthopnoe, nächtliche Dyspnoe)?
    Begleit: Thoraxschmerz, Husten (trocken/produktiv), Fieber, Schwellung Beine, Palpitation, pfeifende Atmung, Allergie/Exposition?
    Risikofaktoren: KHK, Herzinsuffizienz, COPD/Asthma, Thrombose/OP/Immobilisation/Tumor, Rauchen, bekannte LE.
    Verlauf: plötzlich schlagartig vs. langsam progredient.

    Sofort‑Diagnostik in der ZNA
    Vital + Monitoring: RR, HF, AF, SpO₂, Temp, Bewusstseinslage.
    12‑Kanal‑EKG.
    Labor: BB, CRP, BGA, Elektrolyte, Troponin, D‑Dimer (bei passender Vortestwahrscheinlichkeit), BNP/NT‑proBNP.
    Bildgebung: Röntgen Thorax (Stauung, Infiltrat, Pneumothorax, Erguss).
    POCUS: Herz (Pumpfunktion, Rechtsherzbelastung, Perikarderguss), Lunge (B‑Lines, Pneumothorax, Pleuraerguss), Vena cava.

    Pattern‑Erkennung (ultra kurz)
    Herzversagen/Lungenödem: Orthopnoe, nächtliche Dyspnoe, Beinödeme, Rasselgeräusche basal, BNP↑, Stauungsröntgen.
    Lungenembolie: plötzliche Dyspnoe, pleuritischer Schmerz, Tachykardie, evtl. Hämoptysen, LE‑Risiko, D‑Dimer/CT‑Angio.
    Pneumonie: Fieber, Husten, produktives Sputum, pleuritischer Schmerz, fokale RG, Infiltrat.
    COPD/Asthma: Giemen, verlängertes Exspirium, Exazerbation, SpO₂ ↓, Hyperkapnie in BGA möglich.
    Pneumothorax: plötzliche einseitige Dyspnoe, stechender Schmerz, hypersonor, abgeschwächtes Atemgeräusch.
    Anaphylaxie: Dyspnoe + Urtikaria, Schwellungen, Hypotonie, Stridor.
    Metabolische Azidose (DKA, Sepsis): Kussmaul‑Atmung, Zeichen der Grunderkrankung.

    Fieber

    Always think: „Fieber = Infekt? aber auch…“
    Häufig: Pneumonie, Harnwegsinfekt/Pyelonephritis, Gastroenteritis, Weichteilinfekt, Sepsis.
    Nicht vergessen: Meningitis, Endokarditis, Abszess, Thrombophlebitis/TVT, Medikamentenfieber, Autoimmunerkrankung, Tumor (B‑Symptomatik).

    5‑Sekunden‑Anamnese bei Fieber
    Seit wann? Höchste Temperatur? Schüttelfrost?
    Lokale Symptome: Husten/Dyspnoe, Dysurie/Flankenschmerz, Bauchschmerz/Diarrhö, Kopfschmerz/Nackensteife, Hautrötung/Schwellung, Gelenkschmerzen.
    Allgemein: Schüttelfrost, Nachtschweiß, Gewichtsverlust?
    Risikofaktoren: Immunsuppression, Fremdmaterial (Katheter, Prothesen, Klappen), Reisen, Tierkontakte, Zecken.
    Medikamente neu begonnen?

    ZNA‑Basisdiagnostik bei Fieber
    Vitalparameter + Monitoring.
    Körperliche Untersuchung komplett: Lunge, Herz, Abdomen, Nierenlager, Haut, Gelenke, Neurostatus.
    Labor: BB, CRP, ggf. PCT, Nieren‑/Leberwerte, Gerinnung, BGA.
    Blutkulturen (vor Antibiose bei Sepsisverdacht).
    Urinstatus ± Urinkultur.
    Röntgen Thorax bei Husten/Dyspnoe.
    Je nach Klinik: Lumbalpunktion, Sono Abdomen, CT etc.

    Pattern‑Erkennung (kurz)
    Pneumonie: Fieber + Husten + Dyspnoe, RG, Röntgen‑Infiltrat.
    HWI/Pyelonephritis: Fieber + Dysurie + Flankenschmerz, trüber Urin.
    Sepsis: Fieber oder Hypothermie + Hypotonie, Tachykardie, Tachypnoe, Verwirrtheit, Laktat↑.
    Meningitis: Fieber + Kopf‑/Nackenschmerz, Meningismus, Bewusstseinsstörung.
    Endokarditis: Fieber + Herzgeräusch, Embolien, Fremdmaterial (Klappen).
    Weichteilinfekt: Fieber + Rötung/Schwellung/Wärme, Schmerzen lokal.
    Tumor/B‑Symptome: Fieber + Nachtschweiß + Gewichtsverlust, eher subakut/chronisch.

    Synkope

    Denken wie in der Prüfung: Synkope = kurzzeitiger Bewusstseinsverlust mit kompletter Erholung
    Immer zuerst:
    Kardial gefährlich? (Arrhythmie, Aortenstenose, LE, Dissektion)
    Neuro? (Krampfanfall, Schlaganfall)
    Hypoton/Reflextyp? (vasovagal, orthostatisch)

    5‑Sekunden‑Anamnese
    Situation: beim Stehen/Sitzen/Liegen? in Ruhe oder unter Belastung? beim Wasserlassen/Husten/Schmerz?
    Vorboten: Schwindel, Übelkeit, Blässe, Schwarzwerden vor Augen, Schwitzen?
    Dauer + Verlauf: Bewusstlosigkeitsdauer (Sekunden/Minuten), rasche komplette Erholung oder anhaltende Verwirrtheit?
    Begleit: Thoraxschmerz, Dyspnoe, Palpitationen, Kopfschmerz, Zungenbiss, Krämpfe, Inkontinenz, Verletzungen.
    Vorerkrankungen/Medikamente: KHK, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörung, Klappenvitien, LE/TVT, Diabetes, Antihypertensiva, Antiarrhythmika.
    Red Flags: Synkope unter Belastung, im Liegen, mit Brustschmerz, Palpitationen, Dyspnoe, familiärer plötzlicher Herztod.

    ZNA‑Basisdiagnostik
    Vitalparameter + Monitoring (RR, HF, AF, SpO₂, Temp).
    12‑Kanal‑EKG (Arrhythmie, Ischämie, Long‑QT, Brugada, AV‑Block etc.).
    Labor: Blutbild, Elektrolyte, Kreatinin, Glukose, ggf. Troponin, D‑Dimer, BGA.
    Orthostase‑Messung (RR/Puls im Liegen/Stehen).
    Evtl. Echo/POCUS (Pumpfunktion, Klappen, Rechtsherzbelastung) bei Verdacht.
    Je nach Klinik: CT‑Schädel/CT‑Angio, EEG, Langzeit‑EKG.

    Pattern‑Erkennung (ultra kurz)
    Kardiale Synkope: plötzlich, ohne Vorwarnung, v. a. in Ruhe oder Belastung, rasche Erholung, oft bekannte Herzkrankheit/Arrhythmie.
    Vasovagal: Auslöser wie Schmerz, Stress, Blut, langes Stehen; Prodromi (Übelkeit, Schwitzen, Schwarzwerden), rasche Erholung.
    Orthostatisch: kurz nach Aufstehen, bei Dehydratation, Diuretika/Antihypertensiva.
    Krampfanfall: Zungenbiss (seitlich), tonisch‑klonische Bewegungen, längere postiktale Verwirrtheit, Myalgien.
    Lungenembolie/Aortenstenose/Dissektion: Synkope + Dyspnoe oder Vernichtungsschmerz.

    Immer zuerst: gefährliche Ursachen bedenken (Oberbauch)
    Akutes Koronarsyndrom (kann epigastrisch/Oberbauch sein!)
    Perforiertes Ulkus / akutes Abdomen
    Akute Cholezystitis / Cholangitis
    Akute Pankreatitis
    Aortendissektion, rupturiertes Aortenaneurysma
    Hepatische Ursachen (z. B. Leberkapselspannung)

    5‑Sekunden‑Anamnese Oberbauch
    Lokalisation: epigastrisch, rechter Oberbauch, linker Oberbauch, gürtelförmig?
    Beginn: plötzlich vs. schleichend, seit wann, progredient?
    Charakter: dumpf/kolikartig/stechend/brennend, gürtelförmig?
    Ausstrahlung: Rücken (Pankreas, Ulkus), rechte Schulter (Galle/Diaphragma), Thorax/Arm (ACS)?
    Einfluss: Nahrungsaufnahme, Lage, Bewegung, Alkohol, NSAR‑Einnahme?
    Begleit: Übelkeit/Erbrechen, Fieber/Schüttelfrost, Stuhlveränderung (Teerstuhl, Diarrhö, Obstipation), Ikterus, Meteorismus.
    Vorerkrankungen/Risiken: Gallensteine, Alkohol, Ulkus, NSAR, KHK.

    ZNA‑Basisdiagnostik
    Vitalparameter + Monitoring (RR, HF, AF, SpO₂, Temp).
    Körperliche Untersuchung:Abdomen: Druckschmerz (wo?), Abwehrspannung, Loslassschmerz, Klopfschmerz Leber/Galle/Pankreas/Nierenlager.
    Murphy‑Zeichen, peritoneale Zeichen, Abwehr/Defense.
    Labor:Blutbild, CRP.
    Leberwerte (AST, ALT, AP, GGT, Bilirubin).
    Lipase/Amylase.
    Elektrolyte, Nierenwerte.
    ggf. Troponin (ACS‑Ausschluss), Laktat.
    Sonographie Abdomen (Pflicht): Gallenblase, Gallenwege, Leber, Pankreas (sofern einsehbar), Aorta, freie Flüssigkeit.
    Je nach Befund: CT Abdomen, Gastroskopie, CT‑Angio bei Verdacht auf Dissektion.

    Pattern‑Erkennung (ultra kurz)
    Cholezystitis (RUQ): Kolikartige Schmerzen re. Oberbauch, Ausstrahlung rechte Schulter, nach fettreicher Kost, Fieber, Murphy positiv, Gallensteine.
    Cholangitis: RUQ‑Schmerz + Fieber + Ikterus (Charcot‑Trias).
    Pankreatitis (Epigastrium): Gürtelförmiger Oberbauchschmerz in den Rücken, „Gummibauch“, Übelkeit/Erbrechen, Lipase↑, Alkohol/Gallensteine.
    Ulkus / Ulkusperforation: epigastrischer Schmerz, NSAR‑Anamnese, Teerstuhl, freie Luft im Abdomen bei Perforation.
    ACS: epigastrische Schmerzen, Übelkeit, Schwitzen, v. a. bei älteren/diabetischen Patienten – EKG/Troponin immer mitdenken.
    Gastroenteritis: diffuse abdominelle Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, oft Kontaktanamnese.
    Hepatische Ursachen: Druckschmerz rechter Oberbauch, Hepatomegalie, Ikterus, Leberwerte↑.

    AKUTES NIERENVERSAGEN (AKI)

    Müdigkeit(AZ) und reduzierter Urinmenge.

    KDIGO-Definition

    AKI = mindestens 1 Kriterium:

    • Kreatinin ↑ ≥ 0,3 mg/dl in 48 h
    • Kreatinin ↑ ≥ 1,5× in 7 Tagen
    • Urin < 0,5 ml/kg/h ≥ 6 h

    Einteilung: prärenal vs. renal vs. postrenal 

    Diagnostik: 

    • Anamnese (Flüssigkeit, Medikamente!)
    • Klinik (Exsikkose, Ödeme)
    • Labor (Krea, Harnstoff, Elektrolyte)
    • Urinstatus (Sediment!)
    • Sonographie der Nieren (Harnstau?)

    ➡️ Ziel: prärenal vs. renal vs. postrenal unterscheiden

    prärenale AKI ist am häufigsten, z. B. durch:

    • Volumenmangel
    • Diuretika
    • ACE-Hemmer
    • NSAR

    Therapeutisch sofort

    • Volumengabe, wenn prärenal
    • Nephrotoxische Medikamente stoppen
    • Harnabfluss sichern bei postrenalem AKI
    • Engmaschige Kontrollen (Diurese, Elektrolyte)

    Dialyse-Indikation – AEIOU : BGA Notfall

    • A – AzidosepH < 7,1 (therapierefraktär)
    • E – ElektrolytstörungHyperkaliämie ≥ 6,5 mmol/l oder ECG-Veränderungen
    • I – Intoxikation: dialysierbare Toxine: Methanol, Ethylenglykol, Lithium, Salicylate
    • O – Overload (Volumen)Lungenödem, therapierefraktär (Diuretika wirkungslos)
    • U – UrämieUrämische Symptome: Enzephalopathie, Perikarditis, Blutung
      (oft Harnstoff > 150–200 mg/dl)

    Nephrotoxische Medikation

    🔴 Sehr häufig

    • NSAIDs (Ibuprofen, Diclofenac)
    • ACE-Hemmer / ARBs (v. a. bei Volumenmangel, Nierenarterienstenose)
    • Diuretika (Dehydratation → prärenales AKI)

    🔴 Antibiotika

    • Aminoglykoside (Gentamicin)
    • Vancomycin
    • Amphotericin B

    🔴 Kontrastmittel

    • Röntgen-Kontrastmittel (iodhaltig)

    🔴 Onkologie / Immunsuppression

    • Cisplatin
    • Calcineurin-Inhibitoren (Cyclosporin, Tacrolimus)

    🔴 Sonstige (klassische Prüfungsfallen)

    • Lithium
    • Allopurinol
    • PPI (interstitielle Nephritis!)

    Merksatz

    🧠 „NSAID – ACE – Diuretika – AB – Kontrast – Chemo – Lithium“

    ANÄMIE UNKLAR

    Müdigkeit, Leistungsabfall und Schwindel, Belastungsdyspnoe

    Ich klassifiziere die Anämie zunächst nach:

    • MCV (mikro-, normo-, makrozytär)
    • MCH (hypo-, normo-, hyperchrom)

    Top-DD nach Typ!

    • Mikrozytär: Eisenmangel, Thalassämie
    • Normozytär: Anämie chronischer Erkrankung, akute Blutung
    • Makrozytär: Vitamin-B12-, Folsäuremangel, Alkohol

    Basisdiagnostik

    • BB mit Indizes (MCV, MCH)
    • Ferritin, Transferrinsättigung
    • Vitamin B12, Folsäure
    • Retikulozyten
    • ggf. Haptoglobin, LDH (Hämolyse)

    ➡️ Bei V. a. Eisenmangel: GI-Blutung ausschließen (Gastro-/Koloskopie!)

    Eine Transfusion erfolgt bei:

    • Hb < 7 g/dl
    • oder symptomatischer Anämie
    • oder bei kardiovaskulären Risikopatienten

    maligne Ursache?

