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  • Anamese V

    AKS


    🧑‍🦰 Männlich – Patient
    wegen seit 
    bestehenden drĂźckenden retrosternalen Schmerzen
     mit Ausstrahlung in den linken Arm. 
    Er bewertete die Schmerzintensität mit  /10 auf einer Schmerzskala.
     Die Schmerzen treten auf bei [Belastung / Inspiration / Pressen / Nahrungsaufnahme] und bessern sich bei [Ruhe / Vorbeugung / Nitratgabe / Analgetika]. 
    Begleitsymptome wie Dyspnoe, Übelkeit, Schwindel, Palpitationen, Kaltschweißigkeit oder Synkope werden [angegeben / verneint]. 
    Begleitsymptome wie Dyspnoe, Übelkeit, Schwindel, Palpitationen, Kaltschweißigkeit oder Synkope werden [angegeben / verneint]. 
     
    Eine Medikamenteinnahme (z. B. ASS, Nitrospray) erfolgte [ja / nein], mit [kein / teilweiser / deutlicher] Besserung.“
    Vorerkrankungen wie KHK, Hypertonie, Diabetes mellitus, Dyslipidämie oder Raucheranamnese werden erfragt. 
     
    Er habe seit ca. 3 Monaten etwa 3-mal täglich Brustschmerzen bei Belastung; eine Attacke habe etwa 10 Minuten gedauert. Heute jedoch habe er Schmerzen in Ruhe bekommen. 
     
    👩 Weiblich – Patientin
    wegen seit 
    bestehenden drĂźckenden retrosternalen Schmerzen
     mit Ausstrahlung in den linken Arm. 
    Heute jedoch habe sie Schmerzen in Ruhe bekommen. Sie bewertete die Schmerzintensität mit 8/10 auf einer Schmerzskala. 
    Die Fragen nach Übelkeit, Dyspnoe, Schwindel und Palpitationen wurden verneint.
    Sie habe seit ca. 3 Monaten etwa 3-mal täglich Brustschmerzen bei Belastung; eine Attacke habe etwa 10 Minuten gedauert.
     


    Dyspnoe


    🧑‍🦰 Männlich (Patient)
    aufgrund seit 
    bestehender akuter Luftnot.

    /progredienter Dyspnoe bei Belastung sowie zuletzt auch in Ruhe.

    Weiterhin gab er 
    trockenen Husten, Orthopnoe und nächtliches Erwachen aufgrund der Dyspnoe an.

    Die Fragen nach
     Fieber, 
    Thoraxschmerzen
     und Schwindel 
    wurden verneint.

    Der Patient berichtet über nächtliche Diaphoresen sowie gelegentlichen Schüttelfrost seit mehreren Tagen.“




    👩 Weiblich (Patientin)
    aufgrund seit
     bestehender Dyspnoe.

    /progredienter Dyspnoe bei Belastung sowie zuletzt auch in Ruhe.

    Weiterhin gab sie
     trockenen Husten, Orthopnoe und nächtliches Erwachen aufgrund der Luftnot 
    an.

    Die Fragen nach 
    Fieber, Thoraxschmerzen und Schwindel 
    wurden verneint.

    Die Patientin berichtet über nächtliche Diaphoresen sowie gelegentlichen Schüttelfrost seit mehreren Tagen.“
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     


    Synkope


    🧑 Männliche Version
     aufgrund einer Synkope.

    Er berichtet ßber einen plÜtzlichen Bewusstseinsverlust (ohne Vorwarnung bzw. / einen Bewusstseinsverlust mit Vorwarnung) wie Schwindel oder Schwarzwerden vor Augen.

    Der Bewusstseinsverlust habe 
    wenige Sekunden 
    gedauert, 
    danach sei es zu einer raschen, vollständigen Erholung gekommen.

    Der Bewusstseinsverlust trat auf beim Stehen in einer Warteschlange / Sitzen auf einem Stuhl / Liegen im Bett.

    Begleitsymptome wie Zungenbiss, Krampfaktivität oder postiktale Verwirrtheit werden verneint.


    👩 Weibliche Version
    aufgrund einer Synkope.

    Sie berichtet ßber einen plÜtzlichen Bewusstseinsverlust (ohne Vorwarnung / einen Bewusstseinsverlust mit Vorwarnung) wie Schwindel oder Schwarzwerden vor Augen.

    Der Bewusstseinsverlust habe 
    wenige Sekunden
     gedauert, 
    danach sei es zu einer raschen, vollständigen Erholung gekommen.

    Der Bewusstseinsverlust trat auf beim (Stehen in einer Warteschlange / Sitzen auf einem Stuhl / Liegen im Bett).

    Begleitsymptome wie Zungenbiss, Krampfaktivität oder postiktale Verwirrtheit werden verneint.
    Schwindel
     
    Die/Der Patient(in) berichtet über seit [x] bestehenden [Dreh-/Schwankschwindel] Schwindel, welcher insbesondere bei [Lagewechsel / Aufstehen / Bewegung] auftritt. Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Hörminderung, Tinnitus, Kopfschmerz oder Bewusstseinsverlust werden [angegeben / verneint]. Vorerkrankungen (z. B. Hypertonie, Herzrhy

     

    Fieber


    Der Patient berichtet ßber seit 2 Tagen bestehendes Fieber bis 38,5 °C mit allgemeiner Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Kein Husten, keine Dyspnoe, keine Dysurie. Keine Bauchschmerzen.
     
    Pneumonie

    Der Patient berichtet ßber Fieber seit 3 Tagen bis 39°C mit Schßttelfrost. 
    Zusätzlich besteht produktiver (Husten) mit (gelblich-grßnlichem Sputum) sowie Belastungsdyspnoe. 
    Thorakale Schmerzen werden atemabhängig angegeben. 
    Kein Hämoptysen. Keine Übelkeit, kein Erbrechen. 
    Als Vorerkrankungen bestehen COPD und Diabetes mellitus. 
    Kein bekannter Allergie gegen Antibiotika.

    HWI
    Die Patientin berichtet ßber seit 2 Tagen bestehende Dysurie sowie Pollakisurie mit vermehrtem Harndrang. 
    Zusätzlich bestehen suprapubische Schmerzen. 
    Fieber oder Schßttelfrost werden verneint. 
    Flankenschmerzen bestehen nicht. 
    Der Urin wird als trĂźb beschrieben, kein sichtbares Blut.
    In der Anamnese sind rezidivierende Harnwegsinfekte bekannt. Kein Dauerkatheter. Keine bekannte Allergie gegen Antibiotika.
    Nephrolithiasis
    Der Patient berichtet ßber akut einsetzende, starke kolikartige Schmerzen in der rechten Flanke seit wenigen Stunden mit Ausstrahlung in die Leiste. 
    Die Schmerzen treten wellenfÜrmig auf und werden als 9/10 angegeben. 
    Begleitend bestehen Übelkeit und Erbrechen.
    Der Patient wirkt unruhig und kann nicht still liegen. Eine Makrohämaturie wird angegeben. Fieber oder Schßttelfrost werden verneint.
    In der Vorgeschichte sind bereits Nierensteine bekannt.


    Bauchschmerzen


    RTW Vorstellung, Seit 2 Tagen Bauchschmerzenim Rechten Oberbauch, dumpf, intermittierend, keine Ausstrahlung. 8/10, Übelkeit vorhanden, kein Fieber, Stuhl und Miktion unauffällig.
     
     
     
    🧑 Männlich – Patient
    Notfallmäßig stellte sich der Patient selbstständig in der ZNA vor wegen seit
     3 Tagen progredienter, dumpfartiger Bauchschmerzen im linken Unterbauch 
    ohne Ausstrahlung. 
    Er bewertete die Schmerzintensität mit 7/10 auf der Schmerzskala. 
    Eine Verstärkung der Schmerzen tritt auf bei [Nahrungsaufnahme / Bewegung / Pressen / Lageveränderung], 
    Besserung durch [z. B. Ruhe / Analgetika / Wärme / Erbrechen]. 
    Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Stuhlveränderungen, Diarrhö, Obstipation, Hämatochezie, Meläna, Fieber oder Dysurie werden [angegeben / verneint]. 
    Eine Schmerzmittel- oder Medikamenteneinnahme erfolgte [ja / nein], mit [kein / teilweiser / deutlicher] Besserung.
     
    👩 Weiblich – Patientin (Original korrigiert)
    wegen seit 3 Tagen progredienter, dumpfartiger Bauchschmerzen im linken Unterbauch 
    ohne Ausstrahlung. 
    Sie bewertete die Schmerzintensität mit 7/10 auf der Schmerzskala. 
    Eine Verstärkung der Schmerzen tritt auf bei [Nahrungsaufnahme / Bewegung / Pressen / Lageveränderung], 
    Besserung durch [z. B. Ruhe / Analgetika / Wärme / Erbrechen]. 
    Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Stuhlveränderungen, Diarrhö, Obstipation, Hämatochezie, Meläna, Fieber oder Dysurie werden [angegeben / verneint]. 
    Eine Schmerzmittel- oder Medikamenteneinnahme erfolgte [ja / nein], mit [kein / teilweiser / deutlicher] Besserung.


     


     
    Erbrechen


    Der Patient berichtet über seit 1 Tag bestehendes mehrfaches Erbrechen von Nahrungsresten ohne Blutbeimengung. Begleitend bestehen Übelkeit und leichte Bauchschmerzen. Fieber wird verneint.
     


    DiarrhĂś


    Der Patient berichtet über seit 2 Tagen bestehende wässrige Durchfälle, etwa 5–6-mal täglich. Begleitend bestehen Bauchkrämpfe und Übelkeit. Fieber wird verneint, kein Blut im Stuhl.
    Keine Antibiotikaeinnahme in letzter Zeit. Keine Auslandsreise. Ein Kontakt im häuslichen Umfeld zeigt ähnliche Symptome. Im häuslichen Umfeld sind keine ähnlichen Symptome bekannt.
     
     
     


     
    Exsikkose


     
    🧑‍🦰 Männlich
    Fremdanamnese durch das Pflegepersonal aufgrund 
    einer progredienten Verschlechterung des Allgemeinzustandes bei Verdacht auf Exsikkose.
    Seit mehreren Tagen besteht eine reduzierte Trinkmenge sowie verminderte Nahrungsaufnahme bei zunehmender Schwäche. 
    Der Patient berichtet Ăźber [z. B. DiarrhĂś / Erbrechen / geringe FlĂźssigkeitsaufnahme].
    Eine neu aufgetretene Verwirrtheit wird verneint/bestätigt. Ein Sturzereignis ist nicht bekannt. Es erfolgte keine kßrzliche Medikamentenänderung. Es bestehen keine Infektzeichen wie Fieber, Husten, Dyspnoe oder Dysurie.


    👩 Weiblich
    Fremdanamnese durch das Pflegepersonal 
    aufgrund einer progredienten Verschlechterung des Allgemeinzustandes bei Verdacht auf Exsikkose.
    Seit mehreren Tagen besteht eine reduzierte Trinkmenge sowie verminderte Nahrungsaufnahme bei zunehmender Schwäche. 
    Die Patientin berichtet Ăźber [z. B. DiarrhĂś / Erbrechen / geringe FlĂźssigkeitsaufnahme].
    Eine neu aufgetretene Verwirrtheit wird verneint/bestätigt. 
    Ein Sturzereignis ist nicht bekannt. Es erfolgte keine kßrzliche Medikamentenänderung. Es bestehen keine Infektzeichen wie Fieber, Husten, Dyspnoe oder Dysurie.
    KU:
    Tachykardie, Hypotonie, trockenen Schleimhäuten und stehenden Hautfalten.
    Gute /verzÜgerter kapillärer Refill. Geringe Diurese. 
     
     
    Vorerkrankungen: [z. B. Demenz, Herzinsuffizienz, chronische Niereninsuffizienz].

    Medikation: [z. B. Diuretika – Torasemid].



     
    Wann haben Sie das letzte Mal Wasser gelassen?“
     
     
     

    V. a. (obere / untere) gastrointestinale Blutung.
     
     


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit … Stunden/Tagen bestehender/ einmaliger leichter.. (Hämatemesis / kaffeesatzartigem Erbrechen / Meläna / Hämatochezie) vor.
    Das Erbrochene wird als (blutig / kaffeesatzartig / ohne Blut) beschrieben. 
    Der Stuhl ist (schwarz-teerig / blutig / unauffällig).
    Begleitend bestehen (Schwindel / allgemeine Schwäche / Palpitationen / Synkope / keine Begleitsymptome). 
    Bauchschmerzen werden (verneint / beschrieben als …). Übelkeit besteht (ja/nein).
    In der Vorgeschichte sind (keine / rezidivierende) ähnliche Episoden bekannt.


    Der/Die Patient/in nimmt regelmäßig (NSAR / Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmer / keine Medikamente) ein. 
    Eine Lebererkrankung ist (nicht bekannt / bekannt: …). 
    Alkoholkonsum (ja/nein, Menge: …).


    Es bestehen (keine / Hinweise auf) Kreislaufbeeinträchtigung mit (Hypotonie / Tachykardie / Blässe / Kaltschweißigkeit).



    Diabetischer Entgleisung


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Stunden/Tagen) erhöhten Blutzuckerwerten um 300 mg/dl bei bekanntem Diabetes mellitus Typ (1/2) vor.
    Es bestehen (Polyurie / Polydipsie / Übelkeit / Erbrechen / Abgeschlagenheit / Bewusstseinsstörung).
    Die Blutzuckerwerte seien zuletzt (deutlich erhĂśht / nicht kontrolliert) gewesen.
    Als mögliche Ursache kommen (Diätfehler / Es bestehen keine Infektzeichen wie Fieber, Husten, Dyspnoe oder Dysurie./ unregelmäßige Medikamenten- bzw. Insulineinnahme / unklar) in Betracht.
     


    Hypertensive Entgleisung


    Der Patient stellt sich mit seit 1 Tag bestehenden Blutdruckwerten bis 190/100 mmHg bei bekannter arterieller Hypertonie vor. 
    Es bestehen (Kopfschmerzen / Schwindel / Unruhe / SehstĂśrungen / keine Beschwerden).
    jedoch (keine Thoraxschmerzen / Dyspnoe / neurologische Auffälligkeiten / keine weiteren Beschwerden).
    Die antihypertensive Medikation wird (regelmäßig / unregelmäßig / nicht) eingenommen. Eine kürzliche Medikamentenänderung erfolgte (ja/nein).
    Eine regelmäßige Blutdruckkontrolle erfolgt nicht. Die letzte Blutdruckkontrolle erfolgte vor (… ) mit Werten um (… mmHg).


    TVT


    🧑 Männliche Version
    Anamnese:
    Der Patient stellte sich selbstständig in die ZNA gebracht 
    aufgrund einer Schwellung und Schmerzhaftigkeit des [linken/rechten] Beines seit .

    Er berichtet Ăźber eine zunehmende Schwellung, SpannungsgefĂźhl und Schmerzen, insbesondere im Bereich der [Wade/Oberschenkels rechts/links.

    Belastung sei erschwert, Ruheschmerzen wĂźrden bestehen.

    Vorgeschichte: z. B. Zustand nach Operation, Immobilisation, frĂźhere Thrombosen, bekannte GerinnungsstĂśrung.

    Risikofaktoren: z. B. Immobilisation, Tumorerkrankung.
    Keine bekannten Blutungserkrankungen.
    KĂśrperlicher Befund:
    Klinisch zeigt sich ein geschwollenes, ßberwärmtes und druckschmerzhaftes 
    [linkes/rechtes] 
    Bein.

    Homans-Zeichen und Payr-Zeichen sind [positiv/negativ].

    Kein Hinweis auf Hautdefekte oder Infektionen.
     
     
     
     
    👩 Weibliche Version
    Anamnese:
    Die Patientin stellte sich selbstständig in die ZNA gebracht aufgrund 
    einer Schwellung und Schmerzhaftigkeit des 
    [linken/rechten] 
    Beines seit  .

    Sie berichtet ßber 
    eine zunehmende Schwellung, Spannungsgefßhl und Schmerzen, insbesondere im Bereich der 
    [Wade/Oberschenkels] 
    Rechts/links.

    Belastung sei erschwert, Ruheschmerzen wĂźrden bestehen.

    Vorgeschichte: z. B. Zustand nach Operation, Immobilisation, frĂźhere Thrombosen, bekannte GerinnungsstĂśrung.

    Risikofaktoren: z. B. Immobilisation, Tumorerkrankung, Einnahme oraler Kontrazeptiva (Antibabypille).