    • Unklarer Eisenmangel
    • Gewichtsverlust
    • Nachtschweiß
    • fehlendes Ansprechen auf Substitution

    ➡️ → Onkologische Abklärung

    SEPSIS

    Fieber, Verwirrtheit und Schwäche  
    Bekannt ist ein Harnwegsinfekt seit 3 Tagen.

    definieren Sie Sepsis? 

    Sepsis ist eine lebensbedrohliche Organdysfunktion infolge einer dysregulierten Wirtsantwort auf eine Infektion.

    Organdysfunktionen sehen Sie hier?

    Hypotonie, Bewusstseinsstörung, Tachykardie, Tachypnoe

    qSOFA ≥ 2 = hohes Sepsis-Risiko

    AF ≥ 22 /minRR systolisch ≤ 100 mmHgGCS < 15

    diagnostisch vor?

    • Blutkulturen ×2 (vor Antibiose!)
    • Labor: BB, CRP, PCT, Laktat
    • BGA
    • Fokussuche (Urin, Röntgen Thorax, Sono Abdomen)

    Therapeutisch SOFORT? 

    • Sauerstoffgabe
    • Großzügige Volumengabe
    • Breitbandantibiose i.v.
    • i.v.-Zugänge + Monitoring
    • ggf. Katecholamine bei persistierender Hypotonie

    ➡️ Zeit = Prognose!

    Wann sprechen Sie von septischem Schock?: HF/SBD mehr als 1

    Wenn trotz ausreichender Volumengabe:

    • Vasopressoren nötig sind
    • und Laktat erhöht ist

    ➡️ → Intensivpflichtig

    HERZINSUFFIZIENZ (DEKOMPENSIERT)

    zunehmender DyspnoeOrthopnoe und Beinödemen seit einigen Tagen vor.
    Vorerkrankungen: KHK, Arterielle Hypertonie

    Bei Aufnahme:: RR 170/95 mmHg, HF 105/min, SpO₂ 90 % (RA), AF 24/min

    feuchte Rasselgeräusche basal, Knöchelödeme beidseits

     Auslöser einer Dekompensation?

    • Infekt (v. a. Pneumonie)
    • Rhythmusstörung (z. B. Vorhofflimmern)
    • Hypertonie
    • Myokardischämie
    • Therapie-Non-Compliance (Salz/Flüssigkeit)

    diagnostisch vor?

    • Klinik (Ödeme, Rasselgeräusche, Halsvenenstauung)
    • Labor: BNP / NT-proBNP, Nierenwerte
    • EKG
    • Röntgen-Thorax (Stauung, Pleuraerguss)
    • Echokardiographie (EF, Klappen)

     therapeutisch sofort?

    • Sauerstoff
    • Oberkörperhochlagerung
    • i.v. Schleifendiuretikum
    • Nitrate bei Hypertonie
    • Monitoring

    ➡️ Danach Ursache behandeln (Infekt, Rhythmus, Ischämie).

    Wann gehört der Patient auf die Intensivstation?

    • Respiratorische Insuffizienz
    • Hypotonie / Schock
    • schwere Tachy- oder Bradyarrhythmie
    • fehlendes Ansprechen auf Therapie

    PNEUMONIE (COMMUNITY-ACQUIRED)

    Husten, Fieber (39 °C) und zunehmender Dyspnoe  
    Rasselgeräusche basal rechts.
    SpO₂ 91 % (RA).

    Wie sichern Sie die Diagnose?

    • Klinik (Husten, Fieber, Dyspnoe)
    • Röntgen-Thorax (Infiltrat)
    • Labor (CRP, ggf. PCT)

    ➡️ Pneumonie = klinisch + radiologisch.

    Schweregrad:

    Mit dem CRB-65-Score:

    • Confusion
    • RR < 90/60
    • Breathing ≥ 30/min
    • 65 Jahre

    ➡️ ≥1 Punkt → stationär.

    Therapie 

    • Kalkulierte Antibiose (z. B. Aminopenicillin ± Betalaktamasehemmer)
    • Sauerstoff
    • Flüssigkeit
    • Frühmobilisation

    ➡️ Antibiose zeitnah, nicht abwarten.

    Wann Intensivstation?

    • respiratorische Insuffizienz
    • septischer Schock
    • multilobäre Infiltrate
    • steigendes Laktat

    Pneumonie ist eine klinische Diagnose mit Röntgenbestätigung –
    CRB-65 entscheidet über die Aufnahme.

    AECOPD

    bekannter COPD-Patient (GOLD III), stellt sich mit zunehmender Dyspnoevermehrtem Husten und purulentem Sputum seit 2 Tagen vor.
    SpO₂ 86 % (RA), AF 28/min.

    Wie definieren Sie eine AECOPD?

    Eine AECOPD ist eine akute Verschlechterung der respiratorischen Symptome, die eine Therapieänderung erforderlich macht.

    Auslöser?

    • Infekte (viral > bakteriell)
    • Luftverschmutzung
    • Therapie-Non-Compliance
    • Pneumonie
    • Lungenembolie (immer mitdenken!)

    diagnostisch vor?

    • Klinik + Atemfrequenz
    • BGA (Hyperkapnie? Azidose?)
    • Röntgen-Thorax (Pneumonie ausschließen!)
    • Labor (CRP, ggf. PCT)

    Therapie – was machen Sie sofort?

    • Sauerstoff (Ziel-SpO₂: 88–92 %)
    • Kurz wirksame Bronchodilatatoren (SABA + SAMA)
    • Systemische Glukokortikoide
    • Antibiotika bei purulentem Sputum
    • NIV bei respiratorischer Azidose

    Wann intubieren Sie?

    • Versagen der NIV
    • zunehmende Bewusstseinsstörung
    • schwere Azidose
    • respiratorische Erschöpfung

    Bei COPD nie zu viel Sauerstoff – Ziel ist 88–92 %

    VORHOFFLIMMERN

    Palpitationen und Belastungsdyspnoe vor.
    EKG: absolute Arrhythmiekeine P-Wellenunregelmäßiger Rhythmus, HF 130/min.

    Vorerkrankungen:: Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2

    Welche Ziele haben Sie in der Akuttherapie?

    Die Ziele sind:

    1. Frequenzkontrolle
    2. Thromboembolie-Prophylaxe
    3. ggf. Rhythmuskontrolle

    Frequenz?

    • Betablocker (z. B. Metoprolol)
    • alternativ Verapamil/Diltiazem
    • Digoxin bei Herzinsuffizienz

    ➡️ Ziel: HF < 110/min (lenient).

    kardiovertieren Sie?

    • bei hämodynamischer Instabilität → sofort elektrisch
    • bei stabilem Patienten:
      • Dauer < 48 h → Kardioversion möglich
      • > 48 h / unklar → erst Antikoagulation oder TEE

    Antikoagulation?

    Mit dem CHA₂DS₂-VASc-Score:

    C Herzinsuffizienz, H Hypertonie, A₂ Alter ≥ 75, D Diabetes, S₂ Schlaganfall, V Gefäßerkrankung, A Alter 65–74, Sc weibliches Geschlecht

    ➡️ ≥ 2 Punkte → Antikoagulation!

    Welche Antikoagulation bevorzugen Sie?

    DOAKs sind Mittel der Wahl,
    Vitamin-K-Antagonisten bei:

    • mechanischer Klappe
    • schwerer Mitralstenose

    Vorhofflimmern = Frequenz kontrollieren + Schlaganfall verhindern.“

    DIABETES-ENTGLEISUNG

    Diabetes mellitus Typ 2 wird wegen Polydipsie, Polyurie, Schwäche und Übelkeit  
    BZ bei Aufnahme: 420 mg/dl.
    Der Patient wirkt dehydriert.

    Welche Formen der Diabetes-Entgleisung kennen Sie? (Klassiker!)

    1. Diabetische Ketoazidose (DKA)
    2. Hyperosmolares hyperglykämisches Syndrom (HHS)
    3. Hypoglykämie

    Wie unterscheiden Sie DKA und HHS?

    • DKA:
      • meist Typ-1
      • Ketone + Azidose
      • BZ moderat erhöht
    • HHS:
      • meist Typ-2
      • keine Ketose
      • extrem hoher BZ, starke Dehydratation

    Welche Diagnostik führen Sie durch?

    • BZ-Verlauf
    • BGA (pH, HCO₃⁻)
    • Ketonkörper (Blut/Urin)
    • Elektrolyte (v. a. Kalium!)
    • Ursachensuche (Infekt!)

    Was machen Sie therapeutisch sofort? (sehr wichtig!)

    1. Volumentherapie i.v.
    2. Insulin i.v. (nach Kaliumkontrolle!)
    3. Kalium-Substitution bei Bedarf
    4. Behandlung der Ursache (z. B. Infekt)

    👉 Volumen kommt vor Insulin!

    Warum ist Kalium so wichtig?

    Insulin senkt das Serum-Kalium,
    daher kann eine Hypokaliämie lebensbedrohlich werden.

    „Bei Diabetes-Entgleisung: erst Volumen, dann Insulin –
    Kalium nie vergessen.“

    ELEKTROLYTSTÖRUNG

     Verwirrtheit und Gangunsicherheit  
    Labor:

    • Na⁺ 118 mmol/l
    • K⁺ 5,9 mmol/l
      Medikation: Thiazid, ACE-Hemmer.

    Leitsymptom / Hauptproblem?

    Wie gehen Sie prinzipiell bei Elektrolytstörungen vor?

    Ich beurteile:

    1. Schweregrad
    2. Symptomatik
    3. Akut vs. chronisch
    4. Ursache / Medikamente

    🧂 HYPO­NATRIÄMIE

    Was sind häufige Ursachen?

    • Diuretika (v. a. Thiazide)
    • SIADH
    • Herz-/Leber-/Niereninsuffizienz
    • Polydipsie

    Wann ist die Hyponatriämie ein Notfall?

    Bei neurologischen Symptomen:

    • Verwirrtheit
    • Krampfanfälle
    • Bewusstseinsstörung

    ➡️ → intensivpflichtig

    Therapie – was machen Sie?

    • Ursache beheben (Diuretika stoppen)
    • Flüssigkeitsrestriktion
    • bei schweren Symptomen: < 120 mmol/l
      • 3 % NaCl langsam!

    ⚠️ Korrektur max. 8–10 mmol/l / 24 h
    (Osmotische Demyelinisierung!)

     HYPERKALIÄMIE 

    Warum ist Hyperkaliämie gefährlich?

    Wegen des Risikos lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen.

    Wie behandeln Sie akut? (SEHR wichtig!)

    1. Calcium i.v. (Membranstabilisierung)
    2. Insulin + Glukose
    3. β₂-Sympathomimetika
    4. ggf. Dialyse

    👉 Calcium kommt zuerst!

    „Hyponatriämie langsam korrigieren –
    Hyperkaliämie sofort behandeln.“

    GASTROINTESTINALE BLUTUNG

    Ein 68-jähriger Mann stellt sich mit Meläna und Schwindel vor.
    Er nimmt ASS und Marcumar

    Bei Aufnahme: RR 95/60 mmHg HF 110/min Hb 7,8 g/dl

    Wie unterscheiden Sie obere und untere GI-Blutung?

    • Obere GI-Blutung:
      • Meläna, Hämatemesis
    • Untere GI-Blutung:
      • Hämatochezie, hellrotes Blut

    👉 Merksatz: Schwarz = oben.

    Was sind häufige Ursachen einer oberen GI-Blutung?

    • Ulkus ventriculi / duodeniÖsophagusvarizen Erosive Gastritis, Mallory-Weiss-Läsion

    Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    • Klinische Einschätzung (Kreislauf!)
    • Labor: Hb-Verlauf, Gerinnung
    • Zwei großlumige i.v.-Zugänge
    • ÖGD (dringlich!)

    ➡️ Bei V. a. untere GI-Blutung: Koloskopie

    Was machen Sie therapeutisch sofort? (SEHR wichtig!)

    • Volumengabe
    • EKs bei Bedarf
    • PPI i.v.
    • Gerinnung korrigieren
    • Monitoring

    ➡️ Bei Varizen: Terlipressin + Antibiotika

    Wann ist Intensivstation erforderlich?

    • Hämodynamische Instabilität, Hb-Abfall trotz Therapie, massive Blutung, relevante Komorbiditäten

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Bei GI-Blutung zuerst stabilisieren, dann endoskopieren.“

    LEUKOZYTOSE / LEUKOPENIE

    Ein 67-jähriger Mann wird wegen Abgeschlagenheit und subfebriler Temperaturen vorgestellt.
    Labor:

    Leukozyten 22.000/µl Hb 11,2 g/dl Thrombozyten 140.000/µl

    Wie gehen Sie strukturiert an eine Leukozytose heran? (Klassiker!)

    Zunächst unterscheide ich zwischen:

    1. Reaktiv (Infekt, Stress, Steroide)
    2. Maligne (Leukämien, MPN)

    👉 Diese Zweiteilung WILL der Prüfer hören.

    Welche Ursachen kommen infrage?

    • Infektiös (bakteriell)
    • Entzündlich
    • Medikamentös (Glukokortikoide)
    • Hämatologisch maligne (akute/chronische Leukämie)

    Welche Diagnostik führen Sie durch?

    • Differenzialblutbild
    • Blutausstrich
    • CRP / PCT
    • Verlaufskontrollen

    ➡️ Bei V. a. Malignität:

    • Knochenmarkspunktion
    • Hämatologische Vorstellung

    Welche Warnzeichen sprechen für eine Leukämie?

    • Blasten im peripheren Blut
    • Anämie + Thrombozytopenie
    • B-Symptomatik
    • fehlende Infektzeichen

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Leukozytose ist reaktiv, bis das Gegenteil bewiesen ist –
    Blutausstrich nicht vergessen.“

    THROMBOZYTOPENIE

    Ein 71-jähriger Mann entwickelt 5 Tage nach stationärer Aufnahme einen Abfall der Thrombozyten von 220.000/µl auf 85.000/µl.
    Er erhält niedermolekulares Heparin zur Thromboseprophylaxe.
    Klinisch keine aktive Blutung.

    Wie gehen Sie strukturiert an eine Thrombozytopenie heran?

    Ich unterscheide:

    1. Verminderte Bildung (Knochenmark)
    2. Vermehrter Verbrauch / Zerstörung
    3. Verteilungsstörung (Hypersplenismus)

    Welche Differenzialdiagnosen sind hier besonders wichtig?

    • HIT Typ II
    • ITP
    • Sepsis-assoziierte Thrombozytopenie
    • Medikamentös
    • Knochenmarkserkrankung

    Warum denken Sie hier besonders an eine HIT?

    Wegen:

    • Thrombozytenabfall 5–10 Tage nach Heparingabe
    • Abfall > 50 %
    • aktuelle Heparinexposition

    ➡️ Klassischer HIT-Zeitpunkt!

    Wie gehen Sie bei HIT-Verdacht vor? (SEHR wichtig!)

    1. Heparin sofort absetzen
    2. Alternatives Antikoagulans (z. B. Argatroban)
    3. 4T-Score berechnen
    4. HIT-Antikörper testen

    ⚠️ KEIN Abwarten!

    Wie unterscheidet sich die ITP?

    • Isolierte Thrombozytopenie
    • kein zeitlicher Bezug zu Heparin
    • oft Blutungszeichen
    • Therapie: Glukokortikoide / IVIG

    HÄMOLYSE / KNOCHENMARKSERKRANKUNG

    Ein 66-jähriger Mann wird wegen Anämie, Ikterus und Dunkelfärbung des Urins vorgestellt.
    Labor:

    Hb 8,5 g/dl LDH ↑ Bilirubin indirekt ↑ Haptoglobin ↓ Retikulozyten ↑

    Wie erkennen Sie eine Hämolyse im Labor? (Klassiker!)

    • LDH erhöht
    • Indirektes Bilirubin erhöht
    • Haptoglobin erniedrigt
    • Retikulozyten erhöht

    Wie klassifizieren Sie hämolytische Anämien?

    Ich unterscheide:

    Immunologisch (z. B. AIHA) Mechanisch (z. B. Klappen) Hereditär (z. B. Sphärozytose) Medikamentös / toxisch

    Welche Diagnostik ist jetzt entscheidend?

    • Direkter Coombs-Test
    • Blutausstrich
    • ggf. Knochenmarkspunktion bei unklarer Situation

    Wann denken Sie eher an eine Knochenmarkserkrankung?

    • Panzytopenie
    • niedrige Retikulozyten
    • Blasten im Blut
    • fehlende Hämolysezeichen

    ➡️ → V. a. Leukämie / MDS / Myelom

    Was machen Sie therapeutisch bei autoimmunhämolytischer Anämie?

    Glukokortikoide sind die Erstlinientherapie,
    ggf. Transfusion bei schwerer Symptomatik.

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)LDH hoch + Haptoglobin runter = Hämolyse, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    POLYARTHRITIS

    Eine 55-jährige Frau stellt sich mit schmerzhaften, geschwollenen Gelenken an beiden Händen seit 6 Wochen vor.
    Sie berichtet über Morgensteifigkeit > 1 Stunde.
    Keine Trauma-Anamnese.

    Wie unterscheiden Sie entzündliche von degenerativen Gelenkbeschwerden?
    (SEHR prüfungsrelevant!)

    • Entzündlich: Morgensteifigkeit > 30–60 min, Ruheschmerz, Schwellung, Überwärmung.
    • Degenerativ:Belastungsschmerz, kurze Morgensteifigkeit, keine Entzündungszeichen.

    Welche Differenzialdiagnosen kommen infrage?

    Rheumatoide ArthritisPsoriasisarthritisSLEGicht / PseudogichtVirale Arthritis

    Welche Diagnostik führen Sie durch?

    • Labor: CRP, BSG
    • Rheumafaktor, Anti-CCP
    • ANA
    • Röntgen Hände/Füße
    • ggf. Sonographie / MRT

    Wie therapieren Sie initial?

    • NSAR symptomatisch
    • Glukokortikoide niedrig dosiert (Überbrückung)
    • frühzeitige DMARD-Therapie (z. B. Methotrexat)

    ➡️ Ziel: Remission, nicht nur Schmerzfreiheit

    Warum ist eine frühe Therapie wichtig?

    Um irreversible Gelenkdestruktionen zu verhindern
    („window of opportunity“).

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Morgensteifigkeit über eine Stunde ist entzündlich, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    VASKULITIS-VERDACHT

    Ein 62-jähriger Mann stellt sich mit Allgemeinsymptomen (Fieber, Gewichtsverlust), Myalgien und neu aufgetretener Nierenfunktionsverschlechterung vor.
    Zusätzlich bestehen purpurische Hautveränderungen an den Unterschenkeln.

    Welche Hauptformen der Vaskulitiden kennen Sie? (Klassiker!)

    Vaskulitiden werden nach der Gefäßgröße eingeteilt:

    GroßgefäßvaskulitidenMittelgefäßvaskulitidenKleingefäßvaskulitiden

    Welche Differenzialdiagnosen sind hier wichtig?

    ANCA-assoziierte VaskulitidenIgA-VaskulitisKollagenosen (z. B. SLE)Infektionen (Endokarditis!)Malignome

    👉 Prüfer lieben: „Infektionen immer ausschließen.“

    Welche Diagnostik führen Sie durch?

    • Labor: CRP, BSG
    • ANCA (c-ANCA, p-ANCA)
    • Urinstatus (Erythrozyten, Zylinder!)
    • Nierenwerte
    • ggf. Biopsie (Haut, Niere)

    ➡️ Histologie ist Goldstandard.

    Wie gehen Sie therapeutisch vor?

    • Glukokortikoide hochdosiert
    • bei Organbeteiligung:
      • Immunsuppression (z. B. Cyclophosphamid / Rituximab)
    • enge interdisziplinäre Betreuung

    Wann ist es ein Notfall?

    Bei rascher Organbeteiligung, z. B.:

    • rasch progrediente Glomerulonephritis, Lungenblutung, ZNS-Beteiligung

    ➡️ → sofortige Therapie!

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Systemische Symptome + Organbeteiligung = Vaskulitis, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    B-SYMPTOMATIK

    Ein 60-jähriger Mann stellt sich wegen ungewolltem Gewichtsverlust (8 kg in 3 Monaten)Nachtschweiß und subfebriler Temperaturen vor.
    Keine Schmerzen, kein Infektfokus.

    Was ist Ihr Leitsymptom / Ihre Verdachtsdiagnose?

    Es liegt eine B-Symptomatik vor, hochverdächtig auf eine maligne Erkrankung, insbesondere ein Lymphom.

    Was gehört zur B-Symptomatik? (Klassiker!)

    • Fieber > 38 °C
    • Nachtschweiß
    • Gewichtsverlust > 10 % in 6 Monaten

    👉 Diese Dreierkombination MUSS sitzen.

    Welche Differenzialdiagnosen kommen infrage?

    • Malignome (Lymphom, solide Tumoren)
    • Chronische Infektionen (TBC, HIV, Endokarditis)
    • Autoimmunerkrankungen

    👉 Prüfersatz: „Infektion immer mit ausschließen.“

    Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    • Klinische Untersuchung (Lymphknoten!)
    • Labor: BB, CRP, LDH
    • CT Thorax/Abdomen
    • Biopsie auffälliger Lymphknoten

    ➡️ Ohne Histologie keine Diagnose.

    Welche Laborveränderung ist typisch bei Lymphomen?

    Eine erhöhte LDH als Zeichen hoher Tumoraktivität.

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „B-Symptomatik ist Lymphom, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    GEWICHTSVERLUST + ANÄMIE

    Eine 70-jährige Frau stellt sich wegen ungewolltem GewichtsverlustMüdigkeit und Leistungsabfall vor.
    Labor:

    • Hb 9,2 g/dl
    • MCV mikrozytär
    • Ferritin erniedrigt

    Leitsymptom / Verdachtsdiagnose?

    Es besteht eine mikrozytäre Anämie bei Gewichtsverlust, hochverdächtig auf eine maligne Erkrankung, insbesondere einen GI-Tumor.

    Was ist die wichtigste Differenzialdiagnose? (Klassiker!)

    Kolonkarzinom, bis das Gegenteil bewiesen ist.

    Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    • Labor: Eisenstatus
    • Stuhltest auf okkultes Blut (nicht ausreichend allein!)
    • Koloskopie
    • ggf. Gastroskopie
    • CT Abdomen zum Staging

    ➡️ Eisenmangel beim älteren Patienten = Tumorsuche!

    Welche weiteren Differenzialdiagnosen gibt es?

    • Andere GI-Tumoren
    • Gynäkologische Tumoren
    • Malabsorption
    • Chronische Entzündung

    Wann transfundieren Sie?

    Bei:

    • Hb < 7 g/dl
    • oder Symptomatik / kardialer Vorerkrankung

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Eisenmangel + Gewichtsverlust beim älteren Patienten ist Kolonkarzinom, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    TUMOR UNKLARER PRIMARIUS (CUP)

    Ein 65-jähriger Mann wird wegen multipler Leberläsionen im CT vorgestellt.
    Der Primärtumor ist unklar.
    Der Patient berichtet über Gewichtsverlust und Müdigkeit, keine spezifischen Symptome.

    Was ist Ihre Verdachtsdiagnose?

    Es handelt sich um ein CUP-Syndrom (Cancer of Unknown Primary).

    Was bedeutet CUP? (Definition, sehr beliebt)

    CUP bezeichnet Metastasen, bei denen trotz adäquater Diagnostik kein Primärtumor identifiziert werden kann.

    Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    1. Anamnese & klinische Untersuchung
    2. Basislabor (BB, Leberwerte, LDH)
    3. CT Thorax / Abdomen / Becken
    4. Biopsie einer Metastase
    5. Histologie + Immunhistochemie

    ➡️ Histologie ist entscheidend.

    Welche Primärtumoren sind häufig bei CUP?

    • LungeGI-TraktPankreasProstataBrust

    Welche Rolle spielt das Tumorboard?

    Die Therapieentscheidung erfolgt interdisziplinär im Tumorboard, abhängig von:

    • Histologie
    • Metastasierung
    • Allgemeinzustand des Patienten

    Ist die Prognose gut oder schlecht?

    Die Prognose ist meist ungünstig, abhängig von Metastasenmuster und Differenzierung.

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    CUP heißt: Metastase zuerst sichern –Histologie vor Therapie.“

  • Anamese



    AKS / Thoraxschmerz


    Patientin mit seit … Stunden/Tagen bestehenden retrosternalen, drückenden/einengenden Thoraxschmerzen mit/ohne Ausstrahlung in Arm, Kiefer oder Rücken, NRS …/10; belastungs-/ruheabhängig.

    Begleitsymptome wie Dyspnoe, Übelkeit, Schwindel, Kaltschweißigkeit und Synkope.

    KHK-Risikofaktoren: arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Nikotinkonsum, positive Familienanamnese.



    Dyspnoe


    Patientin mit seit … Stunden/Tagen bestehender akuter/progredienter Dyspnoe, zunächst unter Belastung, aktuell auch in Ruhe/nur unter Belastung.

    Husten trocken/produktiv bzw. kein Husten, Fieber, Thoraxschmerzen und Schwindel wurden verneint.

    relevante Vorerkrankungen wie Herzinsuffizienz, COPD, Asthma bronchiale oder stattgehabte LE sind bekannt/nicht bekannt.



    Synkope


    Patientin nach plötzlichem Bewusstseinsverlust im Stehen/Sitzen/Liegen bzw. unter Belastung, Dauer Sekunden/… Minuten, mit/ohne Prodromi wie Schwindel oder Schwarzwerden vor Augen.

    rasche Erholung besteht,

    Thoraxschmerzen, Palpitationen, Sturz und Dyspnoe bestehen/wurden verneint.

    Krampfzeichen, Zungenbiss, postiktale Verwirrtheitund fokale neurologische Defizite wurden verneint.



    Schwindel

    Patientin mit seit … Stunden/Tagen bestehendem Dreh-/Schwankschwindel, ausgelöst durch Lagewechsel/Aufstehen/Bewegung.

    zusätzlich bestehen Übelkeit und Erbrechen.

    Hörminderung, Tinnitus, Kopfschmerzen und Bewusstseinsverlust wurden verneint.


    Fieber allgemein


    Patientin mit seit … Tagen bestehendem Fieber bis … °C und Abgeschlagenheit.

    Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Dyspnoe, Dysurie und Bauchschmerzen wurden verneint.

    Auslandsreise, Kontakt zu Erkrankten und kürzliche Antibiotikaeinnahme wurden verneint.



    Pneumonie


    Patientin mit seit … Tagen bestehendem Fieber bis … °C.

    außerdem bestehen Schüttelfrost, produktiver Husten mit …-farbigem Sputum, Belastungsdyspnoe und atemabhängige Thoraxschmerzen, Hämoptysen wurden verneint.

    relevante Vorerkrankungen: COPD, Diabetes mellitus, keine.



    HWI


    Patientin mit seit … Tagen bestehender Dysurie, Pollakisurie und imperativem Harndrang.

    suprapubische Schmerzen, Fieber und Flankenschmerzen bestehen

    wurden verneint.

    trüber Urin, Makrohämaturie wurde verneint.

    rezidivierende Harnwegsinfekte und Katheterversorgung sind bekannt

    nicht bekannt.



    Nephrolithiasis


    Patient(in) mit akut einsetzenden, starken kolikartigen Flankenschmerzen rechts/links seit (… h), Ausstrahlung in (Leiste/Genital ja/nein), NRS (…/10), (Übelkeit/Erbrechen ja/nein), Makrohämaturie (ja/nein), Fieber (ja/nein).



    Akuter Bauchschmerz


    Patientin aufgrund seit … Stunden/Tagen bestehenden Bauchschmerzen im rechten/ linken Oberbauch/Unterbauch, epigastrisch oder diffus.

    Schmerzcharakter dumpf/stechend/kolikartig, NRS …/10.

    Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Obstipation, Blut im Stuhl, Fieber und Dysurie besteht

    wurden verneint.

    keine Abdomen-OP in letzter Zeit.



    Erbrechen


    Patientin mit seit … Stunden/Tagen bestehendem, mehrfachen Erbrechen von Nahrungsresten/gallig/kaffeesatzartig/ohne Blut.

    Übelkeit/Bauchschmerzen/Fieber bestehen bzw. wurden verneint.

    Stuhl und Miktion sind unauffällig.



    Diarrhö




    Patientin aufgrund seit … Tagen bestehender wässriger Diarrhö, …×/Tag.

    Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen bestehen.

    Fieber und Blut im Stuhl wurden verneint.

    Antibiotikaeinnahme, Auslandsreise und Kontakt zu Erkrankten wurden verneint.



    Exsikkose


    Patientin aufgrund seit … Tagen bestehender verminderter Trinkmenge und Nahrungsaufnahme.

    Schwäche und Verwirrtheit bestehen.

    Diarrhö und Erbrechen wurden verneint.

    Sturz wurde verneint.

    Infektzeichen wie z. B. Fieber, Husten, Dyspnoe und Dysurie wurden verneint.

    Diurese ist vorhanden.

    letzte Miktion: …

    Lebt im Pflegeheim; Pflegegrad: …; der Pflegedienst kommt zweimal täglich.



    GI‑Blutung


    Patientin aufgrund von Hämatemesis/kaffeesatzartigem Erbrechen/Meläna/Hämatochezie seit … Stunden/Tagen.

    der Stuhl ist schwarz-teerig/blutig/unauffällig.

    Schwindel und Schwäche bestehen.

    Palpitationen und Synkope wurden verneint.

    Bauchschmerzen und Übelkeit wurden verneint.