    Keine bekannten Blutungserkrankungen.
    KĂśrperlicher Befund:
    Klinisch zeigt sich ein geschwollenes, ßberwärmtes und druckschmerzhaftes 
    [linkes/rechtes] 
    Bein.

    Homans-Zeichen und Payr-Zeichen sind [positiv/negativ].

    Kein Hinweis auf Hautdefekte oder Infektionen.
     
     

    V. a. Anämie unklarer Genese (DD: Eisenmangel / Blutung / chronische Erkrankung).


     
     
    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Wochen/Monaten) bestehender zunehmender Müdigkeit und Leistungsminderung vor.
    Zusätzlich bestehen (Belastungsdyspnoe / Schwindel / Palpitationen / Blässe / keine weiteren Beschwerden).
    Es bestehen (keine / Hinweise auf) Blutungszeichen wie (Meläna / Hämatochezie / Hämatemesis / verstärkte Menstruation).
    Appetit ist (normal / vermindert). Ein Gewichtsverlust wird (verneint / berichtet).
    In der Vorgeschichte sind (keine / bekannte Anämie / chronische Erkrankungen) bekannt.
    Die letzte ÖGD/Koloskopie erfolgte vor (… Jahren). Befund: (Gastritis / kein pathologischer Befund).


     


    Intoxikation


    Der/Die Patient/in stellt sich nach (vermuteter / gesicherter) Intoxikation mit (… Substanz / Medikament / Alkohol / Drogen) vor.
    Die Aufnahme erfolgte vor (… Stunden). Die eingenommene Menge beträgt (… / unklar).
    Es bestehen (Übelkeit / Erbrechen / Schwindel / Bewusstseinsstörung / Krampfanfälle / keine Beschwerden).
     
    Eine suizidale Absicht wird (verneint / vermutet / bestätigt).
     
    Psychiatrische Vorerkrankungen sind (nicht bekannt / bekannt: …).
     
     
    Die Patientin stellt sich nach vermuteter Intoxikation mit Paracetamol vor. Die Einnahme erfolgte vor etwa 3 Stunden, die Menge ist unklar. Es bestehen Übelkeit und Erbrechen. Eine suizidale Absicht wird verneint.
     


     
    Gelenkschmerzen ohne Trauma


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Tagen/Wochen) bestehenden Gelenkschmerzen ohne vorausgegangenes Trauma vor.
    Die Schmerzen betreffen (ein / mehrere) Gelenk(e), insbesondere (… ), und werden als (dumpf / stechend / belastungsabhängig / in Ruhe) beschrieben.
    Zusätzlich bestehen (Schwellung / Rötung / Überwärmung / Bewegungseinschränkung / keine weiteren Beschwerden).
    Fieber wird (verneint / berichtet). Morgensteifigkeit besteht (ja/nein, Dauer: … Minuten).
    In der Vorgeschichte sind (keine / rheumatologische Erkrankungen / Gicht / Infekte) bekannt.
    Der/Die Patient/in nimmt (keine / NSAR / andere Medikamente: …).
     


    Allergische Reaktion


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Minuten/Stunden) bestehenden Symptomen einer allergischen Reaktion nach (Nahrungsmittel / Medikament / Insektenstich / unklar) vor.
    Es bestehen (Hautausschlag / Juckreiz / Urtikaria / Schwellung im Gesichtsbereich / Lippen-/Zungenschwellung).
    Zusätzlich bestehen (Dyspnoe / Engegefühl im Hals / Heiserkeit / Schwindel / Übelkeit / Erbrechen / keine weiteren Beschwerden).
    Eine Kreislaufbeeinträchtigung mit (Hypotonie / Tachykardie / Synkope) besteht (ja/nein).
    Allergien sind (nicht bekannt / bekannt: …). Eine ähnliche Reaktion in der Vergangenheit bestand (ja/nein).
    Vor Eintreffen wurden (keine / Antihistaminika / Kortison / Adrenalin) verabreicht.
     
    KU
    BewusstseinsstĂśrung (ja/nein)
    Stridor / Atemnot (ja/nein)


    BewusstseinsstĂśrung


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Minuten/Stunden) bestehender Bewusstseinsstörung vor. 
    Die Aufnahme erfolgte (durch Rettungsdienst / eigenständig / aus Pflegeheim).
    Die Bewusstseinslage ist (somnolent / soporĂśs / komatĂśs / wach aber verwirrt).
    Eine Fremdanamnese durch (AngehĂśrige / Pflegepersonal / Rettungsdienst) ergibt (plĂśtzlichen Beginn / schleichenden Verlauf / unklaren Beginn).
    Zusätzlich bestehen (Kopfschmerzen / Fieber / Krampfanfall / Schwindel / fokal-neurologische Defizite / keine weiteren Symptome).
     
    Ein Sturzereignis wird (verneint / berichtet). Alkohol- oder Medikamenteneinnahme wird (verneint / berichtet).
    Bekannter Diabetes mellitus besteht (ja/nein).
    In der Vorgeschichte sind (keine / neurologische Erkrankungen / Epilepsie / Schlaganfall / HerzrhythmusstĂśrungen) bekannt.


    🚨 Red Flags
    Fokal-neurologisches Defizit → Stroke 🚨
    Fieber + Bewusstseinsstörung → Meningitis/Sepsis 🚨
    Hypoglykämie → immer ausschließen!
    Intoxikation?


    ErhĂśhte Transaminasen


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhten Transaminasen vor.

    Die Auffälligkeit wurde im Rahmen einer Routinekontrolle festgestellt.


    aktuell keine Müdigkeit, Oberbauchschmerzen und Übelkeit.

    Ein Ikterus wird verneint / berichtet. Dunkler Urin oder heller Stuhl werden verneint / berichtet.


    Alkoholkonsum besteht ja/nein, Menge: …

    . Medikamente z. B. Paracetamol / Statine werden eingenommen / nicht eingenommen.


    Fieber oder Infektzeichen werden verneint / berichtet. Drogen/iv/Blututransfusion wurden vereint. 
    Reiseanamnese … .


    Beruf..
     
    Leberkrankheit im familie wurden Verneint. 
     


    Leukozytose


     
    V. a. Leukozytose unklarer Genese, DD: infektiÜs / entzßndlich / hämatologisch.
    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei nachgewiesener Leukozytose vor. 
    Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen (keine Beschwerden / Fieber / Abgeschlagenheit / Schmerzen / Infektzeichen. Wie Fieber, Husten, Dysurie oder andere Infektzeichen werden (verneint / berichtet: …).
    Nachtschweiß und Gewichtsverlust werden (verneint / berichtet).
    Eine Kortisontherapie oder andere Medikamente werden (eingenommen / nicht eingenommen).
    In der Vorgeschichte sind (keine / bekannte Infektionen / hämatologische Erkrankungen) bekannt.


    🧠 High-Yield Merkschema
    👉 Leukozytose = 3 große Ursachen
    Infekt 🔥
    EntzĂźndung
    Hämatologisch (Leukämie!) 🚨


    Thrombozytopenie


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei nachgewiesener Thrombozytopenie vor. Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen keine Beschwerden wie vermehrte Blutungsneigung, Hämatome, Petechien, Nasenbluten und Zahnfleischbluten.


    Spontane Blutungen oder verlängerte Blutungszeiten werden verneint / berichtet.



    Keine Meläna und Hämatochezie
    Keine Hämaturie


    Der/Die Patient/in nimmt Heparin , ASS, Antikoagulanzien , andere Medikamente: .


    👉 Verdacht auf HIT immer denken! 🚨
    Ein kĂźrzlicher Infekt wird (verneint / berichtet).
    In der Vorgeschichte sind (keine / hämatologische Erkrankungen / Lebererkrankung) bekannt.
    👉 V. a. Thrombozytopenie unklarer Genese, DD: medikamentös / immunologisch / infektiös / hämatologisch.
    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Thrombozytopenie = Blutung denken!
    👉 Heparin → HIT ausschließen 🚨
    👉 Leber / Milz / Knochenmark
     


    B-Symptome


    Der/Die Patient/in berichtet Ăźber keine / vorhandene B-Symptome.
    👉 Bei positiv:
    Es bestehen Fieber (>38 °C), Nachtschweiß sowie ein ungewollter Gewichtsverlust von … kg innerhalb der letzten … Wochen/Monate.


    🧠 High-Yield Bedeutung
    👉 wichtig bei:
    Lymphom
    Leukämie
    Tumorerkrankungen
    chronische Infektionen (z. B. Tuberkulose)


    🚨 Merksatz
    👉 B = „böse Krankheiten denken!


    ErhĂśhte EntzĂźndungswerte


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhten Entzündungswerten (CRP/Leukozyten) vor. Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen (keine Beschwerden / Fieber / Schmerzen / Abgeschlagenheit / Infektzeichen).
    Fieber, Husten, Dyspnoe, Dysurie oder andere Infektzeichen werden (verneint / berichtet: …).
    Nachtschweiß und Gewichtsverlust werden (verneint / berichtet).
    Eine kĂźrzliche Medikamenteneinnahme (z. B. Antibiotika / Kortison) wird (verneint / berichtet).
    In der Vorgeschichte sind (keine / chronisch-entzĂźndliche Erkrankungen / Tumorerkrankungen) bekannt.


    ⚡ Ultra-Kurz (ZNA)
    HA-Überweisung bei erhöhtem CRP/Leukozyten, aktuell (asymptomatisch / mit Infektzeichen).


    🧠 Prüfungs-Satz
    👉 V. a. entzündliche/inflammatorische Genese unklarer Ursache (DD: infektiös / autoimmun / neoplastisch).


    💡 Beispiel (fertig)
    Der Patient stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhtem CRP und Leukozytose vor. Beschwerden bestehen keine. Fieber und Infektzeichen werden verneint.


    🧠 High-Yield Merkschema
    👉 CRP ↑ = Entzündung denken!
    Infekt 🔥
    Autoimmun
    Tumor


    ErhĂśhte Nierenwerte


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhten Nierenretentionswerten Kreatinin und Harnstoff vor. Der Befund wurde im Rahmen von Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden erhoben.
    Aktuell bestehen keine Beschwerden wie Abgeschlagenheit verminderte Urinmenge, Ödeme und Dyspnoe.



    Die Urinmenge ist normal / vermindert / vermehrt. Dysurie oder Hämaturie werden (verneint / berichtet).



    Eine reduzierte Trinkmenge wird (verneint / berichtet). Übelkeit oder Erbrechen bestehen (ja/nein).



    Der/Die Patient/in nimmt NSAR / ACE-Hemmer / Diuretika / andere Medikamente: ….



    In der Vorgeschichte sind keine / chronische Niereninsuffizienz / Diabetes mellitus / arterielle Hypertonie bekannt.


    ⚡ Ultra-Kurz (ZNA)
    HA-Überweisung bei erhöhtem Kreatinin, (mit/ohne) Oligurie, Medikation: (… ).




    💡 Beispiel (fertig)
    Der Patient stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei erhöhtem Kreatinin vor. Er berichtet über eine verminderte Trinkmenge in den letzten Tagen. Dysurie und Hämaturie werden verneint.


    🧠 High-Yield Merkschema
    👉 3 Ursachen IMMER denken:
    prärenal → Exsikkose 💧
    renal → Nierenschaden
    postrenal → Abflussstörung 🚨


    KaliumstĂśrung


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei Hyperkaliämie / Hypokaliämie vor. Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen keine Beschwerden wie Muskelschwäche , Mßdigkeit, Palpitationen, HerzrhythmusstÜrungen.



    Schwindel oder Synkopen werden verneint / berichtet.



    Der/Die Patient/in nimmt ACE-Hemmer , Diuretika.



    Eine verminderte Trinkmenge oder Durchfälle, Erbrechen werden verneint / berichtet.



    In der Vorgeschichte sind (keine / Niereninsuffizienz / Diabetes mellitus) bekannt.


    ⚡ Ultra-Kurz (ZNA)
    HA-Überweisung bei (Hyper-/Hypokaliämie), (mit/ohne) Symptome, Medikation: (… ).




    💡 Beispiel (fertig)
    Die Patientin stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei Hypokaliämie vor. Sie berichtet über Muskelschwäche und gelegentliche Palpitationen. Eine Diuretikatherapie wird durchgeführt.


    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Kalium = Herz! ❤️
    👉 Hyper → Rhythmusstörung (gefährlich!)
    👉 Hypo → Schwäche + Arrhythmie

    NatriumstĂśrung


    Der/Die Patient/in stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei (Hyponatriämie / Hypernatriämie) vor. Der Befund wurde im Rahmen von (Routinekontrolle / Abklärung von Beschwerden) erhoben.
    Aktuell bestehen (keine Beschwerden wie Verwirrtheit ,Schwindel , Mßdigkeit , Krampfanfälle.



    Eine BewusstseinsstĂśrung wird verneint.

    Keine Übelkeit / Erbrechen
    Keine Krampfanfälle


    Die Trinkmenge ist normal / vermindert / erhĂśht.
    Durchfälle oder Erbrechen werden verneint / berichtet.



    Der/Die Patient/in nimmt Diuretika, Antidepressiva, andere Medikamente.



    In der Vorgeschichte sind keine Niereninsuffizienz /Herzinsuffizienz Lebererkrankung bekannt.


    ⚡ Ultra-Kurz (ZNA)
    HA-Überweisung bei (Hypo-/Hypernatriämie), (mit/ohne) neurologische Symptome, Medikation: (… ).


    🧠 Prüfungs-Satz
    👉 V. a. Elektrolytstörung unklarer Genese (DD: Volumenstörung / SIADH / Exsikkose).


    💡 Beispiel (fertig)
    Der Patient stellt sich auf Überweisung des Hausarztes bei Hyponatriämie vor. Es bestehen Verwirrtheit und Müdigkeit. Eine Diuretikatherapie wird durchgeführt.


    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Natrium = Gehirn 🧠
    👉 Hyponatriämie → Verwirrtheit, Krampf 🚨
    👉 Hypernatriämie → Exsikkose, neurologisch


    Tachykardie / Palpitationen


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Minuten/Stunden/Tagen) bestehenden Palpitationen bzw. Herzrasen vor.
    Die Episoden treten (plötzlich / anfallsartig / dauerhaft) auf und halten jeweils (… Minuten/Stunden) an.



    Zusätzlich bestehen (Schwindel / Dyspnoe / Thoraxschmerzen / Synkope / keine weiteren Beschwerden).



    Eine Synkope wird (verneint / berichtet).
    Die Beschwerden treten (in Ruhe / unter Belastung) auf.


    MĂśgliche AuslĂśser sind (Stress / Koffein / Alkohol / Infekt / keine erkennbaren AuslĂśser).


    In der Vorgeschichte sind (keine / bekannte HerzrhythmusstĂśrungen / SchilddrĂźsenerkrankungen) bekannt.



    Der/Die Patient/in nimmt (keine / Betablocker / Schilddrüsenmedikamente / andere: …).


    ⚡ Ultra-Kurz (ZNA)
    Palpitationen seit (… ), (paroxysmal/persistierend), (mit/ohne) Synkope, DD: Rhythmusstörung.


    🧠 Prüfungs-Satz
    👉 V. a. Herzrhythmusstörung (DD: supraventrikulär / ventrikulär).


    💡 Beispiel (fertig)
    Die Patientin stellt sich mit seit 2 Stunden bestehenden anfallsartigen Palpitationen vor. Zusätzlich bestehen Schwindel und Dyspnoe. Eine Synkope wird verneint.


    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Palpitationen = immer Rhythmus denken ❤️
    👉 Synkope = gefährlich 🚨
    👉 Plötzlich + regelmäßig → SVT


    Struma


    Der/Die Patient/in stellt sich mit seit (… Wochen/Monaten) bestehender Schwellung im Halsbereich vor.
    Die Schwellung ist (zunehmend / gleichbleibend) und wird als (schmerzlos / schmerzhaft) beschrieben.


    Zusätzlich bestehen (Druckgefßhl / Schluckbeschwerden / Dyspnoe / Heiserkeit / keine weiteren Beschwerden).


    Es bestehen (Gewichtsverlust / Palpitationen / Nervosität / Schwitzen).

    Es bestehen (Mßdigkeit / Gewichtszunahme / Kälteintoleranz).


    Schilddrüsenerkrankungen sind (nicht bekannt / bekannt: …).

    Der/Die Patient/in nimmt (keine / Schilddrüsenmedikamente: …).

    ⚡ Ultra-Kurz (ZNA)
    Struma seit (… ), (mit/ohne) Kompressionssymptome, (Hyper-/Hypo-)Symptome.

    🧠 Prüfungs-Satz
    👉 V. a. Struma, DD: euthyreot / hyperthyreot / hypothyreot.