    NSAR-Einnahme, Antikoagulation, ASS-/Clopidogrel-Einnahme, Lebererkrankung und Alkoholkonsum bestehen/bestehen nicht.



    Diabetische Entgleisung


    Bekannter DM Typ (1/2) mit seit (… h/Tag) erhöhten BZ‑Werten um (… mg/dl); Polyurie/Polydipsie/Übelkeit/Erbrechen/Abgeschlagenheit/Bewusstseinsstörung (ja/nein); Therapieadhärenz (gut/schlecht/nicht), Infekt/Diätfehler (ja/nein).



    Hypertensive Entgleisung


    Patientin aufgrund -Werten bis …/… mmHg seit … h/Tag bei bekannter Hypertonie.

    Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen und Unruhe bestehen.

    Thoraxschmerzen, Dyspnoe und neurologische Ausfälle wurden verneint.

    Antihypertensiva werden regelmäßig/unregelmäßig/nicht eingenommen.



    TVT

    Patientin mit seit … Tagen bestehender Schwellung und Schmerzen des linken/rechten Beins.

    Spannungsgefühl v. a. in der Wade/im Oberschenkel, Belastungsschmerzen ± Ruheschmerzen.

    Risikofaktoren wie OP, Immobilisation, Tumorerkrankung, frühere TVT, LE sowie Einnahme der Pille wurden verneint.



    Anämie


    Patientin aufgrund seit … Wochen/Monaten bestehender Müdigkeit und Leistungsminderung.

    Belastungsdyspnoe, Schwindel, Palpitationen bestehen.

    Blutungszeichen, Meläna, Hämatochezie, Hämatemesis, starke Menstruation, B Symptomen wurden verneint.



    Leukozytose / erhöhte Entzündungswerte


    Patient(in) mit vom HA nachgewiesener Leukozytose/CRP‑Erhöhung, aktuell (asymptomatisch/mit Fieber/Abgeschlagenheit/Infektzeichen). Husten/Dyspnoe/Dysurie/andere Infektzeichen (ja/nein); Nachtschweiß/Gewichtsverlust (ja/nein); Kortison/AB‑Therapie (ja/nein).



    Thrombozytopenie


    Patient(in) mit Thrombozytopenie, (ohne/mit) Blutungsneigung (Hämatome/Petechien/Nasen- oder Zahnfleischbluten), Meläna/Hämatochezie/Hämaturie (ja/nein); Heparin/ASS/Antikoagulanzien/andere suspekte Medikation (ja/nein).



    Erhöhte Nierenwerte


    Patient(in) mit erhöhtem Kreatinin/Harnstoff, Beschwerden (keine/Abgeschlagenheit/Ödeme/Dyspnoe/Oligurie); Trinkmenge (↓/↑/normal), Erbrechen/Diarrhö (ja/nein); Dysurie/Hämaturie (ja/nein); NSAR/ACE‑Hemmer/Diuretika (ja/nein); bekannte CKD/DM/HTN (ja/nein).



    Kaliumstörung


    Patient(in) mit (Hyper-/Hypo‑)kaliämie, Symptome (keine/Muskelschwäche/Müdigkeit/Palpitationen/Schwindel/Synkope); Medikation (ACE‑Hemmer/Diuretika/K‑Präparate/sonstige ja/nein); Erbrechen/Diarrhö/Niereninsuffizienz (ja/nein).



    Natriumstörung


    Patient(in) mit (Hypo-/Hyper‑)natriämie, Symptome (keine/Verwirrtheit/Schwindel/Müdigkeit/Übelkeit/Erbrechen/Krampfanfälle); Trinkmenge (↓/↑/normal), Diarrhö/Erbrechen (ja/nein); Diuretika/Antidepressiva (ja/nein); Herz‑/Nieren‑/Leberinsuffizienz (ja/nein).



    Tachykardie / Palpitationen


    Patient(in) mit seit (… Min/h/Tag) (anfallsartigen/konstanten) Palpitationen/Herzrasen, Beginn/Ende (plötzlich/allmählich); Schwindel/Dyspnoe/Thoraxschmerz/Synkope (ja/nein); bekannte Rhythmusstörung/Schilddrüsenerkrankung (ja/nein); Medikation (Betablocker/SD‑Medikamente/Antiarrhythmika ja/nein).



    Bewusstseinsstörung


    Patient(in) mit seit (… Min/h) bestehender Bewusstseinsstörung, Zuweisung durch (RD/Angehörige/Pflegeheim); Bewusstseinslage (somnolent/soporös/komatös/verwirrt). Fieber/Kopfschmerz/Krampf/fokale Defizite/Trauma/Alkohol/Medikamente (ja/nein); DM/neurologische Vorerkr. (Epilepsie/Stroke) (ja/nein).



    Struma


    Patient(in) mit seit (… Wochen/Monaten) Hals‑Schwellung, (zunehmend/konstant), (schmerzlos/schmerzhaft); Kompressionszeichen (Druckgefühl/Schluckbeschwerden/Dyspnoe/Heiserkeit ja/nein); Hyper‑Symptome (Gewichtsverlust/Palpitationen/Schwitzen/Nervosität ja/nein), Hypo‑Symptome (Müdigkeit/Gewichtszunahme/Kälteintoleranz ja/nein); bekannte Schilddrüsenerkrankung/Medikation (ja/nein).




    KU


    Reduzierte Allgemeinzustand und gutem Ernährungszustand. wach, orientiert und ansprechbar, kreislaufstabil, keine Ruhedyspnoe.
    Haut: warm, trocken/feucht, normaler Hautturgor, keine Hämatome oder Dekubitalulzera.

    Haut: keine sichtbaren Hämatome oder Dekubitalulzera; Rücken/Sakralbereich aufgrund eingeschränkter Mobilisierbarkeit nicht vollständig beurteilbar.

    Herz: rhythmisch, reine Herztöne, keine pathologischen Herzgeräusche.
    Lunge: vesikuläres Atemgeräusch bds., keine Rasselgeräusche, keine Ruhedyspnoe.
    Abdomen: weich, nicht druckschmerzhaft, keine Abwehrspannung, regelrechte Darmgeräusche.
    Extremitäten: keine Ödeme, periphere Pulse tastbar, keine TVT-Zeichen.
    Neurologisch: wach und orientiert, keine fokal-neurologischen Defizite.

    1. Patient unkooperativ

    Haut: keine sichtbaren Hämatome oder Dekubitalulzera; Rücken/Sakralbereich aufgrund fehlender Kooperation nicht beurteilbar.

    2. Patient kreislaufinstabil

    Haut: Untersuchung aufgrund der Kreislaufinstabilität nur eingeschränkt durchführbar; Rücken/Sakralbereich nicht vollständig beurteilbar.

    3. Patient nicht mobilisierbar

    Haut: keine sichtbaren Hämatome oder Dekubitalulzera; Rücken/Sakralbereich aufgrund fehlender Mobilisierbarkeit bei Adipositas nicht beurteilbar.

    4. Bewusstseinsgetrübt

    Haut: Untersuchung aufgrund eingeschränkter Vigilanz nur eingeschränkt möglich; Rücken/Sakralbereich nicht vollständig beurteilbar.

    Sono

    Abdomensonographie: Leber normal groß, homogenes Echomuster, keine fokalen Läsionen. Gallenblase unauffällig, keine Konkremente, keine Wandverdickung; intra- und extrahepatische Gallenwege nicht erweitert. Pankreas soweit einsehbar unauffällig. Milz nicht vergrößert. Nieren beidseits regelrecht groß und ohne Harnstau. Harnblase unauffällig. Aorta abdominalis nicht erweitert. Kein freier Flüssigkeitsnachweis im Abdomen.

  • ❤️ ENDOKARDITIS

    Definition

    Entzündung der Herzinnenhaut inkl. Herzklappen, meist durch Bakterien → Vegetationen → Embolien + Klappendestruktion.

    Formen

    🔴 Infektiöse Endokarditis (IE) – wichtigste Form

    • Akut: hoch virulent (z. B. S. aureus), fulminant
    • Subakut: weniger virulent (z. b. S. viridans)

    🟡 Nicht-infektiöse Endokarditis

    • Libman-Sacks (SLE)
    • Marantische Endokarditis (Tumor/Kachexie)

    Erreger (sehr prüfungsrelevant)

    Akut

    • Staphylococcus aureus (häufigste Ursache insgesamt!)
    • β-hämolysierende Streptokokken

    Subakut

    • Streptococcus viridans (nach Zahnbehandlungen!)
    • Enterokokken (GI/Urogenital)

    Prothesenklappenendokarditis

    • Früh: Staph. epidermidis
    • Spät: wie native Klappe

    IV-Drogenkonsum

    • Rechtsherzendokarditis
    • S. aureus
    • Trikuspidal-Klappe

    Risikofaktoren

    • Klappenfehler
    • Klappenprothesen
    • Vorangegangene Endokarditis
    • IVDU (Drogen)
    • Immunsuppression
    • invasive Zahn-/GI-/Urogenital-Eingriffe

    Symptome

    • Fieber
    • Schweiß, Abgeschlagenheit
    • Herzgeräusche neu
    • Embolien: Schlaganfall, Milzinfarkt, Lungenembolien (bei Rechtsherz-IE)

    Spezifische klinische Zeichen (Prüfungsliebling!)

    • Osler-Knötchen (schmerzhaft, Immunkomplexe)
    • Janeway-Läsionen (nicht schmerzhaft, embolisch)
    • Splinter-Hämorrhagien (Nagelfalz)
    • Roth-Flecken (Augenhintergrund)
    • Petechien

    Diagnostik (Duke-Kriterien!!!!)

    ⭐ Majorkriterien

    1. Positive Blutkulturen (typische Erreger, ≥ 2 Kulturen)
    2. Echo-Nachweis: Vegetation, Abszess, neue Klappendissektion

    ⭐ Minorkriterien

    • Fieber
    • Herzkrankheit/IVDU
    • Gefäßphänomene (Embolien, Janeway)
    • Immunphänomene (Osler, GN)
    • Positive BC nicht typisch

    Diagnose:

    • Definitiv: 2 Major ODER 1 Major + 3 Minor ODER 5 Minor

    Echokardiographie

    • TTE zuerst
    • TEE (Goldstandard bei Prothesen!!)

    Labor

    • Leukozytose
    • CRP ↑
    • Anämie
    • BSG ↑

    Therapie (SUPER WICHTIG!)

    🔵 Grundprinzipien

    • Sofort 3x Blutkulturen ABNEHMEN
    • Danach kalkulierte i.v. Antibiose
    • Später gezielte Therapie nach Erreger

    🔴 Beispiele kalkulierte Therapie

    Native Klappe:

    • Ampicillin + Flucloxacillin + Gentamicin
      ODER
    • Ampicillin/Sulbactam + Gentamicin

    Prothesenklappe:

    • Vancomycin + Gentamicin + Rifampicin

    🔵 Dauer:

    4–6 Wochen i.v.

    OP-Indikationen (Merkwort: „FAIL“)

    F – Failure: Herzinsuffizienz durch Klappendestruktion
    A – Abszess
    I – Insuffiziente Erregerkontrolle (persistierende Sepsis > 7 Tage)
    L – Large Vegetations (> 10 mm + Embolien)

    Komplikationen

    • Herzinsuffizienz (häufigste Todesursache)
    • Embolien (z. B. Schlaganfall)
    • Sepsis
    • Klappenzerstörung → akute Regurgitation
    • AV-Block bei Aortenklappenabszess

    Prophylaxe (für Kenntnisprüfung wichtig!)

    Nur bei Hochrisiko-Patienten vor Zahn-Eingriffen:

    • Klappenprothese
    • Vorangegangene Endokarditis
    • Angeborene zyanotische Herzfehler

    Mittel:

    • Amoxicillin 2 g p.o. 30–60 min vor Eingriff

    🧠 Kurz-Merkregeln

    ⭐ S. aureus = häufigster Erreger

    ⭐ Viridans = nach Zahnbehandlung

    ⭐ IVDU → Trikuspidalklappe

    ⭐ Duke-Kriterien = Diagnostisches Zentrum

    ⭐ OP bei FAIL

    ⭐ Bei Fieber + neuer Klappeninsuffizienz → IMMER an Endokarditis denken!

  • ❤️ KARDIOMYOPATHIEN 

    Definition:
    Erkrankungen des Herzmuskels → Struktur- und Funktionsstörung → Arrhythmien + Herzinsuffizienz.

    🔵 1. DILATATIVE KARDIOMYOPATHIE (DCM)

    (Häufigste Form!)

    Ursachen (einfach merken: „IPA-Tox“)

    • Infektionen (viral: Coxsackie, Adeno)
    • Postpartal
    • Autoimmun
    • Toxisch: Alkohol, Chemotherapie (Anthrazykline), Drogen
    • Genetisch (30–50%)

    Patho:

    Herz dilatieren, Pumpfunktion ↓ → HFrEF

    Symptome:

    Dyspnoe, Müdigkeit, Ödeme, Rhythmusstörungen.

    Diagnostik:

    Echo: dilatierte Kammern, EF ↓
    MRT: Fibrose
    EKG: unspezifisch, LBBB möglich

    Therapie:

    → Wie HFrEF: ACE-Hemmer, Betablocker, MRA, SGLT2-Hemmer
    → ICD bei EF < 35%
    → Alkoholstopp!

    🔴 2. HYPERTROPHE KARDIOMYOPATHIE (HCM)

    (Genetisch! Autosomal dominant)
    Zwei Formen:

    • HOCM: Obstruktiv (sehr prüfungsrelevant!)
    • HCM: Nicht-obstruktiv

    Patho:

    Septum hypertrophiert → Ausflusstrakt behindert → dynamischer LVOT-Stenose.

    Symptome:

    Belastungsdyspnoe, Schwindel, Synkopen, Palpitationen, plötzlicher Herztod (v. a. junge Sportler!)

    Status:

    Systolisches Geräusch, lauter bei Valsalva/Stehen, leiser bei Hocken (prüfungsrelevant!)

    Diagnostik:

    Echo: asymmetrische Septumhypertrophie
    EKG: LVH

    Therapie:

    • Betablocker (1. Wahl!)
    • Verapamil
    • Keine Nitro/Diuretika (verringern Preload → Verschlechterung!)
    • Bei HOCM: Septumablations-OP / Myektomie
    • ICD bei hohem Risiko

    🟢 3. RESTRIKTIVE KARDIOMYOPATHIE (RCM)

    Selten, aber prüfungsrelevant für Differenzialdiagnose

    Ursachen (Merkspruch „AAS“)

    • Amyloidose (häufigste!)
    • Autoinflammatorisch (Sarkoidose)
    • Sklerose (Endomyokardfibrose)

    Patho:

    Ventrikel steif → Füllungsstörung → HFpEF

    Symptome:

    Stauungszeichen (Rechts → Beine, Bauch)

    Diagnostik:

    Echo: diastolische Dysfunktion
    MRT: Amyloid-Muster (globales LGE)
    Labor: NT-proBNP ↑

    Therapie:

    Grunderkrankung behandeln, Diuretika, bei Amyloid: Tafamidis/ Chemotherapie je nach Typ.

    🟣 4. ARYTHMOGENE RECHTSVENTRIKULÄRE KARDIOMYOPATHIE (ARVC)

    (Genetisch, Desmosomen-Defekte)

    Patho:

    Fett-/Bindegewebe ersetzt Myokard v. a. im RV → Arrhythmien.

    Symptome:

    Palpitationen, Synkopen, ventrikuläre Tachykardien, plötzlicher Herztod.

    Diagnostik:

    EKG: Epsilon-Wellen (prüfungsrelevant!)
    MRT: fibrofettige Infiltration
    Genetik

    Therapie:

    Betablocker, Antiarrhythmika, ICD!

    🟡 5. TAKOTSUBO-KARDIOMYOPATHIE (Stress-Kardiomyopathie)

    („Broken-Heart-Syndrom“)

    Ursache:

    Stress → Katecholaminüberschuss

    Patho:

    Linksventrikel-Apex „Ballooning“ (Tintenfischfalle)

    EKG/Labor:

    Wie STEMI: ST-Hebung, Troponin ↑, aber Koronarien normal.

    Therapie:

    Betablocker, ACE-Hemmer, Erholung → reversibel in Wochen.

    🧠 Top Prüfungs-Merksätze

     DCM → dilatierte Kammer + HFrEF

     HOCM → Betablocker + Valsalva lauter

     RCM → steif, HFpEF, Amyloidose

     ARVC → Epsilon-Wellen + ICD

     Takotsubo → STEMI ohne Stenose

  • PERIKARDITIS und MYOKARDITIS

    1. Definition

    Entzündung des Herzbeutels (Perikard) → Reibung, Schmerzen, evtl. Erguss.

    2. Ursachen (Top 5)

    1. Viral: Coxsackie, Adeno, Influenza (häufigste!)
    2. Bakteriell: Pneumokokken, Staphylokokken (selten, aber schwer!)
    3. Autoimmun: SLE, RA
    4. Post-Myokardinfarkt = Dressler-Syndrom
    5. UrämieTumorenMedikamente

    3. Symptome

    • Stechender, atemabhängiger Schmerz
    • Besser im Sitzen/Beugen nach vorne (sehr prüfungsrelevant!)
    • Fieber
    • Dyspnoe (bei großem Erguss)

    4. Befunde

    • Perikardreiben („Lederrub“, 3-phasig)
    • EKG:
      • ST-Hebungen konkav (diffus, überall!)
      • PR-Senkung
    • Echo: Erguss? Tamponade?

    5. Komplikation: Herzbeuteltamponade (SEHR WICHTIG!)

    Beck-Trias:

    1. Hypotonie
    2. Halsvenenstau
    3. Leise Herztöne
    • Pulsus paradoxus
      ➡️ Sofort Perikardpunktion!

    6. Therapie

    • NSAR (Ibuprofen)
    • Colchicin (senkt Rezidive!)
    • Bei Autoimmun: Steroid
    • Kein Sport bis Beschwerdefreiheit
    • Bei bakteriell: Antibiose + evtl. Drainage

    ❤️‍🔥 MYOKARDITIS – Schnell, einfach, prüfungsrelevant

    1. Definition

    Entzündung des Herzmuskels → systolische Dysfunktion → Arrhythmien.

    2. Ursachen (Top 4)

    1. Viren: Coxsackie B, Adeno, Parvo B19 (häufigste!)
    2. Bakteriell: Borrelien, Diphtherie
    3. Autoimmun: SLE, Sarkoidose
    4. Toxisch: Alkohol, Chemotherapie

    3. Symptome

    • Beginn oft wie grippaler Infekt
    • Danach:
      • Müdigkeit, Leistungsknick
      • Thoraxschmerzen
      • Palpitationen
      • Dyspnoe
      • Synkopen bei Rhythmusstörungen

    4. Diagnostik (Merksatz: „Labor–EKG–Echo–MRT“)

    Labor

    • ↑ Troponin (wichtig!)
    • ↑ CK/CK-MB
    • ↑ CRP/Leukozyten

    EKG

    • Unspezifisch: ST-Hebungen, ST-Senkungen, Rhythmusstörungen

    Echo

    • Wandbewegungsstörungen
    • ↓ EF möglich

    Kardio-MRT (Goldstandard!)

    • Late Gadolinium Enhancement → typisches Muster

    5. Komplikationen

    • Herzinsuffizienz
    • Kammerarrhythmien → plötzlicher Herztod
    • Dilatative Kardiomyopathie
    • AV-Block

    6. Therapie

    • Strikte körperliche Schonung (mind. 3–6 Monate!!)
    • ACE-HemmerBetablockerDiuretika, falls HI
    • Keine NSAR (verschlechtern Verläufe!)
    • Bei Autoimmun: Steroid
    • Bei Infektion: spezifische Therapie (z. B. Borreliose)

    ❤️ PERIMYOKARDITIS – Prüfungsfavorit!

    Perikarditis + Myokarditis zusammen

    Kennzeichen

    • Thoraxschmerz wie Perikarditis
    • Troponin erhöht (zeigt Myokardschaden)
    • EKG: diffuse ST-Hebungen + Troponinanstieg
    • Echo: leichte Wandbewegungsstörung möglich

    Therapie

    • NSAR + Colchicin (Perikarditisanteil)
    • Bei stärkerer Myokardbeteiligung → Schonung + HI-Therapie

    🧠 Kurz-Merkregeln (für Prüfung perfekt!)

    Perikarditis = Schmerz + Reibegeräusch + ST konkav

    Myokarditis = Infekt + Troponin ↑ + Arrhythmien

    Perimyokarditis = Perikarditis + Troponin ↑

  • HERZINSUFFIZIENZ 

    1. Definition (3 Punkte)

    1. Unfähigkeit des Herzens, genügend Blut zu pumpen
    2. → Minderdurchblutung der Organe
    3. → Stauung vor dem Herzen (Lunge/Beine)

    2. Einteilung (prüfungswichtig!)

    🔵 A – nach Auswurffraktion

    • HFrEF (< 40%) → systolisch
    • HFmrEF (40–49%)
    • HFpEF (≥ 50%) → diastolisch

    🔵 B – nach Verlauf

    • Akut (Lungenödem, kardiogener Schock)
    • Chronisch

    🔵 C – NYHA-Klassifikation

    • I: Keine Symptome
    • II: Symptome bei stärkerer Belastung
    • III: Symptome bei leichter Belastung
    • IV: Symptome in Ruhe

    3. Ursachen (TOP 4)

    1. KHK (Infarkt → Pumpversagen)
    2. Hypertonie
    3. Klappenvitien
    4. Kardiomyopathien (dilatiert, hypertroph, toxisch/Alkohol)

    4. Symptome

    🔴 Linksherzinsuffizienz

    • Dyspnoe
    • Belastungsintoleranz
    • Orthopnoe
    • Lungenstau: feuchte Rasselgeräusche

    🔵 Rechtsherzinsuffizienz

    • Beinödeme
    • Halsvenenstau
    • Hepatomegalie
    • Aszites

    5. Diagnostik (Merksatz: “EKG–Echo–Labor–Röntgen”)

    • EKG: Rhythmus, Infarktzeichen
    • Echo (Goldstandard!): EF, Klappen, Wandbewegung
    • Labor: BNP/NT-proBNP ↑ (wichtig!)
    • Röntgen: Stauung, cephalization, Kerley-B-Linien
    • BGA bei akuter HI
    • Kardio-MRT bei unklarer Ätiologie

    6. Pathophysiologie (einfach!)

    1. ↓ Herzleistung →
    2. ↑ Sympathikus + RAAS →
    3. Vasokonstriktion + Wasserretention →
    4. ↑ Preload & Afterload →
      ➡️ Teufelskreis → Herz wird überlastet

    7. Therapie

    🟢 Basis für ALLE

    • Salzreduktion, Flüssigkeitskontrolle
    • ACE-Hemmer/ARB
    • Betablocker
    • Mineralokortikoid-Antagonist (MRA: Spironolacton)
    • SGLT2-Hemmer (empfohlen für alle!)
      → Vierfachtherapie („4-Säulen“)

    🟣 Spezifisch HFrEF

    • Sacubitril/Valsartan
    • Ivabradin (bei HF < 70/min)

    🟡 HFpEF

    • Keine Mortalitätsreduktion außer SGLT2-Hemmern
    • Fokus: Blutdruck, Diuretika, Komorbiditäten

    🔴 Akute Herzinsuffizienz

    • O₂
    • Nitro (bei Hypertonie)
    • Diuretika i.v.
    • Morphin (zur Beruhigung/Angst)
    • Non-invasive Beatmung (CPAP)
    • Bei Schock: Katecholamine + ggf. IABP/ECMO/LVAD

    8. Komplikationen

    • Lungenödem
    • Vorhofflimmern
    • Kardiogener Schock
    • Nierenversagen (Cardio-renal Syndrome)
    • Thromben/Embolien

    9. Prognose

    • Chronische HI = hohe Mortalität
    • Beste Verbesserung durch:
      • ACE-Hemmer
      • Betablocker
      • MRA
      • SGLT2-Hemmer
      • ICD/CRT bei Rhythmusstörungen
  • Adipositas & kardiovaskuläre Erkrankungen 

    🔥 Warum ist Adipositas gefährlich fürs Herz?

    3 Hauptmechanismen (easy!)

    1. Metabolisch: Insulinresistenz → Hyperglykämie → Diabetes → Gefäßschäden.
    2. Endokrin/Entzündung: Fettgewebe = Entzündungsorgan → ↑CRP, Zytokine → Atherosklerose.
    3. Hämodynamisch: Mehr Körpermasse → ↑Herzarbeit → Hypertonie → Herzinsuffizienz.

    💥 Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen durch Adipositas?

    1) Arterielle Hypertonie (sehr häufig!)

    • ↑ Sympathikusaktivität
    • ↑ RAAS-Aktivierung → Natrium- und Wasserretention
    • Endotheliale Dysfunktion
      ➡️ Blutdruck steigt → Risiko für Schlaganfall & Herzinfarkt

    2) Koronare Herzerkrankung (KHK)

    • Atherosklerose durch Dyslipidämie (↑LDL, ↓HDL, ↑Triglyceride)
    • Chronische Inflammation
      ➡️ Angina pectoris, NSTEMI, STEMI

    3) Herzinsuffizienz

    • HFpEF sehr typisch bei Adipositas (diastolische Dysfunktion)
    • ↑ Blutvolumen, ↑ Preload
      ➡️ Belastungsdyspnoe, Ödeme

    4) Rhythmusstörungen

    • V. a. Vorhofflimmern
      • Fett infiltriert Vorhofmyokard + vergrößert linken Vorhof
      • Schlafapnoe als zusätzlicher Trigger

    5) Schlaganfall

    • Folge von: Hypertonie, Diabetes, KHK, Vorhofflimmern
      ➡️ Hohe Gesamtmortalität

    6) Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

    • Atherosklerose in den Beinen
      ➡️ Claudicatio, Nekrosen, Amputationsrisiko#

    🧪 Welche Laborwerte sind bei Adipositas typisch verändert?

    • ↑ Triglyceride
    • ↑ LDL↓ HDL
    • ↑ Insulin↑ HOMA-Index
    • ↑ CRP (low-grade inflammation)
    • ↑ Leberenzyme (NAFLD!)

    🧬 Pathophysiologie (super kurz & merkbar)

    • Fettgewebe = hormonaktives Organ
      • ↑ Leptin (aber Resistenz)
      • ↓ Adiponectin (schützt normalerweise Gefäße!)
    • Chronische Inflammation
    • Oxidativer Stress
      ➡️ direkte Förderung von Atherosklerose + Hypertonie

    ❤️ Welche Gewichtsreduktion verbessert das Risiko?

    Schon 5–10 % Gewichtsverlust →

    • ↓ Blutdruck
    • ↓ LDL/Triglyceride
    • ↓ HbA1c
    • ↓ Entzündung
    • ↓ Risiko für Herzinfarkt/Schlaganfall

    💊 Therapieansätze

    1) Basismaßnahmen

    • Kalorienreduktion
    • Mediterrane Ernährung
    • Bewegung ≥ 150 min/Woche
    • Schlafapnoe testen bei BMI > 30

    2) Medikamente

    • GLP-1-Agonisten (z. B. Semaglutid, Liraglutid) → sehr wirksam
    • SGLT2-Hemmer (besonders bei Diabetes + Herzinsuffizienz)

    3) Bariatrische Chirurgie

    Indikation:

    • BMI ≥ 40
    • BMI ≥ 35 + Komorbiditäten (z. B. Diabetes, KHK, Hypertonie)

    ➡️ stärkste Risikoreduktion für KHK & Schlaganfall

    📝 Schnell-Merkbild

    Adipositas → (Insulinresistenz + Entzündung) → Atherosklerose + Hypertonie → KHK, Herzinfarkt, Vorhofflimmern, HFpEF, Schlaganfall

  • KHK

    🔎 1. Definition

    • Chronische Erkrankung der Koronararterien durch Atherosklerose
      → Führt zu Missverhältnis zwischen O₂-Angebot und -Bedarf des Myokards.