    💡 Beispiel (fertig)
    Die Patientin stellt sich mit seit mehreren Monaten bestehender schmerzloser Schwellung im Halsbereich vor. Zusätzlich bestehen Schluckbeschwerden. Palpitationen oder Gewichtsverlust werden verneint.

    🚨 High-Yield Merkschema
    👉 Struma = Größe + Funktion prüfen!
    👉 Dyspnoe / Heiserkeit = Red Flag 🚨 (Kompression!)

  • ZNA

    AKS

    1. Erste Sekunde: Killers suchen
    Immer dran denken:

    ACS / Herzinfarkt
    Lungenembolie
    Aortendissektion
    (Spannungs‑)Pneumothorax

    5‑Sekunden‑Anamnese (OPQRST‑Kurz)
    Onset: plĂśtzlich vs. langsam, seit wann?
    Place: retrosternal/links/rechts, Ausstrahlung (Arm/Kiefer/RĂźcken)?
    Quality: Druck/Enge/reißend/stechend/pleuritisch?
    Relation: Belastung/Atmung/Lage/Druck auf Brustwand?
    Red flags: Dyspnoe, Übelkeit/Erbrechen, Kaltschweißigkeit, Synkope, Fieber, Husten?

    Sofort‑Diagnostik (ZNA‑Standard)
    Vitalparameter + Monitoring: RR, HF, AF, SpO₂, Temp.
    EKG 12‑Kanal sofort.
    Labor: Troponin, BB, CRP, ggf. D‑Dimer, BGA, Elektrolyte.
    Bildgebung: Röntgen Thorax; bei hoher Wahrscheinlichkeit: CT‑Angio (LE/Dissektion).
    POCUS/Echo bei Instabilität: Pumpfunktion, Perikarderguss, Rechtsherzbelastung, Pneumothorax.

    „Pattern‑Erkennung“ (ultra kurz)
    ACS: retrosternaler Druck/Enge, Ausstrahlung, Belastung, vegetativ (Übelkeit, Schweiß), eher älter.
    LE: plötzliche Dyspnoe + pleuritischer Schmerz, Tachykardie, Thrombose‑Risiko.
    Dissektion: plötzlich „reißend“, in Rücken/Abdomen, BD‑Differenz, evtl. neurologische Ausfälle.
    Spannungs‑PNO: plötzlicher einseitiger stechender Schmerz + Dyspnoe, hypersonor, kein Atemgeräusch, Schocksymptomatik.
    Pneumonie/Pleuritis: Fieber, Husten, pleuritischer Schmerz, RG/Pleurareiben.
    Reflux/Ösophagus: brennend, nach Essen/Liegen, Sodbrennen.
    Muskuloskelettal/psychogen: lokaler Druckschmerz, bewegungsabhängig, Stress, unauffällige Befunde.

    Dyspnoe

    Immer zuerst denken an („Killers“)
    Lungenembolie
    Akutes Herzversagen / LungenĂśdem
    Pneumonie/Sepsis
    (Spannungs‑)Pneumothorax
    Asthma-/COPD‑Exazerbation
    Anaphylaxie
    schwere metabolische Azidose (z. B. DKA)

    5‑Sekunden‑Anamnese
    Beginn: akut (Sekunden/Minuten) vs. subakut (Stunden/Tage) vs. chronisch (Wochen)?
    AuslÜser: Belastung, in Ruhe, nachts (Orthopnoe, nächtliche Dyspnoe)?
    Begleit: Thoraxschmerz, Husten (trocken/produktiv), Fieber, Schwellung Beine, Palpitation, pfeifende Atmung, Allergie/Exposition?
    Risikofaktoren: KHK, Herzinsuffizienz, COPD/Asthma, Thrombose/OP/Immobilisation/Tumor, Rauchen, bekannte LE.
    Verlauf: plĂśtzlich schlagartig vs. langsam progredient.

    Sofort‑Diagnostik in der ZNA
    Vital + Monitoring: RR, HF, AF, SpO₂, Temp, Bewusstseinslage.
    12‑Kanal‑EKG.
    Labor: BB, CRP, BGA, Elektrolyte, Troponin, D‑Dimer (bei passender Vortestwahrscheinlichkeit), BNP/NT‑proBNP.
    Bildgebung: RĂśntgen Thorax (Stauung, Infiltrat, Pneumothorax, Erguss).
    POCUS: Herz (Pumpfunktion, Rechtsherzbelastung, Perikarderguss), Lunge (B‑Lines, Pneumothorax, Pleuraerguss), Vena cava.

    Pattern‑Erkennung (ultra kurz)
    Herzversagen/Lungenödem: Orthopnoe, nächtliche Dyspnoe, Beinödeme, Rasselgeräusche basal, BNP↑, Stauungsröntgen.
    Lungenembolie: plötzliche Dyspnoe, pleuritischer Schmerz, Tachykardie, evtl. Hämoptysen, LE‑Risiko, D‑Dimer/CT‑Angio.
    Pneumonie: Fieber, Husten, produktives Sputum, pleuritischer Schmerz, fokale RG, Infiltrat.
    COPD/Asthma: Giemen, verlängertes Exspirium, Exazerbation, SpO₂ ↓, Hyperkapnie in BGA möglich.
    Pneumothorax: plÜtzliche einseitige Dyspnoe, stechender Schmerz, hypersonor, abgeschwächtes Atemgeräusch.
    Anaphylaxie: Dyspnoe + Urtikaria, Schwellungen, Hypotonie, Stridor.
    Metabolische Azidose (DKA, Sepsis): Kussmaul‑Atmung, Zeichen der Grunderkrankung.

    Fieber

    Always think: „Fieber = Infekt? aber auch…“
    Häufig: Pneumonie, Harnwegsinfekt/Pyelonephritis, Gastroenteritis, Weichteilinfekt, Sepsis.
    Nicht vergessen: Meningitis, Endokarditis, Abszess, Thrombophlebitis/TVT, Medikamentenfieber, Autoimmunerkrankung, Tumor (B‑Symptomatik).

    5‑Sekunden‑Anamnese bei Fieber
    Seit wann? HĂśchste Temperatur? SchĂźttelfrost?
    Lokale Symptome: Husten/Dyspnoe, Dysurie/Flankenschmerz, Bauchschmerz/DiarrhĂś, Kopfschmerz/Nackensteife, HautrĂśtung/Schwellung, Gelenkschmerzen.
    Allgemein: Schüttelfrost, Nachtschweiß, Gewichtsverlust?
    Risikofaktoren: Immunsuppression, Fremdmaterial (Katheter, Prothesen, Klappen), Reisen, Tierkontakte, Zecken.
    Medikamente neu begonnen?

    ZNA‑Basisdiagnostik bei Fieber
    Vitalparameter + Monitoring.
    KĂśrperliche Untersuchung komplett: Lunge, Herz, Abdomen, Nierenlager, Haut, Gelenke, Neurostatus.
    Labor: BB, CRP, ggf. PCT, Nieren‑/Leberwerte, Gerinnung, BGA.
    Blutkulturen (vor Antibiose bei Sepsisverdacht).
    Urinstatus Âą Urinkultur.
    RĂśntgen Thorax bei Husten/Dyspnoe.
    Je nach Klinik: Lumbalpunktion, Sono Abdomen, CT etc.

    Pattern‑Erkennung (kurz)
    Pneumonie: Fieber + Husten + Dyspnoe, RG, Röntgen‑Infiltrat.
    HWI/Pyelonephritis: Fieber + Dysurie + Flankenschmerz, trĂźber Urin.
    Sepsis: Fieber oder Hypothermie + Hypotonie, Tachykardie, Tachypnoe, Verwirrtheit, Laktat↑.
    Meningitis: Fieber + Kopf‑/Nackenschmerz, Meningismus, Bewusstseinsstörung.
    Endokarditis: Fieber + Herzgeräusch, Embolien, Fremdmaterial (Klappen).
    Weichteilinfekt: Fieber + RÜtung/Schwellung/Wärme, Schmerzen lokal.
    Tumor/B‑Symptome: Fieber + Nachtschweiß + Gewichtsverlust, eher subakut/chronisch.

    Synkope

    Denken wie in der PrĂźfung: Synkope = kurzzeitiger Bewusstseinsverlust mit kompletter Erholung
    Immer zuerst:
    Kardial gefährlich? (Arrhythmie, Aortenstenose, LE, Dissektion)
    Neuro? (Krampfanfall, Schlaganfall)
    Hypoton/Reflextyp? (vasovagal, orthostatisch)

    5‑Sekunden‑Anamnese
    Situation: beim Stehen/Sitzen/Liegen? in Ruhe oder unter Belastung? beim Wasserlassen/Husten/Schmerz?
    Vorboten: Schwindel, Übelkeit, Blässe, Schwarzwerden vor Augen, Schwitzen?
    Dauer + Verlauf: Bewusstlosigkeitsdauer (Sekunden/Minuten), rasche komplette Erholung oder anhaltende Verwirrtheit?
    Begleit: Thoraxschmerz, Dyspnoe, Palpitationen, Kopfschmerz, Zungenbiss, Krämpfe, Inkontinenz, Verletzungen.
    Vorerkrankungen/Medikamente: KHK, Herzinsuffizienz, RhythmusstĂśrung, Klappenvitien, LE/TVT, Diabetes, Antihypertensiva, Antiarrhythmika.
    Red Flags: Synkope unter Belastung, im Liegen, mit Brustschmerz, Palpitationen, Dyspnoe, familiärer plÜtzlicher Herztod.

    ZNA‑Basisdiagnostik
    Vitalparameter + Monitoring (RR, HF, AF, SpO₂, Temp).
    12‑Kanal‑EKG (Arrhythmie, Ischämie, Long‑QT, Brugada, AV‑Block etc.).
    Labor: Blutbild, Elektrolyte, Kreatinin, Glukose, ggf. Troponin, D‑Dimer, BGA.
    Orthostase‑Messung (RR/Puls im Liegen/Stehen).
    Evtl. Echo/POCUS (Pumpfunktion, Klappen, Rechtsherzbelastung) bei Verdacht.
    Je nach Klinik: CT‑Schädel/CT‑Angio, EEG, Langzeit‑EKG.

    Pattern‑Erkennung (ultra kurz)
    Kardiale Synkope: plĂśtzlich, ohne Vorwarnung, v. a. in Ruhe oder Belastung, rasche Erholung, oft bekannte Herzkrankheit/Arrhythmie.
    Vasovagal: Auslöser wie Schmerz, Stress, Blut, langes Stehen; Prodromi (Übelkeit, Schwitzen, Schwarzwerden), rasche Erholung.
    Orthostatisch: kurz nach Aufstehen, bei Dehydratation, Diuretika/Antihypertensiva.
    Krampfanfall: Zungenbiss (seitlich), tonisch‑klonische Bewegungen, längere postiktale Verwirrtheit, Myalgien.
    Lungenembolie/Aortenstenose/Dissektion: Synkope + Dyspnoe oder Vernichtungsschmerz.

    Immer zuerst: gefährliche Ursachen bedenken (Oberbauch)
    Akutes Koronarsyndrom (kann epigastrisch/Oberbauch sein!)
    Perforiertes Ulkus / akutes Abdomen
    Akute Cholezystitis / Cholangitis
    Akute Pankreatitis
    Aortendissektion, rupturiertes Aortenaneurysma
    Hepatische Ursachen (z. B. Leberkapselspannung)

    5‑Sekunden‑Anamnese Oberbauch
    Lokalisation: epigastrisch, rechter Oberbauch, linker Oberbauch, gĂźrtelfĂśrmig?
    Beginn: plĂśtzlich vs. schleichend, seit wann, progredient?
    Charakter: dumpf/kolikartig/stechend/brennend, gĂźrtelfĂśrmig?
    Ausstrahlung: RĂźcken (Pankreas, Ulkus), rechte Schulter (Galle/Diaphragma), Thorax/Arm (ACS)?
    Einfluss: Nahrungsaufnahme, Lage, Bewegung, Alkohol, NSAR‑Einnahme?
    Begleit: Übelkeit/Erbrechen, Fieber/Schüttelfrost, Stuhlveränderung (Teerstuhl, Diarrhö, Obstipation), Ikterus, Meteorismus.
    Vorerkrankungen/Risiken: Gallensteine, Alkohol, Ulkus, NSAR, KHK.

    ZNA‑Basisdiagnostik
    Vitalparameter + Monitoring (RR, HF, AF, SpO₂, Temp).
    KĂśrperliche Untersuchung:Abdomen: Druckschmerz (wo?), Abwehrspannung, Loslassschmerz, Klopfschmerz Leber/Galle/Pankreas/Nierenlager.
    Murphy‑Zeichen, peritoneale Zeichen, Abwehr/Defense.
    Labor:Blutbild, CRP.
    Leberwerte (AST, ALT, AP, GGT, Bilirubin).
    Lipase/Amylase.
    Elektrolyte, Nierenwerte.
    ggf. Troponin (ACS‑Ausschluss), Laktat.
    Sonographie Abdomen (Pflicht): Gallenblase, Gallenwege, Leber, Pankreas (sofern einsehbar), Aorta, freie FlĂźssigkeit.
    Je nach Befund: CT Abdomen, Gastroskopie, CT‑Angio bei Verdacht auf Dissektion.

    Pattern‑Erkennung (ultra kurz)
    Cholezystitis (RUQ): Kolikartige Schmerzen re. Oberbauch, Ausstrahlung rechte Schulter, nach fettreicher Kost, Fieber, Murphy positiv, Gallensteine.
    Cholangitis: RUQ‑Schmerz + Fieber + Ikterus (Charcot‑Trias).
    Pankreatitis (Epigastrium): Gürtelförmiger Oberbauchschmerz in den Rücken, „Gummibauch“, Übelkeit/Erbrechen, Lipase↑, Alkohol/Gallensteine.
    Ulkus / Ulkusperforation: epigastrischer Schmerz, NSAR‑Anamnese, Teerstuhl, freie Luft im Abdomen bei Perforation.
    ACS: epigastrische Schmerzen, Übelkeit, Schwitzen, v. a. bei älteren/diabetischen Patienten – EKG/Troponin immer mitdenken.
    Gastroenteritis: diffuse abdominelle Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, oft Kontaktanamnese.
    Hepatische Ursachen: Druckschmerz rechter Oberbauch, Hepatomegalie, Ikterus, Leberwerte↑.

    AKUTES NIERENVERSAGEN (AKI)

    MĂźdigkeit(AZ) und reduzierter Urinmenge.

    KDIGO-Definition

    AKI = mindestens 1 Kriterium:

    • Kreatinin ↑ ≥ 0,3 mg/dl in 48 h
    • Kreatinin ↑ ≥ 1,5× in 7 Tagen
    • Urin < 0,5 ml/kg/h â‰Ľ 6 h

    Einteilung: prärenal vs. renal vs. postrenal 

    Diagnostik: 

    • Anamnese (FlĂźssigkeit, Medikamente!)
    • Klinik (Exsikkose, Ödeme)
    • Labor (Krea, Harnstoff, Elektrolyte)
    • Urinstatus (Sediment!)
    • Sonographie der Nieren (Harnstau?)

    ➡️ Ziel: prärenal vs. renal vs. postrenal unterscheiden

    prärenale AKI ist am häufigsten, z. B. durch:

    • Volumenmangel
    • Diuretika
    • ACE-Hemmer
    • NSAR

    Therapeutisch sofort

    • Volumengabe, wenn prärenal
    • Nephrotoxische Medikamente stoppen
    • Harnabfluss sichern bei postrenalem AKI
    • Engmaschige Kontrollen (Diurese, Elektrolyte)

    Dialyse-Indikation – AEIOU : BGA Notfall

    • A – AzidosepH < 7,1 (therapierefraktär)
    • E – ElektrolytstĂśrungHyperkaliämie â‰Ľ 6,5 mmol/l oder ECG-Veränderungen
    • I – Intoxikation: dialysierbare Toxine: Methanol, Ethylenglykol, Lithium, Salicylate
    • O – Overload (Volumen)LungenĂśdem, therapierefraktär (Diuretika wirkungslos)
    • U – UrämieUrämische Symptome: Enzephalopathie, Perikarditis, Blutung
      (oft Harnstoff > 150–200 mg/dl)

    Nephrotoxische Medikation

    🔴 Sehr häufig

    • NSAIDs (Ibuprofen, Diclofenac)
    • ACE-Hemmer / ARBs (v. a. bei Volumenmangel, Nierenarterienstenose)
    • Diuretika (Dehydratation → prärenales AKI)

    🔴 Antibiotika

    • Aminoglykoside (Gentamicin)
    • Vancomycin
    • Amphotericin B

    🔴 Kontrastmittel

    • RĂśntgen-Kontrastmittel (iodhaltig)

    🔴 Onkologie / Immunsuppression

    • Cisplatin
    • Calcineurin-Inhibitoren (Cyclosporin, Tacrolimus)

    🔴 Sonstige (klassische PrĂźfungsfallen)

    • Lithium
    • Allopurinol
    • PPI (interstitielle Nephritis!)

    Merksatz

    🧠 â€žNSAID – ACE – Diuretika – AB – Kontrast – Chemo – Lithium“

    ANÄMIE UNKLAR

    MĂźdigkeit, Leistungsabfall und Schwindel, Belastungsdyspnoe

    Ich klassifiziere die Anämie zunächst nach:

    • MCV (mikro-, normo-, makrozytär)
    • MCH (hypo-, normo-, hyperchrom)

    Top-DD nach Typ!

    • Mikrozytär: Eisenmangel, Thalassämie
    • Normozytär: Anämie chronischer Erkrankung, akute Blutung
    • Makrozytär: Vitamin-B12-, Folsäuremangel, Alkohol

    Basisdiagnostik

    • BB mit Indizes (MCV, MCH)
    • Ferritin, Transferrinsättigung
    • Vitamin B12, Folsäure
    • Retikulozyten
    • ggf. Haptoglobin, LDH (Hämolyse)

    ➡️ Bei V. a. Eisenmangel: GI-Blutung ausschließen (Gastro-/Koloskopie!)

    Eine Transfusion erfolgt bei:

    • Hb < 7 g/dl
    • oder symptomatischer Anämie
    • oder bei kardiovaskulären Risikopatienten

    maligne Ursache?

    • Unklarer Eisenmangel
    • Gewichtsverlust
    • Nachtschweiß
    • fehlendes Ansprechen auf Substitution

    ➡️ â†’ Onkologische Abklärung

    SEPSIS

    Fieber, Verwirrtheit und Schwäche  
    Bekannt ist ein Harnwegsinfekt seit 3 Tagen.

    definieren Sie Sepsis? 

    Sepsis ist eine lebensbedrohliche Organdysfunktion infolge einer dysregulierten Wirtsantwort auf eine Infektion.

    Organdysfunktionen sehen Sie hier?

    Hypotonie, BewusstseinsstĂśrung, Tachykardie, Tachypnoe

    qSOFA ≥ 2 = hohes Sepsis-Risiko

    AF ≥ 22 /minRR systolisch ≤ 100 mmHgGCS < 15

    diagnostisch vor?

    • Blutkulturen ×2 (vor Antibiose!)
    • Labor: BB, CRP, PCT, Laktat
    • BGA
    • Fokussuche (Urin, RĂśntgen Thorax, Sono Abdomen)

    Therapeutisch SOFORT? 

    • Sauerstoffgabe
    • GroßzĂźgige Volumengabe
    • Breitbandantibiose i.v.
    • i.v.-Zugänge + Monitoring
    • ggf. Katecholamine bei persistierender Hypotonie

    ➡️ Zeit = Prognose!

    Wann sprechen Sie von septischem Schock?: HF/SBD mehr als 1

    Wenn trotz ausreichender Volumengabe:

    • Vasopressoren nĂśtig sind
    • und Laktat erhĂśht ist

    ➡️ â†’ Intensivpflichtig

    HERZINSUFFIZIENZ (DEKOMPENSIERT)

    zunehmender DyspnoeOrthopnoe und BeinĂśdemen seit einigen Tagen vor.
    Vorerkrankungen: KHK, Arterielle Hypertonie

    Bei Aufnahme:: RR 170/95 mmHg, HF 105/min, SpO₂ 90 % (RA), AF 24/min

    feuchte Rasselgeräusche basal, KnÜchelÜdeme beidseits

     AuslĂśser einer Dekompensation?

    • Infekt (v. a. Pneumonie)
    • RhythmusstĂśrung (z. B. Vorhofflimmern)
    • Hypertonie
    • Myokardischämie
    • Therapie-Non-Compliance (Salz/FlĂźssigkeit)

    diagnostisch vor?

    • Klinik (Ödeme, Rasselgeräusche, Halsvenenstauung)
    • Labor: BNP / NT-proBNP, Nierenwerte
    • EKG
    • RĂśntgen-Thorax (Stauung, Pleuraerguss)
    • Echokardiographie (EF, Klappen)

     therapeutisch sofort?

    • Sauerstoff
    • OberkĂśrperhochlagerung
    • i.v. Schleifendiuretikum
    • Nitrate bei Hypertonie
    • Monitoring

    ➡️ Danach Ursache behandeln (Infekt, Rhythmus, Ischämie).

    Wann gehĂśrt der Patient auf die Intensivstation?

    • Respiratorische Insuffizienz
    • Hypotonie / Schock
    • schwere Tachy- oder Bradyarrhythmie
    • fehlendes Ansprechen auf Therapie

    PNEUMONIE (COMMUNITY-ACQUIRED)

    Husten, Fieber (39 °C) und zunehmender Dyspnoe  
    Rasselgeräusche basal rechts.
    SpO₂ 91 % (RA).

    Wie sichern Sie die Diagnose?

    • Klinik (Husten, Fieber, Dyspnoe)
    • RĂśntgen-Thorax (Infiltrat)
    • Labor (CRP, ggf. PCT)

    ➡️ Pneumonie = klinisch + radiologisch.

    Schweregrad:

    Mit dem CRB-65-Score:

    • Confusion
    • RR < 90/60
    • Breathing ≥ 30/min
    • 65 Jahre

    ➡️ â‰Ľ1 Punkt → stationär.

    Therapie 

    • Kalkulierte Antibiose (z. B. Aminopenicillin Âą Betalaktamasehemmer)
    • Sauerstoff
    • FlĂźssigkeit
    • FrĂźhmobilisation

    ➡️ Antibiose zeitnah, nicht abwarten.

    Wann Intensivstation?

    • respiratorische Insuffizienz
    • septischer Schock
    • multilobäre Infiltrate
    • steigendes Laktat

    Pneumonie ist eine klinische Diagnose mit Röntgenbestätigung –
    CRB-65 entscheidet Ăźber die Aufnahme.

    AECOPD

    bekannter COPD-Patient (GOLD III), stellt sich mit zunehmender Dyspnoevermehrtem Husten und purulentem Sputum seit 2 Tagen vor.
    SpO₂ 86 % (RA), AF 28/min.

    Wie definieren Sie eine AECOPD?

    Eine AECOPD ist eine akute Verschlechterung der respiratorischen Symptome, die eine Therapieänderung erforderlich macht.

    AuslĂśser?

    • Infekte (viral > bakteriell)
    • Luftverschmutzung
    • Therapie-Non-Compliance
    • Pneumonie
    • Lungenembolie (immer mitdenken!)

    diagnostisch vor?

    • Klinik + Atemfrequenz
    • BGA (Hyperkapnie? Azidose?)
    • RĂśntgen-Thorax (Pneumonie ausschließen!)
    • Labor (CRP, ggf. PCT)

    Therapie – was machen Sie sofort?

    • Sauerstoff (Ziel-SpO₂: 88–92 %)
    • Kurz wirksame Bronchodilatatoren (SABA + SAMA)
    • Systemische Glukokortikoide
    • Antibiotika bei purulentem Sputum
    • NIV bei respiratorischer Azidose

    Wann intubieren Sie?

    • Versagen der NIV
    • zunehmende BewusstseinsstĂśrung
    • schwere Azidose
    • respiratorische ErschĂśpfung

    Bei COPD nie zu viel Sauerstoff – Ziel ist 88–92 %

    VORHOFFLIMMERN

    Palpitationen und Belastungsdyspnoe vor.
    EKG: absolute Arrhythmiekeine P-Wellenunregelmäßiger Rhythmus, HF 130/min.

    Vorerkrankungen:: Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2

    Welche Ziele haben Sie in der Akuttherapie?

    Die Ziele sind:

    1. Frequenzkontrolle
    2. Thromboembolie-Prophylaxe
    3. ggf. Rhythmuskontrolle

    Frequenz?

    • Betablocker (z. B. Metoprolol)
    • alternativ Verapamil/Diltiazem
    • Digoxin bei Herzinsuffizienz

    ➡️ Ziel: HF < 110/min (lenient).

    kardiovertieren Sie?

    • bei hämodynamischer Instabilität â†’ sofort elektrisch
    • bei stabilem Patienten:
      • Dauer < 48 h â†’ Kardioversion mĂśglich
      • > 48 h / unklar â†’ erst Antikoagulation oder TEE

    Antikoagulation?

    Mit dem CHA₂DS₂-VASc-Score:

    C Herzinsuffizienz, H Hypertonie, A₂ Alter ≥ 75, D Diabetes, S₂ Schlaganfall, V Gefäßerkrankung, A Alter 65–74, Sc weibliches Geschlecht

    ➡️ â‰Ľ 2 Punkte → Antikoagulation!

    Welche Antikoagulation bevorzugen Sie?

    DOAKs sind Mittel der Wahl,
    Vitamin-K-Antagonisten bei:

    • mechanischer Klappe
    • schwerer Mitralstenose

    Vorhofflimmern = Frequenz kontrollieren + Schlaganfall verhindern.“

    DIABETES-ENTGLEISUNG

    Diabetes mellitus Typ 2 wird wegen Polydipsie, Polyurie, Schwäche und Übelkeit  
    BZ bei Aufnahme: 420 mg/dl.
    Der Patient wirkt dehydriert.

    Welche Formen der Diabetes-Entgleisung kennen Sie? (Klassiker!)

    1. Diabetische Ketoazidose (DKA)
    2. Hyperosmolares hyperglykämisches Syndrom (HHS)
    3. Hypoglykämie

    Wie unterscheiden Sie DKA und HHS?

    • DKA:
      • meist Typ-1
      • Ketone + Azidose
      • BZ moderat erhĂśht
    • HHS:
      • meist Typ-2
      • keine Ketose
      • extrem hoher BZ, starke Dehydratation

    Welche Diagnostik fĂźhren Sie durch?

    • BZ-Verlauf
    • BGA (pH, HCO₃⁻)
    • KetonkĂśrper (Blut/Urin)
    • Elektrolyte (v. a. Kalium!)
    • Ursachensuche (Infekt!)

    Was machen Sie therapeutisch sofort? (sehr wichtig!)

    1. Volumentherapie i.v.
    2. Insulin i.v. (nach Kaliumkontrolle!)
    3. Kalium-Substitution bei Bedarf
    4. Behandlung der Ursache (z. B. Infekt)

    👉 Volumen kommt vor Insulin!

    Warum ist Kalium so wichtig?

    Insulin senkt das Serum-Kalium,
    daher kann eine Hypokaliämie lebensbedrohlich werden.

    „Bei Diabetes-Entgleisung: erst Volumen, dann Insulin –
    Kalium nie vergessen.“

    ELEKTROLYTSTÖRUNG

     Verwirrtheit und Gangunsicherheit  
    Labor:

    • Na⁺ 118 mmol/l
    • K⁺ 5,9 mmol/l
      Medikation: Thiazid, ACE-Hemmer.

    Leitsymptom / Hauptproblem?

    Wie gehen Sie prinzipiell bei ElektrolytstĂśrungen vor?

    Ich beurteile:

    1. Schweregrad
    2. Symptomatik
    3. Akut vs. chronisch
    4. Ursache / Medikamente

    🧂 HYPO­NATRIÄMIE

    Was sind häufige Ursachen?

    • Diuretika (v. a. Thiazide)
    • SIADH
    • Herz-/Leber-/Niereninsuffizienz
    • Polydipsie

    Wann ist die Hyponatriämie ein Notfall?

    Bei neurologischen Symptomen:

    • Verwirrtheit
    • Krampfanfälle
    • BewusstseinsstĂśrung

    ➡️ â†’ intensivpflichtig

    Therapie – was machen Sie?

    • Ursache beheben (Diuretika stoppen)
    • FlĂźssigkeitsrestriktion
    • bei schweren Symptomen: < 120 mmol/l
      • 3 % NaCl langsam!

    ⚠️ Korrektur max. 8–10 mmol/l / 24 h
    (Osmotische Demyelinisierung!)

     HYPERKALIÄMIE 

    Warum ist Hyperkaliämie gefährlich?

    Wegen des Risikos lebensbedrohlicher HerzrhythmusstĂśrungen.

    Wie behandeln Sie akut? (SEHR wichtig!)

    1. Calcium i.v. (Membranstabilisierung)
    2. Insulin + Glukose
    3. β₂-Sympathomimetika
    4. ggf. Dialyse

    👉 Calcium kommt zuerst!

    „Hyponatriämie langsam korrigieren –
    Hyperkaliämie sofort behandeln.“

    GASTROINTESTINALE BLUTUNG

    Ein 68-jähriger Mann stellt sich mit Meläna und Schwindel vor.
    Er nimmt ASS und Marcumar

    Bei Aufnahme: RR 95/60 mmHg HF 110/min Hb 7,8 g/dl

    Wie unterscheiden Sie obere und untere GI-Blutung?

    • Obere GI-Blutung:
      • Meläna, Hämatemesis
    • Untere GI-Blutung:
      • Hämatochezie, hellrotes Blut

    👉 Merksatz: Schwarz = oben.

    Was sind häufige Ursachen einer oberen GI-Blutung?

    • Ulkus ventriculi / duodeniÖsophagusvarizen Erosive Gastritis, Mallory-Weiss-Läsion

    Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    • Klinische Einschätzung (Kreislauf!)
    • Labor: Hb-Verlauf, Gerinnung
    • Zwei großlumige i.v.-Zugänge
    • ÖGD (dringlich!)

    ➡️ Bei V. a. untere GI-Blutung: Koloskopie

    Was machen Sie therapeutisch sofort? (SEHR wichtig!)

    • Volumengabe
    • EKs bei Bedarf
    • PPI i.v.
    • Gerinnung korrigieren
    • Monitoring

    ➡️ Bei Varizen: Terlipressin + Antibiotika

    Wann ist Intensivstation erforderlich?

    • Hämodynamische Instabilität, Hb-Abfall trotz Therapie, massive Blutung, relevante Komorbiditäten

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Bei GI-Blutung zuerst stabilisieren, dann endoskopieren.“

    LEUKOZYTOSE / LEUKOPENIE

    Ein 67-jähriger Mann wird wegen Abgeschlagenheit und subfebriler Temperaturen vorgestellt.
    Labor:

    Leukozyten 22.000/Âľl Hb 11,2 g/dl Thrombozyten 140.000/Âľl

    Wie gehen Sie strukturiert an eine Leukozytose heran? (Klassiker!)

    Zunächst unterscheide ich zwischen:

    1. Reaktiv (Infekt, Stress, Steroide)
    2. Maligne (Leukämien, MPN)

    👉 Diese Zweiteilung WILL der PrĂźfer hĂśren.

    Welche Ursachen kommen infrage?

    • InfektiĂśs (bakteriell)
    • EntzĂźndlich
    • MedikamentĂśs (Glukokortikoide)
    • Hämatologisch maligne (akute/chronische Leukämie)

    Welche Diagnostik fĂźhren Sie durch?

    • Differenzialblutbild
    • Blutausstrich
    • CRP / PCT
    • Verlaufskontrollen

    ➡️ Bei V. a. Malignität:

    • Knochenmarkspunktion
    • Hämatologische Vorstellung

    Welche Warnzeichen sprechen fßr eine Leukämie?

    • Blasten im peripheren Blut
    • Anämie + Thrombozytopenie
    • B-Symptomatik
    • fehlende Infektzeichen

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Leukozytose ist reaktiv, bis das Gegenteil bewiesen ist –
    Blutausstrich nicht vergessen.“

    THROMBOZYTOPENIE

    Ein 71-jähriger Mann entwickelt 5 Tage nach stationärer Aufnahme einen Abfall der Thrombozyten von 220.000/Âľl auf 85.000/Âľl.
    Er erhält niedermolekulares Heparin zur Thromboseprophylaxe.
    Klinisch keine aktive Blutung.

    Wie gehen Sie strukturiert an eine Thrombozytopenie heran?

    Ich unterscheide:

    1. Verminderte Bildung (Knochenmark)
    2. Vermehrter Verbrauch / ZerstĂśrung
    3. VerteilungsstĂśrung (Hypersplenismus)

    Welche Differenzialdiagnosen sind hier besonders wichtig?