    ❤️ 2. Leitsymptome

    • Belastungsangina (typisch): retrosternal, Druck/Enge, Ausstrahlung in linken Arm/Kiefer
    • Besserung durch Ruhe oder Nitro
    • Dyspnoe (v. a. bei älteren Patienten)
    • Atypisch: epigastrische Beschwerden, Übelkeit, Schwindel

    🚨 3. Risikofaktoren

    Nicht beeinflussbar:

    • Alter, männlich, positive Familienanamnese

    Beeinflussbar:

    • Rauchen
    • Diabetes mellitus
    • Hypertonie
    • Hyperlipidämie
    • Adipositas
    • Bewegungsmangel
    • Stress

    🧪 4. Diagnostik

    A. Basis

    • Ruhe-EKG (oft normal!)
    • Labor: Troponin (Ausschluss ACS), Lipide, HbA1c
    • Echokardiographie

    B. Belastungsdiagnostik

    • Belastungs-EKG → ST-Senkungen
    • Stressecho
    • Myokardszintigrafie
    • Stress-MRT

    C. Anatomische Diagnostik

    • CT-Koronarangiografie (gut bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit)
    • Koronarangiografie = Goldstandard

    🧊 5. Stadien der Angina pectoris (CCS-Klassifikation)

    • CCS I: Beschwerden nur bei sehr starker Belastung
    • CCS II: leichte Einschränkung
    • CCS III: deutliche Einschränkung (Beschwerden bei <200 m Gehen)
    • CCS IV: Beschwerden in Ruhe

    💊 6. Therapie – Chronische KHK

    A. Basistherapie (immer!)

    1. ASS 100 mg / Tag
    2. Statin (Atorvastatin, Rosuvastatin)
    3. β-Blocker (v. a. bei Angina, HI, post-MI)
    4. ACE-Hemmer bzw. AT1-Blocker
    5. Risikofaktorreduktion: RAUCHSTOPP, LDL <55 mg/dl, HbA1c <7 %

    B. Symptomatische Therapie

    • Nitrate (akut → Nitro-Spray)
    • Calciumantagonisten (Verapamil, Diltiazem bei Spasmen)
    • Ranolazin (Reserve)

    C. Interventionelle Therapie

    • PTCA + Stent bei:
      • hochgradigen Stenosen
      • Symptomen trotz Therapie
      • Mehrgefäßerkrankung (je nach Syntax-Score)

    D. Operative Therapie

    • Bypass-OP bei:
      • Hauptstammstenose
      • 3-Gefäßerkrankung
      • Diabetes + Mehrgefäßerkrankung
      • Schwerer LV-Dysfunktion

    ⚠️ 7. Komplikationen der KHK

    • ACS (NSTEMI, STEMI)
    • Herzinsuffizienz
    • Arrhythmien (insb. VT, VF)
    • Plötzlicher Herztod
    • Papillarmuskelabriss (mechanische Komplikationen)

     8. Prüfungsmerksätze

    • Ruhe-EKG unauffällig → KHK NICHT ausgeschlossen
    • Besserung auf Nitro = typisch für Angina
    • CT-Koronarangiografie für niedrige Vortestwahrscheinlichkeit
    • Koronarangiografie → Goldstandard
    • ASS + Statin = Basis immer
    • Diabetiker + Mehrgefäß-KHK → Bypass besser als Stent
    • CCS IV = Ruheangina → instabile AP (ACS-Vorstufe)
  • Hodgkin vs. Non-Hodgkin Lymphome

    Hodgkin-Lymphom (HL)Non-Hodgkin-Lymphome (NHL)
    Epidemiologie:
    bimodal: Peak bei 20–30 J. & >60 J.
    Männer etwas häufiger

    Epidemiologie:
    v. a. ältere Erwachsene
    Inzidenz steigt mit Alter
    Klinik:
    schmerzlose Lymphknoten (zervikal, mediastinal)

    B-Symptome (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust)

    Pruritus, evtl. Alkoholschmerz
    Klinik:
    Lymphknoten + extranodal (GI, Haut, ZNS)

    B-Symptome variabel
    Diagnostik: Lymphknotenbiopsie → Reed-Sternberg-ZellenDiagnostik: Lymphknotenbiopsie → WHO-Klassifikation (B-/T-Zell; indolent vs. aggressiv)
    Stadien: Ann-Arbor (I–IV) + RisikofaktorenWichtige Subtypen:
    indolent: Follikuläres Lymphom (oft „watch & wait“)
    aggressiv: Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom
    Therapie:

    frühes Stadium(Ann Arbor I-II): ABVD + Strahlentherapie 

    fortgeschritten( III-IV): Polychemo (BEACOPP, BrECADD)
    Therapie:

    B-Zell (DLBCL): Immunchemo (Standard R-CHOP)

    Rezidiv/Hochrisiko: Hochdosistherapie + autologe SZT

    Prognose: sehr gut (>80 % Heilung)
    Prognose: 
    variabel (indolent = chronisch,
    aggressiv = heilbar mit Chemo)

    Chemo-Regime – Full Form

    🔹 ABVD (klassisch bei Hodgkin)

    • A = Adriamycin (Doxorubicin)
    • B = Bleomycin
    • V = Vinblastin
    • D = Dacarbazin

    🔹 BEACOPP (fortgeschrittenes Hodgkin, eskaliert)

    • B = Bleomycin
    • E = Etoposid
    • A = Adriamycin (Doxorubicin)
    • C = Cyclophosphamid
    • O = Oncovin (Vincristin)
    • P = Procarbazin
    • P = Prednison

    🔹 R-CHOP (Standard bei B-Zell Non-Hodgkin, z. B. DLBCL)

    • R = Rituximab
    • C = Cyclophosphamid
    • H = Hydroxydaunorubicin (Doxorubicin)
    • O = Oncovin (Vincristin)
    • P = Prednison

    📦 Ann-Arbor-Klassifikation (HL/NHL)

    Stadium I

    • Befall 1 Lymphknotenregion oder 1 extranodaler Herd (= IE)

    Stadium II

    • Befall ≥2 Lymphknotenregionen auf derselben Seite des Zwerchfells
    • oder 1 extranodaler Herd + LK auf einer Seite (= IIE)

    Stadium III

    • Befall von LK-Regionen auf beiden Seiten des Zwerchfells
    • evtl. mit Milzbeteiligung (= IIIS) oder extranodal (= IIIE/IIISE)

    Stadium IV

    • Disseminierte Organbeteiligung (Leber, KM, Lunge etc.)
    • unabhängig vom LK-Befall
  • Obstipation 

    Definition

    • < 3 Stuhlentleerungen pro Woche
    • harte Stuhlkonsistenz

    Merksatz: „3 pro Woche muss sein – sonst Obstipation!“

    Ätiologie

    Primär (funktionell)

    • Normale Passagezeit (60 %) – Ursache unklar
    • Beckenbodendyssynergie (25 %) – paradoxes Anspannen beim Defäkieren
    • Verzögerte Passage (15 %) – z. B. Neuropathie

    Merksatz: „3 Hauptursachen: Normal – Dyssynergie – Langsam“

    Sekundär

    • Exogen: wenig Trinken, ballaststoffarme Kost, Bewegungsmangel, Stress, Medikamente (Opioide, Eisen, Diuretika), anale Läsionen
    • Systemisch:
      • Endokrin: Hypothyreose, Hyperparathyreoidismus (Hyperkalzämie)
      • Neuro: MS, diabetische Neuropathie, M. Parkinson
      • Mechanisch: Colon-Ca, Crohn

    Merksatz: „Exogen, Endokrin, Neuro, Mechanisch“

    Diagnostik

    Basis

    • Anamnese (Medikamente, Ernährung)
    • Körperlich: Abdomen, Anus, DRU

    Erweiterung

    • Labor: Blutbild, CRP, Elektrolyte (K⁺!), TSH, BZ, Leberwerte
    • Sono Abdomen
    • Koloskopie
    • ggf. Neuro-Status
    • Spezial: Colontransitzeit (Hinton-Test), Manometrie, Defäkographie

    Merksatz: „Basis: DRU – Erweiterung: Labor + Endo“

    Stufenplan

    • Ohne Warnzeichen: Allgemeinmaßnahmen, Verlaufskontrolle (4 Wochen)
    • Keine Besserung: Labor + Bildgebung
    • Mit Warnzeichen: Sofort erweiterte Diagnostik

    Warnzeichen

    • Blut im Stuhl
    • paradoxe Diarrhöen
    • tastbare Resistenz, LK
    • Anämie
    • Alter > 50, Gewichtsverlust > 10 %
    • GI-Karzinome in Familienanamnese
    • rasch zunehmende Beschwerden

    Merksatz: „Blut – Masse – Blass – Alt – Abnahme – Rapid“

    DD

    • Sekundäre Obstipation (s. o.)
    • Kinder: Rückhaltemanöver → harter Stuhl → Schmerz → noch mehr Rückhalten → Teufelskreis

    Merksatz Kinder: „Halten – Härten – Schmerz – noch mehr Halten“

    Therapie

    Allgemein

    • Ballaststoffe (Kleie, Flohsamen)
    • Flüssigkeit
    • Bewegung

    Medikamentös

    • 1. Wahl: osmotisch (Macrogol, Laktulose)
    • 2. Wahl: stimulierend (Bisacodyl)

    Sekundär

    • Ursache behandeln (z. B. Tumor, Hypothyreose)
    • Opioid-Obstipation: prophylaktisch Macrogol
    • Bei Analfissuren: Salben (Zinkoxid, Harnstoff, Glukokortikoid + Lokalanästhetikum)

    Merksatz: „Basis: Trinken + Ballast + Bewegen – Bei Bedarf Macrogol“

    Schnell-Review

    • Definition: <3/Woche, hart
    • Primär: Normal – Dyssynergie – Langsam
    • Sekundär: Exogen – Endokrin – Neuro – Mechanisch
    • Warnzeichen: Blut – Masse – Blass – Alt – Abnahme – Rapid
    • Therapie: Basis + Macrogol → Bisacodyl → Ursache
  • Diarrhö

    Definition

    Wann spricht man von Diarrhö?

    • 3 Stühle/Tag

    • 75 % Wasseranteil

    • 250 g/Tag

    Merksatz: 3 – 75 – 250 = Diarrhö

    Sonderformen

    Was ist paradoxe Diarrhö?

    Häufig, flüssig, aber kleine Menge – bei distaler Stenose + Koprostase.

    „Häufig klein = Stenose“

    Was ist Pseudodiarrhö?

    Mehr Frequenz, aber Stuhlgewicht normal (< 250 g/Tag). Ursachen: RDS, Dyschezie, Proktitis.

    „Pseudo = viel Frequenz, wenig Masse“

    Was passiert beim Laxantienabusus?

    Osmotische Diarrhö + Hypokaliämie, Dehydratation, Meteorismus.

    „Laxantien = Wasser raus + K⁺ runter“

    Dauer

    • Akut: ≤ 2 Wochen

    • Chronisch: > 2 Wochen

    „2 Wochen Grenze“

    Pathophysiologie

    Welche Typen gibt es?

    1. Sekretorisch – Enterotoxine (Cholera, ETEC, Staph. aureus)

    2. Osmotisch – Laktoseintoleranz, Pankreasinsuffizienz

    3. Malabsorptiv – Zöliakie, Kurzdarmsyndrom

    4. Exsudativ/entzündlich – CED, Infektionen, Ischämie

    5. Hypermotil – Reizdarm, Hyperthyreose

    „SO MEH“ = Sekretorisch – Osmotisch – Malabsorptiv – Exsudativ – Hypermotil

    Häufigste Ursachen 

    • Akut: Infektionen, Lebensmittelvergiftung, Medikamente

    • Chronisch: RDS, CED, Tumoren, Malabsorption, Infektionen

    „Akut = Infekt, Chronisch = CED“

    Anamnese

    • Wässrig, ohne Fieber: Cholera, Salmonellen, E. coli, Viren

    • Blutig, mit Fieber: Shigellen, Campylobacter, Yersinien, C. difficile, Amöben

    • Blutig ohne Fieber: Ischämie, CED, Tumor

    • Fettig-voluminös: Maldigestion (z. B. Pankreasinsuffizienz)

    • Kleinvolumig: distale Tumoren (paradox)

    • Breiig, morgens/postprandial: funktionell (RDS)

    „Wässrig = Infekt, Blut = CED/Tumor/Ischämie, Fett = Pankreas“

    Diagnostik

    Akut

    • Labor nur bei schwerem Verlauf (CRP, Blutbild, Elektrolyte, Nierenwerte)

    Chronisch

    • Fastenversuch oder Stuhlgewicht > 250 g/d

    • Basis: Blut (aP, γGT, TSH, Eiweiß, Eisen), Sono Abdomen

    • Erweiterung: Endoskopien + Biopsien

    „Akut: Labor nur bei schwer, Chronisch: Endoskopie + Labor groß“

    Differenzialdiagnosen

    Akut:

    • Infektiös (Bakterien, Viren, Amöben) → Stuhlkultur

    • Toxin (Staph.) → Klinik

    • Medikamente (AB, Laxantien) → Anamnese

    • Ischämie → Duplex/Angio

    Chronisch:

    • CED → Koloskopie

    • Ischämie → Duplex/Angio

    • Tumor → Koloskopie

    • Maldigestion (Pankreas) → Sono, Elastase-1

    • Laktoseintoleranz → H₂-Atemtest

    • Zöliakie → ÖGD + Transglutaminase-AK

    • Hyperthyreose → TSH

    • RDS → Ausschluss

    „Chronisch = Endo, Akut = Stuhl“

    Therapie

    Ambulant:

    • ORS (orale Rehydratation)

    • Schonkost (Reis, fettarm)

    • Antiemetika bei Übelkeit

    • Antidiarrhoika nur bei Bedarf

    • AB nur bei klarer Indikation

    • Meldepflicht + Berufsverbot bei Lebensmittelkontakt

    Stationär:

    • Isolation bis Erregernachweis

    • Volumen- und Elektrolytausgleich i.v.

    • ggf. parenterale Ernährung

    • Überwachung (RR, Niere, Elektrolyte)

    „Ambulant = Flüssigkeit + Schonung, Stationär = Isolation + i.v. Therapie“

    Spezielle Formen

    Unspezifische Gastroenteritis

    • Ursache meist viral/bakteriell, Erreger nicht nachweisbar

    • Nur bei Warnzeichen erweiterte Diagnostik

    „Meist selbstlimitierend – nur bei Red Flags mehr Diagnostik“

    Norovirus

    • Saison: Herbst–Frühjahr

    • Übertragung: fäkal-oral, extrem ansteckend

    • Klinik: wässrige Diarrhö + Erbrechen, meist kein hohes Fieber

    • Prävention: Hygiene!

    „Noro = Winter + Wasser + Würgen“

    Schnell-Review

    • 3–75–250 = Definition

    • Paradox = klein + Stenose

    • Pseudo = viel Frequenz, wenig Masse

    • SO MEH = Pathomechanismen

    • Akut = Infekt, Chronisch = CED

    • Akut: Stuhl, Chronisch: Endo

    • Ambulant = Flüssigkeit, Stationär = Isolation

    • Noro = Winter + Wasser + Würgen

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

    Definition & Epidemiologie

    • Atherosklerose-bedingte Durchblutungsstörung der Extremitäten.
    • Prävalenz: 5–10 % (allgemein), bis 20 % >70 Jahre.

    • Ätiologie
    • Chronisch: Atherosklerose (95 %) → Hauptrisikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Hypertonie, Dyslipidämie.
    • Selten: Thrombangiitis obliterans (junge Raucher), fibromuskuläre Dysplasie.
    • Akut: Embolie (z. B. VHF, Popliteaaneurysma), Thrombose nach Plaqueruptur.
    • Befallsmuster
      Untere Extremität (90 %):
    • Becken: Gesäß/Oberschenkel, Leriche-Syndrom = + Impotenz
    • Oberschenkel: Schmerzen Unterschenkel
    • Unterschenkel: Schmerzen Fuß
    • Obere Extremität (10 %): Subclavia oder digitale Arterien.

    Merke: Raucher = proximal, Diabetiker = distal.

    Klinik

    • Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit): belastungsabhängige Schmerzen, Besserung bei Pause.
    • Ruheschmerz, Besserung durch Tieflagerung.
    • Trophische Störungen: Ulzera, Gangrän, Nekrosen.
    • Blasse, kühle Haut.