    • HIT Typ II
    • ITP
    • Sepsis-assoziierte Thrombozytopenie
    • MedikamentĂśs
    • Knochenmarkserkrankung

    Warum denken Sie hier besonders an eine HIT?

    Wegen:

    • Thrombozytenabfall 5–10 Tage nach Heparingabe
    • Abfall > 50 %
    • aktuelle Heparinexposition

    ➡️ Klassischer HIT-Zeitpunkt!

    Wie gehen Sie bei HIT-Verdacht vor? (SEHR wichtig!)

    1. Heparin sofort absetzen
    2. Alternatives Antikoagulans (z. B. Argatroban)
    3. 4T-Score berechnen
    4. HIT-AntikĂśrper testen

    ⚠️ KEIN Abwarten!

    Wie unterscheidet sich die ITP?

    • Isolierte Thrombozytopenie
    • kein zeitlicher Bezug zu Heparin
    • oft Blutungszeichen
    • Therapie: Glukokortikoide / IVIG

    HÄMOLYSE / KNOCHENMARKSERKRANKUNG

    Ein 66-jähriger Mann wird wegen Anämie, Ikterus und Dunkelfärbung des Urins vorgestellt.
    Labor:

    Hb 8,5 g/dl LDH ↑ Bilirubin indirekt ↑ Haptoglobin ↓ Retikulozyten ↑

    Wie erkennen Sie eine Hämolyse im Labor? (Klassiker!)

    • LDH erhĂśht
    • Indirektes Bilirubin erhĂśht
    • Haptoglobin erniedrigt
    • Retikulozyten erhĂśht

    Wie klassifizieren Sie hämolytische Anämien?

    Ich unterscheide:

    Immunologisch (z. B. AIHA) Mechanisch (z. B. Klappen) Hereditär (z. B. Sphärozytose) MedikamentĂśs / toxisch

    Welche Diagnostik ist jetzt entscheidend?

    • Direkter Coombs-Test
    • Blutausstrich
    • ggf. Knochenmarkspunktion bei unklarer Situation

    Wann denken Sie eher an eine Knochenmarkserkrankung?

    • Panzytopenie
    • niedrige Retikulozyten
    • Blasten im Blut
    • fehlende Hämolysezeichen

    ➡️ â†’ V. a. Leukämie / MDS / Myelom

    Was machen Sie therapeutisch bei autoimmunhämolytischer Anämie?

    Glukokortikoide sind die Erstlinientherapie,
    ggf. Transfusion bei schwerer Symptomatik.

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)LDH hoch + Haptoglobin runter = Hämolyse, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    POLYARTHRITIS

    Eine 55-jährige Frau stellt sich mit schmerzhaften, geschwollenen Gelenken an beiden Händen seit 6 Wochen vor.
    Sie berichtet Ăźber Morgensteifigkeit > 1 Stunde.
    Keine Trauma-Anamnese.

    Wie unterscheiden Sie entzĂźndliche von degenerativen Gelenkbeschwerden?
    (SEHR prĂźfungsrelevant!)

    • EntzĂźndlich: Morgensteifigkeit > 30–60 min, Ruheschmerz, Schwellung, Überwärmung.
    • Degenerativ:Belastungsschmerz, kurze Morgensteifigkeit, keine EntzĂźndungszeichen.

    Welche Differenzialdiagnosen kommen infrage?

    Rheumatoide ArthritisPsoriasisarthritisSLEGicht / PseudogichtVirale Arthritis

    Welche Diagnostik fĂźhren Sie durch?

    • Labor: CRP, BSG
    • Rheumafaktor, Anti-CCP
    • ANA
    • RĂśntgen Hände/Füße
    • ggf. Sonographie / MRT

    Wie therapieren Sie initial?

    • NSAR symptomatisch
    • Glukokortikoide niedrig dosiert (ÜberbrĂźckung)
    • frĂźhzeitige DMARD-Therapie (z. B. Methotrexat)

    ➡️ Ziel: Remission, nicht nur Schmerzfreiheit

    Warum ist eine frĂźhe Therapie wichtig?

    Um irreversible Gelenkdestruktionen zu verhindern
    („window of opportunity“).

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Morgensteifigkeit über eine Stunde ist entzündlich, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    VASKULITIS-VERDACHT

    Ein 62-jähriger Mann stellt sich mit Allgemeinsymptomen (Fieber, Gewichtsverlust), Myalgien und neu aufgetretener Nierenfunktionsverschlechterung vor.
    Zusätzlich bestehen purpurische Hautveränderungen an den Unterschenkeln.

    Welche Hauptformen der Vaskulitiden kennen Sie? (Klassiker!)

    Vaskulitiden werden nach der Gefäßgröße eingeteilt:

    GroßgefäßvaskulitidenMittelgefäßvaskulitidenKleingefäßvaskulitiden

    Welche Differenzialdiagnosen sind hier wichtig?

    ANCA-assoziierte VaskulitidenIgA-VaskulitisKollagenosen (z. B. SLE)Infektionen (Endokarditis!)Malignome

    👉 PrĂźfer lieben: â€žInfektionen immer ausschließen.“

    Welche Diagnostik fĂźhren Sie durch?

    • Labor: CRP, BSG
    • ANCA (c-ANCA, p-ANCA)
    • Urinstatus (Erythrozyten, Zylinder!)
    • Nierenwerte
    • ggf. Biopsie (Haut, Niere)

    ➡️ Histologie ist Goldstandard.

    Wie gehen Sie therapeutisch vor?

    • Glukokortikoide hochdosiert
    • bei Organbeteiligung:
      • Immunsuppression (z. B. Cyclophosphamid / Rituximab)
    • enge interdisziplinäre Betreuung

    Wann ist es ein Notfall?

    Bei rascher Organbeteiligung, z. B.:

    • rasch progrediente Glomerulonephritis, Lungenblutung, ZNS-Beteiligung

    ➡️ â†’ sofortige Therapie!

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Systemische Symptome + Organbeteiligung = Vaskulitis, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    B-SYMPTOMATIK

    Ein 60-jähriger Mann stellt sich wegen ungewolltem Gewichtsverlust (8 kg in 3 Monaten)Nachtschweiß und subfebriler Temperaturen vor.
    Keine Schmerzen, kein Infektfokus.

    Was ist Ihr Leitsymptom / Ihre Verdachtsdiagnose?

    Es liegt eine B-Symptomatik vor, hochverdächtig auf eine maligne Erkrankung, insbesondere ein Lymphom.

    Was gehĂśrt zur B-Symptomatik? (Klassiker!)

    • Fieber > 38 °C
    • Nachtschweiß
    • Gewichtsverlust > 10 % in 6 Monaten

    👉 Diese Dreierkombination MUSS sitzen.

    Welche Differenzialdiagnosen kommen infrage?

    • Malignome (Lymphom, solide Tumoren)
    • Chronische Infektionen (TBC, HIV, Endokarditis)
    • Autoimmunerkrankungen

    👉 PrĂźfersatz: â€žInfektion immer mit ausschließen.“

    Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    • Klinische Untersuchung (Lymphknoten!)
    • Labor: BB, CRP, LDH
    • CT Thorax/Abdomen
    • Biopsie auffälliger Lymphknoten

    ➡️ Ohne Histologie keine Diagnose.

    Welche Laborveränderung ist typisch bei Lymphomen?

    Eine erhĂśhte LDH als Zeichen hoher Tumoraktivität.

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „B-Symptomatik ist Lymphom, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    GEWICHTSVERLUST + ANÄMIE

    Eine 70-jährige Frau stellt sich wegen ungewolltem GewichtsverlustMĂźdigkeit und Leistungsabfall vor.
    Labor:

    • Hb 9,2 g/dl
    • MCV mikrozytär
    • Ferritin erniedrigt

    Leitsymptom / Verdachtsdiagnose?

    Es besteht eine mikrozytäre Anämie bei Gewichtsverlust, hochverdächtig auf eine maligne Erkrankung, insbesondere einen GI-Tumor.

    Was ist die wichtigste Differenzialdiagnose? (Klassiker!)

    Kolonkarzinom, bis das Gegenteil bewiesen ist.

    Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    • Labor: Eisenstatus
    • Stuhltest auf okkultes Blut (nicht ausreichend allein!)
    • Koloskopie
    • ggf. Gastroskopie
    • CT Abdomen zum Staging

    ➡️ Eisenmangel beim älteren Patienten = Tumorsuche!

    Welche weiteren Differenzialdiagnosen gibt es?

    • Andere GI-Tumoren
    • Gynäkologische Tumoren
    • Malabsorption
    • Chronische EntzĂźndung

    Wann transfundieren Sie?

    Bei:

    • Hb < 7 g/dl
    • oder Symptomatik / kardialer Vorerkrankung

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    „Eisenmangel + Gewichtsverlust beim älteren Patienten ist Kolonkarzinom, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

    TUMOR UNKLARER PRIMARIUS (CUP)

    Ein 65-jähriger Mann wird wegen multipler Leberläsionen im CT vorgestellt.
    Der Primärtumor ist unklar.
    Der Patient berichtet Ăźber Gewichtsverlust und MĂźdigkeit, keine spezifischen Symptome.

    Was ist Ihre Verdachtsdiagnose?

    Es handelt sich um ein CUP-Syndrom (Cancer of Unknown Primary).

    Was bedeutet CUP? (Definition, sehr beliebt)

    CUP bezeichnet Metastasen, bei denen trotz adäquater Diagnostik kein Primärtumor identifiziert werden kann.

    Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    1. Anamnese & klinische Untersuchung
    2. Basislabor (BB, Leberwerte, LDH)
    3. CT Thorax / Abdomen / Becken
    4. Biopsie einer Metastase
    5. Histologie + Immunhistochemie

    ➡️ Histologie ist entscheidend.

    Welche Primärtumoren sind häufig bei CUP?

    • LungeGI-TraktPankreasProstataBrust

    Welche Rolle spielt das Tumorboard?

    Die Therapieentscheidung erfolgt interdisziplinär im Tumorboard, abhängig von:

    • Histologie
    • Metastasierung
    • Allgemeinzustand des Patienten

    Ist die Prognose gut oder schlecht?

    Die Prognose ist meist ungĂźnstig, abhängig von Metastasenmuster und Differenzierung.

    🧠 MARKSATZ (PRÜFUNGSGOLD!)

    CUP heißt: Metastase zuerst sichern –Histologie vor Therapie.“

  • Anamese



    AKS / Thoraxschmerz


    Patient(in) mit seit (… h/Tag) bestehenden retrosternalen (drückenden/engen) Thoraxschmerzen, (mit/ohne) Ausstrahlung (Arm/Kiefer/Rücken), NRS (…/10), (Belastungs‑/Ruhe‑)abhängig, Begleitsymptome (Dyspnoe/Übelkeit/Schwindel/Kaltschweißigkeit/Synkope ja/nein), KHK‑Risiken (HTN/DM/Rauchen/Familie ja/nein).



    Dyspnoe


    Patient(in) mit seit (… h/Tag) akuter/progredienter Dyspnoe, zunächst bei (Belastung), aktuell (auch in Ruhe/nur Belastung); (trockener/produktiver/kein) Husten, (Fieber/Thoraxschmerz/Schwindel ja/nein), Vorerkrankungen (Herzinsuffizienz/COPD/Asthma/LE/keine).



    Synkope


    Patient(in) nach plötzlichem Bewusstseinsverlust beim (Stehen/Sitzen/Liegen/Belastung), Dauer (Sekunden/… Min), (mit/ohne) Vorwarnung (Schwindel/Schwarzwerden), rasche Erholung (ja/nein), Krampfzeichen/Zungenbiss/postiktale Verwirrtheit/Thoraxschmerz/Palpitation/Dyspnoe/fokale Defizite (ja/nein).



    Schwindel


    Patient(in) mit seit (… h/Tag) bestehendem (Dreh-/Schwank‑)Schwindel, ausgelöst durch (Lagewechsel/Aufstehen/Bewegung), (Übelkeit/Erbrechen/Hörminderung/Tinnitus/Kopfschmerz/Bewusstseinsverlust ja/nein).


    Fieber allgemein


    Patient(in) mit seit (… Tag) Fieber bis (… °C), (Abgeschlagenheit/Kopf‑Gliederschmerzen ja/nein); Husten/Dyspnoe/Dysurie/Bauchschmerzen (ja/nein); Reise/Kontakt/Antibiotika kürzlich (ja/nein).



    Pneumonie


    Patient(in) mit seit (… Tag) Fieber bis (… °C) + Schüttelfrost, produktivem Husten mit (…)-farbigem Sputum und Belastungsdyspnoe, atemabhängigem Thoraxschmerz (ja/nein), Hämoptysen (ja/nein), Vorerkr. (COPD/DM/keine).



    HWI


    Patient(in) mit seit (… Tag) Dysurie, Pollakisurie und Harndrang, suprapubische Schmerzen (ja/nein), Fieber/Flankenschmerz (ja/nein), trüber Urin (ja/nein), Makrohämaturie (ja/nein), rez. HWI/Katheter (ja/nein).



    Nephrolithiasis


    Patient(in) mit akut einsetzenden, starken kolikartigen Flankenschmerzen rechts/links seit (… h), Ausstrahlung in (Leiste/Genital ja/nein), NRS (…/10), (Übelkeit/Erbrechen ja/nein), Makrohämaturie (ja/nein), Fieber (ja/nein).



    Akuter Bauchschmerz


    Patient(in) mit seit (… h/Tag) Bauchschmerzen im (RUQ/RLQ/LUQ/LLQ/epigastrisch/diffus), Charakter (dumpf/stechend/kolikartig), NRS (…/10); Übelkeit/Erbrechen/Diarrhö/Obstipation/Blut im Stuhl/Fieber/Dysurie (ja/nein), Abdomen‑OP (ja/nein).



    Erbrechen


    Patient(in) mit seit (… h/Tag) mehrfachen Erbrechen von (Nahrungsresten/gallig/kaffeesatzartig/ohne Blut), (Übelkeit/Bauchschmerzen/Fieber ja/nein), Stuhl/Miktion (unauffällig/verändert).



    DiarrhĂś


    Patient(in) mit seit (… Tag) wässrigen Durchfällen (…×/Tag), (Bauchkrämpfe/Übelkeit/Erbrechen/Fieber ja/nein), Blut im Stuhl (ja/nein), AB‑Einnahme/Auslandsreise/Kontakte (ja/nein).



    Exsikkose


    Patient(in) mit seit (… Tag) ↓Trinkmenge und ↓Nahrungsaufnahme, (Diarrhö/Erbrechen/keine GI‑Symptome), Schwäche ± Verwirrtheit (ja/nein); Sturz (ja/nein), Infektzeichen (Fieber/Husten/Dyspnoe/Dysurie ja/nein), Diurese ↓? letzte Miktion (…).



    GI‑Blutung


    Patient(in) mit (Hämatemesis/kaffeesatzartigem Erbrechen/Meläna/Hämatochezie) seit (… h/Tag); Stuhl (schwarz‑teerig/blutig/normal); Schwindel/Schwäche/Palpitation/Synkope (ja/nein), Bauchschmerz/Übelkeit (ja/nein); NSAR/Antikoagulation/ASS/Clopidogrel/Lebererkrankung/Alkohol (ja/nein).



    Diabetische Entgleisung


    Bekannter DM Typ (1/2) mit seit (… h/Tag) erhöhten BZ‑Werten um (… mg/dl); Polyurie/Polydipsie/Übelkeit/Erbrechen/Abgeschlagenheit/Bewusstseinsstörung (ja/nein); Therapieadhärenz (gut/schlecht/nicht), Infekt/Diätfehler (ja/nein).



    Hypertensive Entgleisung


    Patient(in) mit RR‑Werten bis (…/… mmHg) seit (… h/Tag) bei bekannter Hypertonie; Beschwerden (Kopfschmerz/Schwindel/Sehstörung/Unruhe/keine), Thoraxschmerz/Dyspnoe/neurol. Ausfälle (ja/nein); Antihypertensiva (regelmäßig/unregelmäßig/nicht).



    TVT


    Patient(in) mit seit (… Tag) Schwellung und Schmerz des (li/re) Beins, Spannungsgefühl v. a. (Wade/Oberschenkel), Belastungsschmerz +/− Ruheschmerz; Risiken (OP/Immobilisation/Tumor/frühere TVT/LE/Pille ja/nein).



    Anämie


    Patient(in) mit seit (… Wochen/Monaten) Müdigkeit und Leistungsminderung, (Belastungsdyspnoe/Schwindel/Palpitationen ja/nein); Blutungszeichen (Meläna/Hämatochezie/Hämatemesis/starke Menstruation ja/nein); Gewichtsverlust/Appetit↓ (ja/nein).



    Leukozytose / erhĂśhte EntzĂźndungswerte


    Patient(in) mit vom HA nachgewiesener Leukozytose/CRP‑Erhöhung, aktuell (asymptomatisch/mit Fieber/Abgeschlagenheit/Infektzeichen). Husten/Dyspnoe/Dysurie/andere Infektzeichen (ja/nein); Nachtschweiß/Gewichtsverlust (ja/nein); Kortison/AB‑Therapie (ja/nein).



    Thrombozytopenie


    Patient(in) mit Thrombozytopenie, (ohne/mit) Blutungsneigung (Hämatome/Petechien/Nasen- oder Zahnfleischbluten), Meläna/Hämatochezie/Hämaturie (ja/nein); Heparin/ASS/Antikoagulanzien/andere suspekte Medikation (ja/nein).



    ErhĂśhte Nierenwerte


    Patient(in) mit erhöhtem Kreatinin/Harnstoff, Beschwerden (keine/Abgeschlagenheit/Ödeme/Dyspnoe/Oligurie); Trinkmenge (↓/↑/normal), Erbrechen/Diarrhö (ja/nein); Dysurie/Hämaturie (ja/nein); NSAR/ACE‑Hemmer/Diuretika (ja/nein); bekannte CKD/DM/HTN (ja/nein).



    KaliumstĂśrung


    Patient(in) mit (Hyper-/Hypo‑)kaliämie, Symptome (keine/Muskelschwäche/Müdigkeit/Palpitationen/Schwindel/Synkope); Medikation (ACE‑Hemmer/Diuretika/K‑Präparate/sonstige ja/nein); Erbrechen/Diarrhö/Niereninsuffizienz (ja/nein).



    NatriumstĂśrung


    Patient(in) mit (Hypo-/Hyper‑)natriämie, Symptome (keine/Verwirrtheit/Schwindel/Müdigkeit/Übelkeit/Erbrechen/Krampfanfälle); Trinkmenge (↓/↑/normal), Diarrhö/Erbrechen (ja/nein); Diuretika/Antidepressiva (ja/nein); Herz‑/Nieren‑/Leberinsuffizienz (ja/nein).



    Tachykardie / Palpitationen


    Patient(in) mit seit (… Min/h/Tag) (anfallsartigen/konstanten) Palpitationen/Herzrasen, Beginn/Ende (plötzlich/allmählich); Schwindel/Dyspnoe/Thoraxschmerz/Synkope (ja/nein); bekannte Rhythmusstörung/Schilddrüsenerkrankung (ja/nein); Medikation (Betablocker/SD‑Medikamente/Antiarrhythmika ja/nein).



    BewusstseinsstĂśrung


    Patient(in) mit seit (… Min/h) bestehender Bewusstseinsstörung, Zuweisung durch (RD/Angehörige/Pflegeheim); Bewusstseinslage (somnolent/soporös/komatös/verwirrt). Fieber/Kopfschmerz/Krampf/fokale Defizite/Trauma/Alkohol/Medikamente (ja/nein); DM/neurologische Vorerkr. (Epilepsie/Stroke) (ja/nein).



    Struma


    Patient(in) mit seit (… Wochen/Monaten) Hals‑Schwellung, (zunehmend/konstant), (schmerzlos/schmerzhaft); Kompressionszeichen (Druckgefühl/Schluckbeschwerden/Dyspnoe/Heiserkeit ja/nein); Hyper‑Symptome (Gewichtsverlust/Palpitationen/Schwitzen/Nervosität ja/nein), Hypo‑Symptome (Müdigkeit/Gewichtszunahme/Kälteintoleranz ja/nein); bekannte Schilddrüsenerkrankung/Medikation (ja/nein).




    KU



    Allgemeinzustand: Patient(in) in gutem/mittelmäßigem/ängstlichem/schlechtem Allgemeinzustand, wach oder somnolent, orientiert oder desorientiert.


    Vitalparameter: Blutdruck (…/… mmHg), Herzfrequenz (…/min), Atemfrequenz (…/min), Sauerstoffsättigung (… % RA), Temperatur (… °C).


    Herz-Kreislauf: HerztÜne rhythmisch oder absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern, Herzfrequenz normofrequent/tachykard/bradykard, keine oder auffällige Herzgeräusche.


    Lunge: Vesikuläres Atemgeräusch, keine oder vorhandene Rasselgeräusche, kein oder exspiratorisches Giemen.


    Abdomen: Weiches Abdomen, nicht/lokal/diffus druckschmerzhaft, keine oder vorhandene Abwehrspannung, Darmgeräusche normal/vermindert/ßberaktiv, Murphy-Zeichen negativ/positiv.


    Neurologisch: Keine oder vorhandene fokal-neurologische Defizite.


    Extremitäten: Keine oder vorhandene Ödeme,

    bei Verdacht auf tiefe Venenthrombose linkes oder rechtes Bein geschwollen, ßberwärmt und druckschmerzhaft.


    Haut und Schleimhäute: Haut rosig oder blass, warm oder kßhl, Schleimhäute trocken, Zeichen der Exsikkose mit stehenden Hautfalten.

    Sono

    Perikard: Keine nachweisbare Perikardergusszeichen.
    Lunge/Pleura: Kein nachweisbarer Pleuraerguss, Lungen-gleitphänomen vorhanden/aufgehoben.
    Leber: Größe und Echogenität unauffällig/auffällig, keine fokalen Herde, Gallenwege nicht erweitert.
    Gallenblase: Wand unauffällig/verdickt, Steine oder Sludge nicht vorhanden, sonographisches Murphy-Zeichen negativ
    Pankreas: Im einsehbaren Bereich unauffällig.
    Milz: Größe normal/vergrößert, Parenchym unauffällig.
    Nieren: Rechts und links normale Größe, keine Stauung, keine mögliche Konkremente.
    Harnblase: Wand unauffällig, Inhalt unauffällig.
    Aszites: Freie FlĂźssigkeit nicht nachweisbar/nachweisbar.

  • ❤️ ENDOKARDITIS

    Definition

    EntzĂźndung der Herzinnenhaut inkl. Herzklappen, meist durch Bakterien → Vegetationen → Embolien + Klappendestruktion.

    Formen

    🔴 InfektiĂśse Endokarditis (IE) â€“ wichtigste Form

    • Akut: hoch virulent (z. B. S. aureus), fulminant
    • Subakut: weniger virulent (z. b. S. viridans)

    🟡 Nicht-infektiĂśse Endokarditis

    • Libman-Sacks (SLE)
    • Marantische Endokarditis (Tumor/Kachexie)

    Erreger (sehr prĂźfungsrelevant)

    Akut

    • Staphylococcus aureus (häufigste Ursache insgesamt!)
    • β-hämolysierende Streptokokken

    Subakut

    • Streptococcus viridans (nach Zahnbehandlungen!)
    • Enterokokken (GI/Urogenital)

    Prothesenklappenendokarditis

    • FrĂźh: Staph. epidermidis
    • Spät: wie native Klappe

    IV-Drogenkonsum

    • Rechtsherzendokarditis
    • S. aureus
    • Trikuspidal-Klappe

    Risikofaktoren

    • Klappenfehler
    • Klappenprothesen
    • Vorangegangene Endokarditis
    • IVDU (Drogen)
    • Immunsuppression
    • invasive Zahn-/GI-/Urogenital-Eingriffe

    Symptome

    • Fieber
    • Schweiß, Abgeschlagenheit
    • Herzgeräusche neu
    • Embolien: Schlaganfall, Milzinfarkt, Lungenembolien (bei Rechtsherz-IE)

    Spezifische klinische Zeichen (PrĂźfungsliebling!)

    • Osler-KnĂśtchen (schmerzhaft, Immunkomplexe)
    • Janeway-Läsionen (nicht schmerzhaft, embolisch)
    • Splinter-Hämorrhagien (Nagelfalz)
    • Roth-Flecken (Augenhintergrund)
    • Petechien

    Diagnostik (Duke-Kriterien!!!!)

    ⭐ Majorkriterien

    1. Positive Blutkulturen (typische Erreger, ≥ 2 Kulturen)
    2. Echo-Nachweis: Vegetation, Abszess, neue Klappendissektion

    ⭐ Minorkriterien

    • Fieber
    • Herzkrankheit/IVDU
    • Gefäßphänomene (Embolien, Janeway)
    • Immunphänomene (Osler, GN)
    • Positive BC nicht typisch

    Diagnose:

    • Definitiv: 2 Major ODER 1 Major + 3 Minor ODER 5 Minor

    Echokardiographie

    • TTE zuerst
    • TEE (Goldstandard bei Prothesen!!)

    Labor

    • Leukozytose
    • CRP ↑
    • Anämie
    • BSG ↑

    Therapie (SUPER WICHTIG!)

    🔵 Grundprinzipien

    • Sofort 3x Blutkulturen ABNEHMEN
    • Danach kalkulierte i.v. Antibiose
    • Später gezielte Therapie nach Erreger

    🔴 Beispiele kalkulierte Therapie

    Native Klappe:

    • Ampicillin + Flucloxacillin + Gentamicin
      ODER
    • Ampicillin/Sulbactam + Gentamicin

    Prothesenklappe:

    • Vancomycin + Gentamicin + Rifampicin

    🔵 Dauer:

    4–6 Wochen i.v.

    OP-Indikationen (Merkwort: „FAIL“)

    F – Failure: Herzinsuffizienz durch Klappendestruktion
    A – Abszess
    I – Insuffiziente Erregerkontrolle (persistierende Sepsis > 7 Tage)
    L – Large Vegetations (> 10 mm + Embolien)

    Komplikationen

    • Herzinsuffizienz (häufigste Todesursache)
    • Embolien (z. B. Schlaganfall)
    • Sepsis
    • KlappenzerstĂśrung → akute Regurgitation
    • AV-Block bei Aortenklappenabszess

    Prophylaxe (fĂźr KenntnisprĂźfung wichtig!)

    Nur bei Hochrisiko-Patienten vor Zahn-Eingriffen:

    • Klappenprothese
    • Vorangegangene Endokarditis
    • Angeborene zyanotische Herzfehler

    Mittel:

    • Amoxicillin 2 g p.o. 30–60 min vor Eingriff

    🧠 Kurz-Merkregeln

    ⭐ S. aureus = häufigster Erreger

    ⭐ Viridans = nach Zahnbehandlung

    ⭐ IVDU → Trikuspidalklappe

    ⭐ Duke-Kriterien = Diagnostisches Zentrum

    ⭐ OP bei FAIL

    ⭐ Bei Fieber + neuer Klappeninsuffizienz → IMMER an Endokarditis denken!

  • ❤️ KARDIOMYOPATHIEN 

    Definition:
    Erkrankungen des Herzmuskels → Struktur- und Funktionsstörung → Arrhythmien + Herzinsuffizienz.

    🔵 1. DILATATIVE KARDIOMYOPATHIE (DCM)

    (Häufigste Form!)

    Ursachen (einfach merken: „IPA-Tox“)

    • Infektionen (viral: Coxsackie, Adeno)
    • Postpartal
    • Autoimmun
    • Toxisch: Alkohol, Chemotherapie (Anthrazykline), Drogen
    • Genetisch (30–50%)

    Patho:

    Herz dilatieren, Pumpfunktion ↓ → HFrEF

    Symptome:

    Dyspnoe, Müdigkeit, Ödeme, Rhythmusstörungen.

    Diagnostik:

    Echo: dilatierte Kammern, EF ↓
    MRT: Fibrose
    EKG: unspezifisch, LBBB mĂśglich

    Therapie:

    → Wie HFrEF: ACE-Hemmer, Betablocker, MRA, SGLT2-Hemmer
    → ICD bei EF < 35%
    → Alkoholstopp!

    🔴 2. HYPERTROPHE KARDIOMYOPATHIE (HCM)

    (Genetisch! Autosomal dominant)
    Zwei Formen:

    • HOCM: Obstruktiv (sehr prĂźfungsrelevant!)
    • HCM: Nicht-obstruktiv

    Patho:

    Septum hypertrophiert → Ausflusstrakt behindert → dynamischer LVOT-Stenose.

    Symptome:

    Belastungsdyspnoe, Schwindel, Synkopen, Palpitationen, plĂśtzlicher Herztod (v. a. junge Sportler!)

    Status:

    Systolisches Geräusch, lauter bei Valsalva/Stehen, leiser bei Hocken (prĂźfungsrelevant!)

    Diagnostik:

    Echo: asymmetrische Septumhypertrophie
    EKG: LVH

    Therapie:

    • Betablocker (1. Wahl!)
    • Verapamil
    • Keine Nitro/Diuretika (verringern Preload → Verschlechterung!)
    • Bei HOCM: Septumablations-OP / Myektomie
    • ICD bei hohem Risiko

    🟢 3. RESTRIKTIVE KARDIOMYOPATHIE (RCM)

    Selten, aber prĂźfungsrelevant fĂźr Differenzialdiagnose

    Ursachen (Merkspruch „AAS“)

    • Amyloidose (häufigste!)
    • Autoinflammatorisch (Sarkoidose)
    • Sklerose (Endomyokardfibrose)

    Patho:

    Ventrikel steif â†’ FĂźllungsstĂśrung → HFpEF

    Symptome:

    Stauungszeichen (Rechts → Beine, Bauch)

    Diagnostik:

    Echo: diastolische Dysfunktion
    MRT: Amyloid-Muster (globales LGE)
    Labor: NT-proBNP ↑

    Therapie:

    Grunderkrankung behandeln, Diuretika, bei Amyloid: Tafamidis/ Chemotherapie je nach Typ.

    🟣 4. ARYTHMOGENE RECHTSVENTRIKULÄRE KARDIOMYOPATHIE (ARVC)

    (Genetisch, Desmosomen-Defekte)

    Patho:

    Fett-/Bindegewebe ersetzt Myokard v. a. im RV → Arrhythmien.

    Symptome:

    Palpitationen, Synkopen, ventrikuläre Tachykardien, plÜtzlicher Herztod.

    Diagnostik:

    EKG: Epsilon-Wellen (prĂźfungsrelevant!)
    MRT: fibrofettige Infiltration
    Genetik

    Therapie:

    Betablocker, Antiarrhythmika, ICD!

    🟡 5. TAKOTSUBO-KARDIOMYOPATHIE (Stress-Kardiomyopathie)

    („Broken-Heart-Syndrom“)

    Ursache:

    Stress → Katecholaminüberschuss

    Patho:

    Linksventrikel-Apex „Ballooning“ (Tintenfischfalle)

    EKG/Labor:

    Wie STEMI: ST-Hebung, Troponin ↑, aber Koronarien normal.

    Therapie:

    Betablocker, ACE-Hemmer, Erholung → reversibel in Wochen.

    🧠 Top PrĂźfungs-Merksätze

    ⭐ DCM → dilatierte Kammer + HFrEF

    ⭐ HOCM → Betablocker + Valsalva lauter

    ⭐ RCM → steif, HFpEF, Amyloidose

    ⭐ ARVC → Epsilon-Wellen + ICD

    ⭐ Takotsubo → STEMI ohne Stenose

  • PERIKARDITIS und MYOKARDITIS

    1. Definition

    EntzĂźndung des Herzbeutels (Perikard) â†’ Reibung, Schmerzen, evtl. Erguss.

    2. Ursachen (Top 5)

    1. Viral: Coxsackie, Adeno, Influenza (häufigste!)
    2. Bakteriell: Pneumokokken, Staphylokokken (selten, aber schwer!)
    3. Autoimmun: SLE, RA
    4. Post-Myokardinfarkt = Dressler-Syndrom
    5. Urämie, Tumoren, Medikamente

    3. Symptome

    • Stechender, atemabhängiger Schmerz
    • Besser im Sitzen/Beugen nach vorne (sehr prĂźfungsrelevant!)
    • Fieber
    • Dyspnoe (bei großem Erguss)

    4. Befunde

    • Perikardreiben („Lederrub“, 3-phasig)
    • EKG:
      • ST-Hebungen konkav (diffus, Ăźberall!)
      • PR-Senkung
    • Echo: Erguss? Tamponade?

    5. Komplikation: Herzbeuteltamponade (SEHR WICHTIG!)

    Beck-Trias:

    1. Hypotonie
    2. Halsvenenstau
    3. Leise HerztĂśne
    • Pulsus paradoxus
      ➡️ Sofort Perikardpunktion!

    6. Therapie

    • NSAR (Ibuprofen)
    • Colchicin (senkt Rezidive!)
    • Bei Autoimmun: Steroid
    • Kein Sport bis Beschwerdefreiheit
    • Bei bakteriell: Antibiose + evtl. Drainage

    ❤️‍🔥 MYOKARDITIS – Schnell, einfach, prĂźfungsrelevant

    1. Definition

    EntzĂźndung des Herzmuskels â†’ systolische Dysfunktion → Arrhythmien.