    Stadien nach Fontaine
    I: asymptomatisch
    IIa: Gehstrecke >200 m
    IIb: Gehstrecke <200 m
    III: Ruheschmerz
    IV: Ulkus, Nekrose, Gangrän

    Diagnostik

    • Anamnese + körperliche Untersuchung: Haut, Temperatur, Pulse, Ratschow-Probe.
    • ABI: >0,9 normal; 0,75–0,9 leicht; 0,5–0,75 mittel; <0,5 schwer; >1,3 Mediasklerose.
    • Apparativ: Doppler-/Duplex (1. Wahl), CT/MRT-Angio, DSA (Goldstandard bei OP-Planung).

    Differenzialdiagnosen
    Claudicatio spinalis, Arthrosen, Thrombangiitis obliterans, TVT, diabetisches Fußsyndrom.

    Therapie
    Allgemein: Nikotinstopp, Gehtraining (bis Stadium II), Blutdruck-/Blutzucker-/Lipideinstellung, Fußpflege.


    Medikamentös:

    ASS oder Clopidogrel, Statin,

    Naftidrofuryl (Stadium II),

    Prostaglandin E1 (StadiumIII).


    Interventionell: PTA mit/ohne Stent (1. Wahl).
    Operativ: Bypass (V. saphena magna bevorzugt).
    Ultima ratio: Amputation.


    Indikation op: ab Stadium III oder IIb mit Therapieversagen.

    Komplikationen
    Erhöhtes Risiko für Myokardinfarkt (3-fach), Schlaganfall (4-fach), akuter Verschluss, Sepsis, Amputation.

    Prognose
    5-Jahres-Mortalität 20–25 %, Haupttodesursache: kardiovaskuläre Ereignisse.

    Prüfungs-Merker
    Claudicatio = pAVK bis Beweis des Gegenteils.
    Leriche-Syndrom: Gesäßclaudicatio + Impotenz.
    Therapie immer: ASS + Statin + Nikotinstopp + Gehtraining.
    Ab Fontaine III: Revaskularisation.

  • Elektrolytstörungen

    ElektrolytHyper (↑)Hypo (↓)
    Kalium (K⁺)> 5,5 mmol/l
    • Häufigste Ursache: Niereninsuffizienz
    • ACE-Hemmer, AT1-Blocker, NSAR
    • Kaliumsparende Diuretika
    • Azidose, Rhabdomyolyse, Tumorlyse
    < 3,5 mmol/l
    • Häufigste Ursache: Diuretika (Schleife/Thiazide)
    • Erbrechen, Diarrhö, Laxanzien
    • Insulin, β₂-Mimetika
    • Alkalose
    Klinik• Muskelschwäche, Parästhesien
    • Bradykarde HRS, Kammerflimmern
    • EKG: hohe T-Wellen, QRS-Verbreiterung
    • Muskelschwäche, Obstipation, Ileus
    • Tachykarde HRS (Extrasystolen, Torsade)
    • EKG: flache T-Welle, U-Welle
    Therapie1. Ca²⁺-Glukonat i.v. (Herzschutz)
    2. Shift: Insulin+Glukose, Salbutamol, NaHCO₃
    3. Elimination: Furosemid, Kationenaustauscher, Dialyse
    • K⁺ oral (Kalinor®) bei >3 mmol/l
    • K⁺ i.v. (<3 mmol/l, max. 20 mmol/h)
    • Mg²⁺ mitkorrigieren!
    Natrium (Na⁺)> 145 mmol/l
    • Häufigste Ursache: Wasserverlust (Exsikkose, Diabetes insipidus)
    • Meerwasser, NaCl-Infusion
    < 135 mmol/l
    • Häufigste Ursache: SIADH (euvolämisch)
    • Hypovolämisch: Erbrechen, Diarrhö, Diuretika
    • Hypervolämisch: Herzinsuffizienz, Zirrhose, nephrotisches Syndrom
    Klinik• Durst, Verwirrtheit
    • Krampfanfälle, Koma
    • Kopfschmerzen, Übelkeit
    • Krampfanfälle, Koma
    Therapie• Langsam korrigieren! max. –10 mmol/24 h (sonst Hirnödem)
    • Hypovol.: halbisotone NaCl 0,45 %
    • Hypervol.: Furosemid + 5% Glukose
    • Langsam korrigieren! max. +10 mmol/24 h (sonst pontine Myelinolyse)
    • Hypovol.: NaCl 0,9 %
    • Hypervol.: Flüssigkeitsrestriktion, ggf. Diuretika
    • SIADH: Tolvaptan
    Kalzium (Ca²⁺, ionisiert)> 1,35 mmol/l
    • Häufigste Ursache ambulant: Primärer Hyperparathyreoidismus
    • Häufigste Ursache stationär: Malignome (PTHrP, Osteolysen)
    • Sarkoidose, Vit.-D-Intoxikation
    < 1,15 mmol/l
    • Häufigste Ursache: postoperativer Hypoparathyreoidismus (nach Schilddrüsen-OP)
    • Vitamin-D-Mangel
    • Niereninsuffizienz
    • Hyperventilation (resp. Alkalose)
    Klinik• „Stein, Bein, Magenpein, Psychein“
    • Nierensteine, Obstipation, Ulzera
    • Knochenschmerz
    • Depression, Müdigkeit
    • Bradykardie, kurze QT-Zeit
    • Tetanie (Pfötchenstellung, Chvostek, Trousseau)
    • Parästhesien (perioral, akral)
    • QT-Verlängerung
    Therapie• Volumen + Furosemid
    • Bisphosphonate, Denosumab
    • Calcitonin (kurzfristig)
    • Dialyse bei schwerer Symptomatik
    • Akut: Ca²⁺-Glukonat i.v.
    • Langfristig: Ca²⁺ + Vit. D oral
    • Bei Hyperventilation: beruhigen, Rückatmung in Tüte
  • Bandscheibenvorfall(Diskusprolaps)

    Definition

    • Prolapse: Verlagerung von Bandscheibengewebe (Nucleus pulposus) durch Anulus fibrosus → Nervenwurzelkompression
    • Protrusion = Vorwölbung, Anulus intakt
    • Sequester = abgerissenes Fragment

    • Mediolateral (90 %): untere Wurzel betroffen (z. B. LWK4/5 → L5)
    • Lateral: obere Wurzel (LWK4/5 → L4)
    • Medial: Myelon/Cauda → Gefahr Conus-/Cauda-Syndrom

    Ursachen / Risikofaktoren

    • Degeneration (Alter)
    • Übergewicht
    • Fehlbelastung, schweres Heben
    • Bewegungsmangel, schwache Rückenmuskulatur

    Typische Lokalisation

    • LWS (90 %): L4/L5, L5/S1
    • L4/L5:
      • Schmerz lateral Oberschenkel → Fußrücken
      • Fuß-/Großzehenheberschwäche (Fußheberschwäche)
      • Reflex: Tibialis posterior ↓
    • L5/S1:
      • Schmerz dorsal Oberschenkel → lateraler Fußrand
      • Fußsenkerschwäche (Zehenstandschwäche)
      • Reflex: Achillessehne ↓
    • HWS (10 %)
    • BWS selten

    Segment-Klassik (LWS):

    S1: Fußsenker ↓, Achillessehnenreflex ↓, lateraler Fußrand

    L4: Quadrizeps ↓, Patellarsehnenreflex ↓, med. Unterschenkel

    L5: Fuß-/Großzehenheber ↓, Tibialis-posterior-Reflex ↓, Fußrücken

    Klinik

    • LWS:
      • Lumbalgie, Ischialgie (ausstrahlend ins Bein)
      • Sensibilitätsstörungen, Muskelschwäche, Reflexausfälle (Dermatome beachten!)
    • HWS:
      • Nackenschmerz, Ausstrahlung Arm
    • Red Flags (Notfall!):
      • Conus medullaris (LWK1):
        • Reithosenanästhesie
        • Blasen-/Mastdarmstörungen früh
        • Meist beidseitig, weniger motorische Defizite
      • Cauda equina (tiefer, ab LWK2):
        • Lähmungen, Sensibilitätsstörungen in den Beinen
        • Später Blasen-/Mastdarmstörungen
      • Beides (Conus-/Cauda-Syndrom ) absolute OP-Indikation!

    Diagnostik

    • Klinisch:
      • Lasègue-Test: Ischiasschmerz bei Anheben gestrecktes Bein (LWS)
      • Umgekehrter Lasègue: Schmerz bei Bauchlage/Beugung → vordere Nervenwurzeln betroffen (höhere LWS, HWS)
      • neurologischer Status
    • Bildgebung: MRT = Methode der Wahl
    • CT/Röntgen nur eingeschränkt (Knochendetails)

    Therapie

    • Konservativ (1. Wahl, solange keine Notfallzeichen)
    • NSAR, Analgesie
    • Physiotherapie, Rückenschule, Bewegung
    • Wärme, Muskelaufbau

    Operativ (bei Notfall oder Therapieversagen)

    • Mikrochirurgische Diskektomie

    OP (absolute Indikation):

    • Conus-/Cauda-Syndrom
    • Progrediente Paresen
    • Blasen-/Mastdarmstörung
    • Relative Indikation: keine Besserung nach Wochen

    1-Minuten-Review

    Def: Prolaps = Nucleus pulposus durch Anulus → Nervenwurzelkompression

    Protrusion = Vorwölbung, Anulus intakt

    Sequester = abgerissenes Fragment

    Häufig: LWS (L4/5 → L5, L5/S1 → S1)

    Klinik:

    Rückenschmerz + radikulärer Schmerz (Ischialgie)

    Ausfälle nach Segment (L4: Patellarsehne, L5: Fußheber, S1: Achillessehne)

    Red Flags:

    Conus-Syndrom: Reithosenanästhesie, Blasen-/Mastdarmstörung, Impotenz

    Cauda-Syndrom: schlaffe Paresen, Reflexe ↓, Blasen-/Mastdarmstörung

    Diagnostik: MRT = Goldstandard

    Therapie:

    Konservativ: NSAR, Physio, Bewegung

    OP sofort: Conus-/Cauda-Syndrom, progrediente Paresen, Blasen-/Mastdarmstörung

    ⚡ Merksatz:

    „Prolaps LWS – MRT Goldstandard – Cauda/Conus = Notfall-OP!“

  • Arthrose

    Definition

    • Degenerative Gelenkerkrankung
    • Ungleichgewicht von Belastung & Belastbarkeit → Knorpelabbau, Sklerose, Osteophyten
    • Häufigstes Gelenkleiden im Alter

    Ursachen / Risikofaktoren

    • Primär (idiopathisch): Alter, genetische Faktoren
    • Sekundär: Fehlstellungen (X-/O-Beine), Verletzungen, Übergewicht, Gicht, Infektionen

    Patho

    • Abbau Gelenkknorpel
    • Reaktive Veränderungen: Osteophyten, subchondrale Sklerose, Gelenkspaltverschmälerung
    • Chronische Entzündung der Synovia möglich

    Klinik

    • Belastungsschmerz → später Ruheschmerz
    • Anlaufschmerz („Steif nach Ruhe“)
    • Bewegungseinschränkung
    • Reibegeräusche („Krepitation“)
    • Gelenkdeformierung (z. B. Heberden-/Bouchard-Knoten an Fingern)

    Typische Gelenke

    • Knie (Gonarthrose)
    • Hüfte (Coxarthrose)
    • Hände (DIP = Heberden, PIP = Bouchard)
    • Wirbelsäule (Spondylarthrose)

    Diagnostik

    • Klinik + Röntgen: Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, Sklerose, Zysten
    • Labor: unauffällig (DD zu Arthritis wichtig!)

    Therapie

    • Nicht-medikamentös
      • Gewichtsreduktion, Bewegung, Physio, Orthesen, Wärme/Kälte
    • Medikamentös
      • Analgetika (NSAR, Paracetamol)
      • Intraartikuläre Glukokortikoide bei Schub
    • Operativ
      • Arthroskopie (begrenzte Wirkung)
      • Endoprothese (TEP, z. B. Hüfte, Knie)

    Komplikationen

    • Gelenkdeformität
    • Bewegungseinschränkung → Immobilität
    • Sekundäre Muskelschwäche, Sturzrisiko

    Arthrose

    • Def: Degenerative Gelenkerkrankung → Knorpelabbau + Osteophyten
    • Risikofaktoren: Alter, Fehlstellung, Übergewicht, Trauma, Gicht
    • Klinik:
      • Anlaufschmerz + Belastungsschmerz → später Ruheschmerz
      • Bewegungseinschränkung
      • Krepitationen, Deformierung (Heberden-/Bouchard-Knoten)
    • Typisch: Knie (Gonarthrose), Hüfte (Coxarthrose), Hände (DIP/PIP), WS
    • Diagnostik:
      • Röntgen: Gelenkspalt ↓, Osteophyten, Sklerose, Zysten
      • Labor: normal (DD Arthritis!)
    • Therapie:
      • Basis: Bewegung, Gewichtsreduktion, Physio
      • NSAR, intraartikuläre Steroide
      • Endoprothese bei schwerem Verlauf
  • Osteoporose

    Definition

    • Systemische Skeletterkrankung
    • ↓ Knochenmasse + gestörte Mikroarchitektur
    • → ↑ Frakturrisiko

    Ursachen (primär vs. sekundär)

    Primär

    • Postmenopausal (Östrogenmangel)
    • Senil (Alter)

    Sekundär

    • Medikamente (v. a. Glukokortikoide, Heparin, Aromatasehemmer, Antiepileptika)
    • Endokrin (Hyperthyreose, Hyperparathyreoidismus, Hypogonadismus, Cushing)
    • Malabsorption (z. B. Zöliakie, M. Crohn)
    • Immobilisation

    Klinik

    • Lange asymptomatisch
    • Erstes Symptom oft: Fraktur
    • Typisch:
      • Wirbelkörperfrakturen (Keil-, Fisch-, Kompressionsfrakturen → Rundrücken, Größenverlust)
      • proximale Femurfrakturen (Schenkelhals, pertrochantär)
      • distale Radiusfraktur

    Diagnostik

    • Basis: DXA-Messung (dual-energy X-ray absorptiometry)
      • T-Score ≤ –2,5 SD → Osteoporose
      • –1 bis –2,5 = Osteopenie
    • Labor (zur DD sekundäre Ursachen)
      • Ca, Phosphat, AP, Vit. D, PTH, TSH
    • Bildgebung: Röntgen (Wirbelkörperfrakturen)

    Risikofaktoren (merkbar!)

    • Alter
    • Weiblich, postmenopausal
    • Familiäre Belastung
    • Glukokortikoide
    • Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel

    Therapie

    Allgemein (immer!)