    2. Ursachen (Top 4)

    1. Viren: Coxsackie B, Adeno, Parvo B19 (häufigste!)
    2. Bakteriell: Borrelien, Diphtherie
    3. Autoimmun: SLE, Sarkoidose
    4. Toxisch: Alkohol, Chemotherapie

    3. Symptome

    • Beginn oft wie grippaler Infekt
    • Danach:
      • MĂźdigkeit, Leistungsknick
      • Thoraxschmerzen
      • Palpitationen
      • Dyspnoe
      • Synkopen bei RhythmusstĂśrungen

    4. Diagnostik (Merksatz: „Labor–EKG–Echo–MRT“)

    Labor

    • ↑ Troponin (wichtig!)
    • ↑ CK/CK-MB
    • ↑ CRP/Leukozyten

    EKG

    • Unspezifisch: ST-Hebungen, ST-Senkungen, RhythmusstĂśrungen

    Echo

    • WandbewegungsstĂśrungen
    • ↓ EF mĂśglich

    Kardio-MRT (Goldstandard!)

    • Late Gadolinium Enhancement → typisches Muster

    5. Komplikationen

    • Herzinsuffizienz
    • Kammerarrhythmien → plĂśtzlicher Herztod
    • Dilatative Kardiomyopathie
    • AV-Block

    6. Therapie

    • Strikte kĂśrperliche Schonung (mind. 3–6 Monate!!)
    • ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika, falls HI
    • Keine NSAR (verschlechtern Verläufe!)
    • Bei Autoimmun: Steroid
    • Bei Infektion: spezifische Therapie (z. B. Borreliose)

    ❤️ PERIMYOKARDITIS – PrĂźfungsfavorit!

    Perikarditis + Myokarditis zusammen

    Kennzeichen

    • Thoraxschmerz wie Perikarditis
    • Troponin erhĂśht (zeigt Myokardschaden)
    • EKG: diffuse ST-Hebungen + Troponinanstieg
    • Echo: leichte WandbewegungsstĂśrung mĂśglich

    Therapie

    • NSAR + Colchicin (Perikarditisanteil)
    • Bei stärkerer Myokardbeteiligung → Schonung + HI-Therapie

    🧠 Kurz-Merkregeln (fĂźr PrĂźfung perfekt!)

    Perikarditis = Schmerz + Reibegeräusch + ST konkav

    Myokarditis = Infekt + Troponin ↑ + Arrhythmien

    Perimyokarditis = Perikarditis + Troponin ↑

  • HERZINSUFFIZIENZ 

    1. Definition (3 Punkte)

    1. Unfähigkeit des Herzens, genßgend Blut zu pumpen
    2. → Minderdurchblutung der Organe
    3. → Stauung vor dem Herzen (Lunge/Beine)

    2. Einteilung (prĂźfungswichtig!)

    🔵 A – nach Auswurffraktion

    • HFrEF (< 40%) → systolisch
    • HFmrEF (40–49%)
    • HFpEF (≥ 50%) → diastolisch

    🔵 B – nach Verlauf

    • Akut (LungenĂśdem, kardiogener Schock)
    • Chronisch

    🔵 C – NYHA-Klassifikation

    • I: Keine Symptome
    • II: Symptome bei stärkerer Belastung
    • III: Symptome bei leichter Belastung
    • IV: Symptome in Ruhe

    3. Ursachen (TOP 4)

    1. KHK (Infarkt → Pumpversagen)
    2. Hypertonie
    3. Klappenvitien
    4. Kardiomyopathien (dilatiert, hypertroph, toxisch/Alkohol)

    4. Symptome

    🔴 Linksherzinsuffizienz

    • Dyspnoe
    • Belastungsintoleranz
    • Orthopnoe
    • Lungenstau: feuchte Rasselgeräusche

    🔵 Rechtsherzinsuffizienz

    • BeinĂśdeme
    • Halsvenenstau
    • Hepatomegalie
    • Aszites

    5. Diagnostik (Merksatz: “EKG–Echo–Labor–Röntgen”)

    • EKG: Rhythmus, Infarktzeichen
    • Echo (Goldstandard!): EF, Klappen, Wandbewegung
    • Labor: BNP/NT-proBNP ↑ (wichtig!)
    • RĂśntgen: Stauung, cephalization, Kerley-B-Linien
    • BGA bei akuter HI
    • Kardio-MRT bei unklarer Ätiologie

    6. Pathophysiologie (einfach!)

    1. ↓ Herzleistung →
    2. ↑ Sympathikus + RAAS →
    3. Vasokonstriktion + Wasserretention →
    4. ↑ Preload & Afterload →
      ➡️ Teufelskreis → Herz wird überlastet

    7. Therapie

    🟢 Basis fĂźr ALLE

    • Salzreduktion, FlĂźssigkeitskontrolle
    • ACE-Hemmer/ARB
    • Betablocker
    • Mineralokortikoid-Antagonist (MRA: Spironolacton)
    • SGLT2-Hemmer (empfohlen fĂźr alle!)
      → Vierfachtherapie („4-Säulen“)

    🟣 Spezifisch HFrEF

    • Sacubitril/Valsartan
    • Ivabradin (bei HF < 70/min)

    🟡 HFpEF

    • Keine Mortalitätsreduktion außer SGLT2-Hemmern
    • Fokus: Blutdruck, Diuretika, Komorbiditäten

    🔴 Akute Herzinsuffizienz

    • O₂
    • Nitro (bei Hypertonie)
    • Diuretika i.v.
    • Morphin (zur Beruhigung/Angst)
    • Non-invasive Beatmung (CPAP)
    • Bei Schock: Katecholamine + ggf. IABP/ECMO/LVAD

    8. Komplikationen

    • LungenĂśdem
    • Vorhofflimmern
    • Kardiogener Schock
    • Nierenversagen (Cardio-renal Syndrome)
    • Thromben/Embolien

    9. Prognose

    • Chronische HI = hohe Mortalität
    • Beste Verbesserung durch:
      • ACE-Hemmer
      • Betablocker
      • MRA
      • SGLT2-Hemmer
      • ICD/CRT bei RhythmusstĂśrungen
  • Adipositas & kardiovaskuläre Erkrankungen 

    🔥 Warum ist Adipositas gefährlich fĂźrs Herz?

    3 Hauptmechanismen (easy!)

    1. Metabolisch: Insulinresistenz → Hyperglykämie → Diabetes → Gefäßschäden.
    2. Endokrin/Entzündung: Fettgewebe = Entzündungsorgan → ↑CRP, Zytokine → Atherosklerose.
    3. Hämodynamisch: Mehr Körpermasse → ↑Herzarbeit → Hypertonie → Herzinsuffizienz.

    💥 Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen durch Adipositas?

    1) Arterielle Hypertonie (sehr häufig!)

    • ↑ Sympathikusaktivität
    • ↑ RAAS-Aktivierung → Natrium- und Wasserretention
    • Endotheliale Dysfunktion
      ➡️ Blutdruck steigt → Risiko für Schlaganfall & Herzinfarkt

    2) Koronare Herzerkrankung (KHK)

    • Atherosklerose durch Dyslipidämie (↑LDL, ↓HDL, ↑Triglyceride)
    • Chronische Inflammation
      ➡️ Angina pectoris, NSTEMI, STEMI

    3) Herzinsuffizienz

    • HFpEF sehr typisch bei Adipositas (diastolische Dysfunktion)
    • ↑ Blutvolumen, ↑ Preload
      ➡️ Belastungsdyspnoe, Ödeme

    4) RhythmusstĂśrungen

    • V. a. Vorhofflimmern
      • Fett infiltriert Vorhofmyokard + vergrößert linken Vorhof
      • Schlafapnoe als zusätzlicher Trigger

    5) Schlaganfall

    • Folge von: Hypertonie, Diabetes, KHK, Vorhofflimmern
      ➡️ Hohe Gesamtmortalität

    6) Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

    • Atherosklerose in den Beinen
      ➡️ Claudicatio, Nekrosen, Amputationsrisiko#

    🧪 Welche Laborwerte sind bei Adipositas typisch verändert?

    • ↑ Triglyceride
    • ↑ LDL, ↓ HDL
    • ↑ Insulin, ↑ HOMA-Index
    • ↑ CRP (low-grade inflammation)
    • ↑ Leberenzyme (NAFLD!)

    🧬 Pathophysiologie (super kurz & merkbar)

    • Fettgewebe = hormonaktives Organ
      • ↑ Leptin (aber Resistenz)
      • ↓ Adiponectin (schĂźtzt normalerweise Gefäße!)
    • Chronische Inflammation
    • Oxidativer Stress
      ➡️ direkte Förderung von Atherosklerose + Hypertonie

    ❤️ Welche Gewichtsreduktion verbessert das Risiko?

    Schon 5–10 % Gewichtsverlust â†’

    • ↓ Blutdruck
    • ↓ LDL/Triglyceride
    • ↓ HbA1c
    • ↓ EntzĂźndung
    • ↓ Risiko fĂźr Herzinfarkt/Schlaganfall

    💊 Therapieansätze

    1) Basismaßnahmen

    • Kalorienreduktion
    • Mediterrane Ernährung
    • Bewegung ≥ 150 min/Woche
    • Schlafapnoe testen bei BMI > 30

    2) Medikamente

    • GLP-1-Agonisten (z. B. Semaglutid, Liraglutid) → sehr wirksam
    • SGLT2-Hemmer (besonders bei Diabetes + Herzinsuffizienz)

    3) Bariatrische Chirurgie

    Indikation:

    • BMI ≥ 40
    • BMI ≥ 35 + Komorbiditäten (z. B. Diabetes, KHK, Hypertonie)

    ➡️ stärkste Risikoreduktion fĂźr KHK & Schlaganfall

    📝 Schnell-Merkbild

    Adipositas → (Insulinresistenz + Entzündung) → Atherosklerose + Hypertonie → KHK, Herzinfarkt, Vorhofflimmern, HFpEF, Schlaganfall

  • KHK

    🔎 1. Definition

    • Chronische Erkrankung der Koronararterien durch Atherosklerose
      → Führt zu Missverhältnis zwischen O₂-Angebot und -Bedarf des Myokards.

    ❤️ 2. Leitsymptome

    • Belastungsangina (typisch): retrosternal, Druck/Enge, Ausstrahlung in linken Arm/Kiefer
    • Besserung durch Ruhe oder Nitro
    • Dyspnoe (v. a. bei älteren Patienten)
    • Atypisch: epigastrische Beschwerden, Übelkeit, Schwindel

    🚨 3. Risikofaktoren

    Nicht beeinflussbar:

    • Alter, männlich, positive Familienanamnese

    Beeinflussbar:

    • Rauchen
    • Diabetes mellitus
    • Hypertonie
    • Hyperlipidämie
    • Adipositas
    • Bewegungsmangel
    • Stress

    🧪 4. Diagnostik

    A. Basis

    • Ruhe-EKG (oft normal!)
    • Labor: Troponin (Ausschluss ACS), Lipide, HbA1c
    • Echokardiographie

    B. Belastungsdiagnostik

    • Belastungs-EKG → ST-Senkungen
    • Stressecho
    • Myokardszintigrafie
    • Stress-MRT

    C. Anatomische Diagnostik

    • CT-Koronarangiografie (gut bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit)
    • Koronarangiografie = Goldstandard

    🧊 5. Stadien der Angina pectoris (CCS-Klassifikation)

    • CCS I: Beschwerden nur bei sehr starker Belastung
    • CCS II: leichte Einschränkung
    • CCS III: deutliche Einschränkung (Beschwerden bei <200 m Gehen)
    • CCS IV: Beschwerden in Ruhe

    💊 6. Therapie – Chronische KHK

    A. Basistherapie (immer!)

    1. ASS 100 mg / Tag
    2. Statin (Atorvastatin, Rosuvastatin)
    3. β-Blocker (v. a. bei Angina, HI, post-MI)
    4. ACE-Hemmer bzw. AT1-Blocker
    5. Risikofaktorreduktion: RAUCHSTOPP, LDL <55 mg/dl, HbA1c <7 %

    B. Symptomatische Therapie

    • Nitrate (akut → Nitro-Spray)
    • Calciumantagonisten (Verapamil, Diltiazem bei Spasmen)
    • Ranolazin (Reserve)

    C. Interventionelle Therapie

    • PTCA + Stent bei:
      • hochgradigen Stenosen
      • Symptomen trotz Therapie
      • Mehrgefäßerkrankung (je nach Syntax-Score)

    D. Operative Therapie

    • Bypass-OP bei:
      • Hauptstammstenose
      • 3-Gefäßerkrankung
      • Diabetes + Mehrgefäßerkrankung
      • Schwerer LV-Dysfunktion

    ⚠️ 7. Komplikationen der KHK

    • ACS (NSTEMI, STEMI)
    • Herzinsuffizienz
    • Arrhythmien (insb. VT, VF)
    • PlĂśtzlicher Herztod
    • Papillarmuskelabriss (mechanische Komplikationen)

    ⭐ 8. PrĂźfungsmerksätze

    • Ruhe-EKG unauffällig → KHK NICHT ausgeschlossen
    • Besserung auf Nitro = typisch fĂźr Angina
    • CT-Koronarangiografie fĂźr niedrige Vortestwahrscheinlichkeit
    • Koronarangiografie → Goldstandard
    • ASS + Statin = Basis immer
    • Diabetiker + Mehrgefäß-KHK → Bypass besser als Stent
    • CCS IV = Ruheangina → instabile AP (ACS-Vorstufe)
  • Hodgkin vs. Non-Hodgkin Lymphome

    Hodgkin-Lymphom (HL)Non-Hodgkin-Lymphome (NHL)
    Epidemiologie:
    bimodal: Peak bei 20–30 J. & >60 J.
    Männer etwas häufiger

    Epidemiologie:
    v. a. Ă¤ltere Erwachsene
    Inzidenz steigt mit Alter
    Klinik:
    schmerzlose Lymphknoten (zervikal, mediastinal)

    B-Symptome (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust)

    Pruritus, evtl. Alkoholschmerz
    Klinik:
    Lymphknoten + extranodal (GI, Haut, ZNS)

    B-Symptome variabel
    Diagnostik: Lymphknotenbiopsie → Reed-Sternberg-ZellenDiagnostik: Lymphknotenbiopsie → WHO-Klassifikation (B-/T-Zell; indolent vs. aggressiv)
    Stadien: Ann-Arbor (I–IV) + RisikofaktorenWichtige Subtypen:
    indolent: Follikuläres Lymphom (oft „watch & wait“)
    aggressiv: Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom
    Therapie:

    frĂźhes Stadium(Ann Arbor I-II): ABVD + Strahlentherapie 

    fortgeschritten( III-IV): Polychemo (BEACOPP, BrECADD)
    Therapie:

    B-Zell (DLBCL): Immunchemo (Standard R-CHOP)

    Rezidiv/Hochrisiko: Hochdosistherapie + autologe SZT

    Prognose: sehr gut (>80 % Heilung)
    Prognose: 
    variabel (indolent = chronisch,
    aggressiv = heilbar mit Chemo)

    Chemo-Regime – Full Form

    🔹 ABVD (klassisch bei Hodgkin)

    • A = Adriamycin (Doxorubicin)
    • B = Bleomycin
    • V = Vinblastin
    • D = Dacarbazin

    🔹 BEACOPP (fortgeschrittenes Hodgkin, eskaliert)

    • B = Bleomycin
    • E = Etoposid
    • A = Adriamycin (Doxorubicin)
    • C = Cyclophosphamid
    • O = Oncovin (Vincristin)
    • P = Procarbazin
    • P = Prednison

    🔹 R-CHOP (Standard bei B-Zell Non-Hodgkin, z. B. DLBCL)

    • R = Rituximab
    • C = Cyclophosphamid
    • H = Hydroxydaunorubicin (Doxorubicin)
    • O = Oncovin (Vincristin)
    • P = Prednison

    📦 Ann-Arbor-Klassifikation (HL/NHL)

    Stadium I

    • Befall 1 Lymphknotenregion oder 1 extranodaler Herd (= IE)

    Stadium II

    • Befall â‰Ľ2 Lymphknotenregionen auf derselben Seite des Zwerchfells
    • oder 1 extranodaler Herd + LK auf einer Seite (= IIE)