    • Bewegung, Muskelaufbau
    • Sturzprophylaxe
    • Kalzium (1000–1500 mg/d), Vitamin D (800–1000 IE/d)
    • Nikotin-/Alkoholverzicht

    Medikamentös

    • Bisphosphonate (Alendronat, Zoledronat) → 1. Wahl
    • Denosumab (RANK-Ligand-AK)
    • Selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERM, Raloxifen)
    • Teriparatid (PTH-Analogon, Anabolikum, max. 24 Mon.)
    • Bei postmenopausalen Frauen: evtl. HRT

    Komplikationen

    • Schenkelhalsfraktur → Immobilität, Thrombose, Pneumonie
    • Wirbelkörperfrakturen → Kyphose, Größenverlust
    • Chronische Schmerzen, Pflegebedürftigkeit

    1-Minuten-Review

    Def: ↓ Knochenmasse + gestörte Mikroarchitektur → ↑ Frakturrisiko

    Hauptformen:

    Primär: postmenopausal, senil

    Sekundär: Glukokortikoide, Endokrin, Malabsorption, Immobilisation

    Frakturen typisch: Wirbelkörper, Schenkelhals, distaler Radius

    Diagnostik:

    DXA → T-Score ≤ –2,5 = Osteoporose

    Labor: Ca, Phosphat, Vit. D, PTH, TSH

    Therapie:

    Basis: Bewegung, Sturzprophylaxe, Ca + Vit. D

    Medis: Bisphosphonate 1. Wahl, Denosumab, Teriparatid, SERMs

    Komplikationen: Kyphose, Größenverlust, Pflegebedürftigkeit, Femurfraktur

    ⚡ Merksatz:

    „Wirbel – Hüfte – Radius brechen zuerst.

    Therapie: Ca + D + Bisphosphonat.“

  • Virale Infektionen

    InfektionDefinitionErregerKlinik (klassisch)DiagnostikTherapie
    Infektiöse Mononukleose(Pfeiffer-Drüsenfieber)Akute virale Erkrankung mit Lymphadenopathie, Fieber, Angina.EBV (HHV-4)Fieber, Hals-/Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellung, Tonsillenbeläge, Splenomegalie, MüdigkeitBlutbild: Lymphozytose mit atypischen Lymphozyten; Monospot-Test; EBV-SerologieSymptomatisch; keine ASS (Reye-Syndrom); ggf. Steroide bei Tonsillenschwellung
    CMV-InfektionSystemische Virusinfektion, bei Immunsupprimierten schwer.CMV (HHV-5)Gesund: mononukleose-ähnlich, ohne Angina
    Immunschwäche: Retinitis, Pneumonie, Kolitis
    PCR, Serologie; Histologie („Eulenaugenzellen“)Gesund: symptomatisch
    Immunsupp.: Ganciclovir/Valganciclovir
    COVID-19Akute respiratorische Virusinfektion mit variabler Schwere.SARS-CoV-2Fieber, Husten, Dyspnoe, Geruchs-/Geschmacksverlust; schwer: ARDS, ThrombosenPCR, Antigen-Test, CT-Thorax („Milchglas“)Symptomatisch; schwer: Dexamethason, O₂, Remdesivir; Antikoagulation
    HSV (Herpes simplex)Rezidivierende Infektion mit Haut-/Schleimhautvesikeln.HSV-1 (oral), HSV-2 (genital)Schmerzhaftes Bläschen → Ulzera (Lippe, Genital); Primärinfektion schwererKlinik, PCRAciclovir 5x/d p.o.(schwer: i.v.)
    Varizellen (Windpocken)Hochkontagiöse Exanthemerkrankung, v. a. bei Kindern.VZV (HHV-3)Fieber, „Sternenhimmel“-Exanthem (verschiedene Stadien gleichzeitig), JuckreizKlinik, PCRSymptomatisch; Risikopatienten: Aciclovir i.v.
    Herpes zoster (Gürtelrose)Reaktivierung einer latenten VZV-Infektion in Spinalganglien.VZV (HHV-3)Schmerzhaftes, dermatomales Bläschenexanthem, streng einseitig; Zoster ophthalmicus möglichKlinik; PCR bei unklaren FällenAciclovir 800 mg 5x/d p.o. für 7 d (schwer: i.v.); Analgesie; Impfung ab 60 J. (STIKO)
    Influenza (Grippe)Akute, hochkontagiöse Atemwegsinfektion mit abruptem Beginn.Influenzavirus A/BPlötzlicher Beginn: hohes Fieber, Myalgien, Kopfschmerzen, trockener Husten, AbgeschlagenheitKlinik + PCR/SchnelltestSymptomatisch; Risikopatienten: Oseltamivir 75 mg 2x/d für 5 d (innerhalb 48 h Beginn)

    Marksatz


    EBV: Angina + LK + Splenomegalie → keine ASS
    CMV: Mononukleose-ähnlich, Immunschwäche = Retinitis → Ganciclovir
    COVID: Atemweg + Geruchsverlust + ARDS möglich
    HSV: Bläschen an Lippe/Genital → Aciclovir
    Varizellen: Sternenhimmel-Exanthem → Aciclovir bei Risikopatienten
    Zoster: Schmerzhaftes, einseitiges Dermatom-Exanthem → Aciclovir + Analgesie
    Influenza: Plötzlich hohes Fieber, Muskelschmerzen → Oseltamivir (Risikogruppe)

  • Ösophagus-Divertikel und Strukturelle Veränderungen des Ösophagus

    Ösophagus-Divertikel

    Ausstülpungen der Ösophaguswand.

    Wichtig: echte (alle Wandschichten) vs. falsche (nur Mukosa/Submukosa).

    Klinik

    • Dysphagie (Schluckbeschwerden)
    • Regurgitation unverdauter Speisen (bes. nachts → Aspirationsgefahr)
    • Foetor ex ore (Mundgeruch)
    • Globusgefühl
    • Komplikation: Aspirationspneumonie, Entzündung

    Typen

    1. Zenker-Divertikel (Pulsionsdivertikel, oben, Hypopharynx)
      • Häufigstes Divertikel, meist ältere Männer
      • Ursache: Muskelschwäche im Killian-Dreieck → Schleimhaut stülpt sich vor
      • Klinik: Dysphagie, Regurgitation, gurgelnde Geräusche, Aspiration
      • Diagnostik: Breischluck (KEINE Endoskopie – Perforationsgefahr!)
      • Therapie: operative oder endoskopische Divertikulotomie
    2. Bifurkationsdivertikel (mittlerer Ösophagus)
      • Entsteht durch Zug (Traktionsdivertikel, z. B. bei Lymphadenitis)
      • Meist symptomarm, oft Zufallsbefund
    3. Epiphrenisches Divertikel (distal, über Zwerchfell)
      • Ursache: Motilitätsstörung (z. B. Achalasie) → Pulsionsdivertikel
      • Klinik: Dysphagie, Regurgitation
      • Therapie: OP oft kombiniert mit Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Myotomie)

    Ösophagus-Strikturen

    👉 Verengungen des Lumens.

    • Ursachen:
      • Narbig nach chronischem Reflux (peptische Striktur)
      • Verätzungen (Säure/Laugen)
      • Nach Radiotherapie oder OP
    • Klinik: Dysphagie, Bolus steckt fest
    • Diagnostik: Endoskopie mit Biopsie (Tumor ausschließen)
    • Therapie: Endoskopische Dilatation, ggf. Stent

    Ringe & Webs

    • Dünne Schleimhaut Membranen im Ösophagus → mechanische Engstellen.
    • Typen:
      • Schatzki-Ring (distal, meist mit Hiatushernie) → Dysphagie für feste Speisen.
      • Ösophagus-Webs (proximal) → Dysphagie, Teil des Plummer-Vinson-Syndroms (Trias: Eisenmangelanämie + Dysphagie + Schleimhautveränderungen).
    • Diagnostik: Breischluck oder Endoskopie.
    • Therapie: Endoskopische Dilatation, Eisen-Substitution (bei PVS).
    Webs

    Prüfungsrelevante Punkte

    • Zenker-Divertikel = häufigstes, KEINE Endoskopie wegen Perforationsgefahr.
    • Epiphrenisches Divertikel = mit Achalasie verknüpft.
    • Striktur = immer Tumor ausschließen.
    • Schatzki-Ring = Dysphagie bei fester Nahrung.
    • Plummer-Vinson = Anämie + Dysphagie + Karzinomrisiko ↑.
  • Achalasie und andere motorische Störungen

    Klinik

    • Dysphagie (für feste und flüssige Speisen, oft zuerst Flüssigkeit schwer!)
    • Regurgitation von Speisen (bes. nachts, Gefahr Aspiration!)
    • Thoraxschmerzen / Druckgefühl hinter Sternum
    • Gewichtsverlust

    Definition

    • Motorische Störung des Ösophagus:
      • fehlende Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters (UÖS)
      • plus fehlende Peristaltik im Ösophagus

    Ursache

    • Primär: idiopathisch (degeneration plexus myentericus / Auerbach-Plexus)
    • Sekundär: z. B. Tumoren am ösophagogastralen Übergang → sog. „Pseudoachalasie“

    Diagnostik

    1. Röntgen Breischluck → typisches Bild: „Bird-beak sign“ (Vogelschnabel-Form)
    2. Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) → Ausschluss Tumor (Pseudoachalasie)
    3. Manometrie (Goldstandard) → erhöhter Ruhedruck des UÖS, fehlende Peristaltik
    https://www.lecturio.de/artikel/medizin/achalasie/

    Therapie

    • Endoskopisch / Interventionsbasiert:
      • Pneumatische Dilatation des UÖS
      • Botulinumtoxin-Injektion (bei Risikopatienten, nur kurzfristig)
    • Chirurgisch:
      • Heller-Myotomie (Durchtrennung der Muskelfasern des UÖS, meist + Fundoplicatio)
    • Medikamentös (nur in Ausnahmefällen): Nitrate, Kalziumantagonisten → relaxieren Sphinkter

    Motorische Ösophagusstörungen – Vergleich

    KrankheitPathophysiologieKlinikDiagnostikTherapie
    Achalasie↑ Druck im UÖS, fehlende PeristaltikDysphagie (fest & flüssig), Regurgitation, Aspiration, GewichtsverlustManometrie: fehlende Relaxation UÖS 
    Breischluck: „Vogelschnabel“ 
    ÖGD: Tumorausschluss
    Pneumatische Dilatation 
    Heller-Myotomie (+ Fundoplicatio) 
    Botulinumtoxin (palliativ)
    Diffuser ÖsophagusspasmusUnkoordinierte KontraktionenDysphagie, retrosternale Schmerzen (angina-ähnlich)Breischluck: „Korkenzieher-Ösophagus“ 
    Manometrie: unkoordinierte Druckspitzen
    Spasmolytika, Kalziumantagonisten, ggf. Myotomie
    Nutcracker-ÖsophagusHyperkontraktilität (zu starke Peristaltik)Thoraxschmerz, Dysphagie (oft mit Reflux assoziiert)Manometrie: sehr hohe KontraktionsamplitudenSymptomatisch: Kalziumantagonisten, Nitrate, PPI
    Sekundäre Motilitätsstörung (z. B. Sklerodermie)Bindegewebsverhärtung → ↓ Peristaltik + ↓ Druck im UÖS → RefluxDysphagie, starkes Sodbrennen, RefluxösophagitisManometrie: schwache/fehlende Peristaltik, niedriger UÖS-DruckPPI, Refluxtherapie, Grunderkrankung behandeln

    https://link.springer.com/article/10.1007/s15006-020-4347-2

    Marksatz

    • Achalasie → UÖS zu fest, keine Peristaltik → Vogelschnabel
    • Diffuser Spasmus → chaotische Kontraktionen → Korkenzieher
    • Nutcracker → überstarke Kontraktionen → Druckschmerz, hohe Amplituden
    • Sklerodermie → Bindegewebe schwach → Reflux, schwacher UÖS
  • Tuberkulose (TBC)

    Leitsymptome (klassisch)

    • Husten (>3 Wochen, evtl. blutig)
    • Nachtschweiß
    • Fieber, subfebril
    • Gewichtsverlust

    KU

    • Inspektion: atemgestützt, Oberlappen eingezogen
    • Palpation: Stimmfremitus ↓ bei Kavernen/Erguss
    • Perkussion: hypersonor (Kaverne), gedämpft (Erguss)
    • Auskultation: Atemgeräusch ↓, Rasseln über Infiltrat, amphorisch über Kaverne

    Extra-pulmonal KU

    • Lymphknoten (Hals)
    • Wirbelsäule (Morbus Pott)
    • Gelenke, Nieren, Haut (Lupus vulgaris)

    Ursachen & Risikofaktoren

    • Erreger: Mycobacterium tuberculosis (säurefeste Stäbchen)
    • Tröpfcheninfektion (Mensch → Mensch)
    • Risikogruppen: Immunsupprimierte (HIV!), Alkoholiker, Obdachlose, Migranten aus Endemiegebieten

    Diagnostik

    • Labor: BSG/CRP ↑, evtl. Anämie
    • Basis:
      • Röntgen-Thorax (Oberfeldinfiltrate, Kavernen)

    • Direkt Test:
      • Sputum: Mikroskopie (Ziehl-Neelsen), Kultur (Goldstandard, dauert Wochen), PCR (schnell)

    • Immunologisch (Indirekt Test):
      • Tuberkulin-Hauttest (THT, Mantoux)
      • IGRA (Interferon-Gamma-Release-Assay) → latente TBC
    • Sonderform: Miliartuberkulose (hämatogen, viele kleine Herde im Röntgen „Millet seed pattern“)

    Therapie

    • Initialphase (2 Monate):
      • Isoniazid (INH)
      • Rifampicin (RIF)
      • Pyrazinamid (PZA)
      • Ethambutol (EMB)
        👉 Schema: 2 HRZE
    • Stabilisierungsphase (4 Monate):
      • Isoniazid + Rifampicin
        👉 Schema: 4 HR
    • Gesamt: 6 Monate Standardtherapie

    Nebenwirkungen

    • Isoniazid → Polyneuropathie (Vit. B6 geben!)
    • Rifampicin → Rotfärbung Körperflüssigkeiten, Lebertoxisch
    • Pyrazinamid → Hyperurikämie, Arthralgien
    • Ethambutol → Optikusneuritis (Visus/Rot-Grün-Störung)

    Resistenzen

    • MDR-TB (multidrug resistant) = resistent gegen INH + RIF
    • XDR-TB = zusätzlich resistent gegen Fluorchinolone + Aminoglykoside

    Extra: Meldepflicht

    • §6 IfSG: Verdacht, Erkrankung, Tod an TBC → Meldepflichtig
    • Auch Therapieabbruch ist meldepflichtig!

    Merksätze für Prüfung

    • Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust = TBC
    • Goldstandard: Kultur
    • Therapie: 2 HRZE / 4 HR
    • INH → Vit B6, RIF → rot-orange, EMB → Augen, PZA → Gelenke

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