    Stadium III

    • Befall von LK-Regionen auf beiden Seiten des Zwerchfells
    • evtl. mit Milzbeteiligung (= IIIS) oder extranodal (= IIIE/IIISE)

    Stadium IV

    • Disseminierte Organbeteiligung (Leber, KM, Lunge etc.)
    • unabhängig vom LK-Befall
  • Obstipation 

    Definition

    • < 3 Stuhlentleerungen pro Woche
    • harte Stuhlkonsistenz

    Merksatz: â€ž3 pro Woche muss sein – sonst Obstipation!“

    Ätiologie

    Primär (funktionell)

    • Normale Passagezeit (60 %) – Ursache unklar
    • Beckenbodendyssynergie (25 %) – paradoxes Anspannen beim Defäkieren
    • VerzĂśgerte Passage (15 %) – z. B. Neuropathie

    Merksatz: â€ž3 Hauptursachen: Normal – Dyssynergie – Langsam“

    Sekundär

    • Exogen: wenig Trinken, ballaststoffarme Kost, Bewegungsmangel, Stress, Medikamente (Opioide, Eisen, Diuretika), anale Läsionen
    • Systemisch:
      • Endokrin: Hypothyreose, Hyperparathyreoidismus (Hyperkalzämie)
      • Neuro: MS, diabetische Neuropathie, M. Parkinson
      • Mechanisch: Colon-Ca, Crohn

    Merksatz: â€žExogen, Endokrin, Neuro, Mechanisch“

    Diagnostik

    Basis

    • Anamnese (Medikamente, Ernährung)
    • KĂśrperlich: Abdomen, Anus, DRU

    Erweiterung

    • Labor: Blutbild, CRP, Elektrolyte (K⁺!), TSH, BZ, Leberwerte
    • Sono Abdomen
    • Koloskopie
    • ggf. Neuro-Status
    • Spezial: Colontransitzeit (Hinton-Test), Manometrie, Defäkographie

    Merksatz: â€žBasis: DRU – Erweiterung: Labor + Endo“

    Stufenplan

    • Ohne Warnzeichen: Allgemeinmaßnahmen, Verlaufskontrolle (4 Wochen)
    • Keine Besserung: Labor + Bildgebung
    • Mit Warnzeichen: Sofort erweiterte Diagnostik

    Warnzeichen

    • Blut im Stuhl
    • paradoxe DiarrhĂśen
    • tastbare Resistenz, LK
    • Anämie
    • Alter > 50, Gewichtsverlust > 10 %
    • GI-Karzinome in Familienanamnese
    • rasch zunehmende Beschwerden

    Merksatz: â€žBlut – Masse – Blass – Alt – Abnahme – Rapid“

    DD

    • Sekundäre Obstipation (s. o.)
    • Kinder: RĂźckhaltemanĂśver → harter Stuhl → Schmerz → noch mehr RĂźckhalten → Teufelskreis

    Merksatz Kinder: â€žHalten – Härten – Schmerz – noch mehr Halten“

    Therapie

    Allgemein

    • Ballaststoffe (Kleie, Flohsamen)
    • FlĂźssigkeit
    • Bewegung

    MedikamentĂśs

    • 1. Wahl: osmotisch (Macrogol, Laktulose)
    • 2. Wahl: stimulierend (Bisacodyl)

    Sekundär

    • Ursache behandeln (z. B. Tumor, Hypothyreose)
    • Opioid-Obstipation: prophylaktisch Macrogol
    • Bei Analfissuren: Salben (Zinkoxid, Harnstoff, Glukokortikoid + Lokalanästhetikum)

    Merksatz: â€žBasis: Trinken + Ballast + Bewegen – Bei Bedarf Macrogol“

    Schnell-Review

    • Definition: <3/Woche, hart
    • Primär: Normal – Dyssynergie – Langsam
    • Sekundär: Exogen – Endokrin – Neuro – Mechanisch
    • Warnzeichen: Blut – Masse – Blass – Alt – Abnahme – Rapid
    • Therapie: Basis + Macrogol → Bisacodyl → Ursache
  • DiarrhĂś

    Definition

    Wann spricht man von DiarrhĂś?

    • 3 Stühle/Tag

    • 75 % Wasseranteil

    • 250 g/Tag

    Merksatz: 3 – 75 – 250 = Diarrhö

    Sonderformen

    Was ist paradoxe DiarrhĂś?

    Häufig, flüssig, aber kleine Menge – bei distaler Stenose + Koprostase.

    „Häufig klein = Stenose“

    Was ist PseudodiarrhĂś?

    Mehr Frequenz, aber Stuhlgewicht normal (< 250 g/Tag). Ursachen: RDS, Dyschezie, Proktitis.

    „Pseudo = viel Frequenz, wenig Masse“

    Was passiert beim Laxantienabusus?

    Osmotische DiarrhÜ + Hypokaliämie, Dehydratation, Meteorismus.

    „Laxantien = Wasser raus + K⁺ runter“

    Dauer

    • Akut: ≤ 2 Wochen

    • Chronisch: > 2 Wochen

    „2 Wochen Grenze“

    Pathophysiologie

    Welche Typen gibt es?

    1. Sekretorisch – Enterotoxine (Cholera, ETEC, Staph. aureus)

    2. Osmotisch – Laktoseintoleranz, Pankreasinsuffizienz

    3. Malabsorptiv – Zöliakie, Kurzdarmsyndrom

    4. Exsudativ/entzündlich – CED, Infektionen, Ischämie

    5. Hypermotil – Reizdarm, Hyperthyreose

    „SO MEH“ = Sekretorisch – Osmotisch – Malabsorptiv – Exsudativ – Hypermotil

    Häufigste Ursachen 

    • Akut: Infektionen, Lebensmittelvergiftung, Medikamente

    • Chronisch: RDS, CED, Tumoren, Malabsorption, Infektionen

    „Akut = Infekt, Chronisch = CED“

    Anamnese

    • Wässrig, ohne Fieber: Cholera, Salmonellen, E. coli, Viren

    • Blutig, mit Fieber: Shigellen, Campylobacter, Yersinien, C. difficile, Amöben

    • Blutig ohne Fieber: Ischämie, CED, Tumor

    • Fettig-voluminös: Maldigestion (z. B. Pankreasinsuffizienz)

    • Kleinvolumig: distale Tumoren (paradox)

    • Breiig, morgens/postprandial: funktionell (RDS)

    „Wässrig = Infekt, Blut = CED/Tumor/Ischämie, Fett = Pankreas“

    Diagnostik

    Akut

    • Labor nur bei schwerem Verlauf (CRP, Blutbild, Elektrolyte, Nierenwerte)

    Chronisch

    • Fastenversuch oder Stuhlgewicht > 250 g/d

    • Basis: Blut (aP, γGT, TSH, Eiweiß, Eisen), Sono Abdomen

    • Erweiterung: Endoskopien + Biopsien

    „Akut: Labor nur bei schwer, Chronisch: Endoskopie + Labor groß“

    Differenzialdiagnosen

    Akut:

    • Infektiös (Bakterien, Viren, Amöben) → Stuhlkultur

    • Toxin (Staph.) → Klinik

    • Medikamente (AB, Laxantien) → Anamnese

    • Ischämie → Duplex/Angio

    Chronisch:

    • CED → Koloskopie

    • Ischämie → Duplex/Angio

    • Tumor → Koloskopie

    • Maldigestion (Pankreas) → Sono, Elastase-1

    • Laktoseintoleranz → H₂-Atemtest

    • Zöliakie → ÖGD + Transglutaminase-AK

    • Hyperthyreose → TSH

    • RDS → Ausschluss

    „Chronisch = Endo, Akut = Stuhl“

    Therapie

    Ambulant:

    • ORS (orale Rehydratation)

    • Schonkost (Reis, fettarm)

    • Antiemetika bei Übelkeit

    • Antidiarrhoika nur bei Bedarf

    • AB nur bei klarer Indikation

    • Meldepflicht + Berufsverbot bei Lebensmittelkontakt

    Stationär:

    • Isolation bis Erregernachweis

    • Volumen- und Elektrolytausgleich i.v.

    • ggf. parenterale Ernährung

    • Überwachung (RR, Niere, Elektrolyte)

    „Ambulant = Flüssigkeit + Schonung, Stationär = Isolation + i.v. Therapie“

    Spezielle Formen

    Unspezifische Gastroenteritis

    • Ursache meist viral/bakteriell, Erreger nicht nachweisbar

    • Nur bei Warnzeichen erweiterte Diagnostik

    „Meist selbstlimitierend – nur bei Red Flags mehr Diagnostik“

    Norovirus

    • Saison: Herbst–Frühjahr

    • Übertragung: fäkal-oral, extrem ansteckend

    • Klinik: wässrige Diarrhö + Erbrechen, meist kein hohes Fieber

    • Prävention: Hygiene!

    „Noro = Winter + Wasser + Würgen“

    Schnell-Review

    • 3–75–250 = Definition

    • Paradox = klein + Stenose

    • Pseudo = viel Frequenz, wenig Masse

    • SO MEH = Pathomechanismen

    • Akut = Infekt, Chronisch = CED

    • Akut: Stuhl, Chronisch: Endo

    • Ambulant = Flüssigkeit, Stationär = Isolation

    • Noro = Winter + Wasser + Würgen

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

    Definition & Epidemiologie

    • Atherosklerose-bedingte DurchblutungsstĂśrung der Extremitäten.
    • Prävalenz: 5–10 % (allgemein), bis 20 % >70 Jahre.

    • Ätiologie
    • Chronisch: Atherosklerose (95 %) → Hauptrisikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Hypertonie, Dyslipidämie.
    • Selten: Thrombangiitis obliterans (junge Raucher), fibromuskuläre Dysplasie.
    • Akut: Embolie (z. B. VHF, Popliteaaneurysma), Thrombose nach Plaqueruptur.
    • Befallsmuster
      Untere Extremität (90 %):
    • Becken: Gesäß/Oberschenkel, Leriche-Syndrom = + Impotenz
    • Oberschenkel: Schmerzen Unterschenkel
    • Unterschenkel: Schmerzen Fuß
    • Obere Extremität (10 %): Subclavia oder digitale Arterien.

    Merke: Raucher = proximal, Diabetiker = distal.

    Klinik

    • Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit): belastungsabhängige Schmerzen, Besserung bei Pause.
    • Ruheschmerz, Besserung durch Tieflagerung.
    • Trophische StĂśrungen: Ulzera, Gangrän, Nekrosen.
    • Blasse, kĂźhle Haut.

    Stadien nach Fontaine
    I: asymptomatisch
    IIa: Gehstrecke >200 m
    IIb: Gehstrecke <200 m
    III: Ruheschmerz
    IV: Ulkus, Nekrose, Gangrän

    Diagnostik

    • Anamnese + kĂśrperliche Untersuchung: Haut, Temperatur, Pulse, Ratschow-Probe.
    • ABI: >0,9 normal; 0,75–0,9 leicht; 0,5–0,75 mittel; <0,5 schwer; >1,3 Mediasklerose.
    • Apparativ: Doppler-/Duplex (1. Wahl), CT/MRT-Angio, DSA (Goldstandard bei OP-Planung).

    Differenzialdiagnosen
    Claudicatio spinalis, Arthrosen, Thrombangiitis obliterans, TVT, diabetisches Fußsyndrom.

    Therapie
    Allgemein: Nikotinstopp, Gehtraining (bis Stadium II), Blutdruck-/Blutzucker-/Lipideinstellung, Fußpflege.


    MedikamentĂśs:

    ASS oder Clopidogrel, Statin,

    Naftidrofuryl (Stadium II),

    Prostaglandin E1 (StadiumIII).


    Interventionell: PTA mit/ohne Stent (1. Wahl).
    Operativ: Bypass (V. saphena magna bevorzugt).
    Ultima ratio: Amputation.


    Indikation op: ab Stadium III oder IIb mit Therapieversagen.

    Komplikationen
    ErhĂśhtes Risiko fĂźr Myokardinfarkt (3-fach), Schlaganfall (4-fach), akuter Verschluss, Sepsis, Amputation.

    Prognose
    5-Jahres-Mortalität 20–25 %, Haupttodesursache: kardiovaskuläre Ereignisse.

    PrĂźfungs-Merker
    Claudicatio = pAVK bis Beweis des Gegenteils.
    Leriche-Syndrom: Gesäßclaudicatio + Impotenz.
    Therapie immer: ASS + Statin + Nikotinstopp + Gehtraining.
    Ab Fontaine III: Revaskularisation.

  • ElektrolytstĂśrungen

    ElektrolytHyper (↑)Hypo (↓)
    Kalium (K⁺)> 5,5 mmol/l
    • Häufigste Ursache: Niereninsuffizienz
    • ACE-Hemmer, AT1-Blocker, NSAR
    • Kaliumsparende Diuretika
    • Azidose, Rhabdomyolyse, Tumorlyse
    < 3,5 mmol/l
    • Häufigste Ursache: Diuretika (Schleife/Thiazide)
    • Erbrechen, Diarrhö, Laxanzien
    • Insulin, β₂-Mimetika
    • Alkalose
    Klinik• Muskelschwäche, Parästhesien
    • Bradykarde HRS, Kammerflimmern
    • EKG: hohe T-Wellen, QRS-Verbreiterung
    • Muskelschwäche, Obstipation, Ileus
    • Tachykarde HRS (Extrasystolen, Torsade)
    • EKG: flache T-Welle, U-Welle
    Therapie1. Ca²⁺-Glukonat i.v. (Herzschutz)
    2. Shift: Insulin+Glukose, Salbutamol, NaHCO₃
    3. Elimination: Furosemid, Kationenaustauscher, Dialyse
    • K⁺ oral (Kalinor®) bei >3 mmol/l
    • K⁺ i.v. (<3 mmol/l, max. 20 mmol/h)
    • Mg²⁺ mitkorrigieren!
    Natrium (Na⁺)> 145 mmol/l
    • Häufigste Ursache: Wasserverlust (Exsikkose, Diabetes insipidus)
    • Meerwasser, NaCl-Infusion
    < 135 mmol/l
    • Häufigste Ursache: SIADH (euvolämisch)
    • Hypovolämisch: Erbrechen, Diarrhö, Diuretika
    • Hypervolämisch: Herzinsuffizienz, Zirrhose, nephrotisches Syndrom
    Klinik• Durst, Verwirrtheit
    • Krampfanfälle, Koma
    • Kopfschmerzen, Übelkeit
    • Krampfanfälle, Koma
    Therapie• Langsam korrigieren! max. –10 mmol/24 h (sonst HirnĂśdem)
    • Hypovol.: halbisotone NaCl 0,45 %
    • Hypervol.: Furosemid + 5% Glukose
    • Langsam korrigieren! max. +10 mmol/24 h (sonst pontine Myelinolyse)
    • Hypovol.: NaCl 0,9 %
    • Hypervol.: Flüssigkeitsrestriktion, ggf. Diuretika
    • SIADH: Tolvaptan
    Kalzium (Ca²⁺, ionisiert)> 1,35 mmol/l
    • Häufigste Ursache ambulant: Primärer Hyperparathyreoidismus
    • Häufigste Ursache stationär: Malignome (PTHrP, Osteolysen)
    • Sarkoidose, Vit.-D-Intoxikation
    < 1,15 mmol/l
    • Häufigste Ursache: postoperativer Hypoparathyreoidismus (nach SchilddrĂźsen-OP)
    • Vitamin-D-Mangel
    • Niereninsuffizienz
    • Hyperventilation (resp. Alkalose)
    Klinik• „Stein, Bein, Magenpein, Psychein“
    • Nierensteine, Obstipation, Ulzera
    • Knochenschmerz
    • Depression, Müdigkeit
    • Bradykardie, kurze QT-Zeit
    • Tetanie (Pfötchenstellung, Chvostek, Trousseau)
    • Parästhesien (perioral, akral)
    • QT-Verlängerung
    Therapie• Volumen + Furosemid
    • Bisphosphonate, Denosumab
    • Calcitonin (kurzfristig)
    • Dialyse bei schwerer Symptomatik
    • Akut: Ca²⁺-Glukonat i.v.
    • Langfristig: Ca²⁺ + Vit. D oral
    • Bei Hyperventilation: beruhigen, Rückatmung in Tüte
  • Bandscheibenvorfall(Diskusprolaps)

    Definition

    • Prolapse: Verlagerung von Bandscheibengewebe (Nucleus pulposus) durch Anulus fibrosus → Nervenwurzelkompression
    • Protrusion = VorwĂślbung, Anulus intakt
    • Sequester = abgerissenes Fragment

    • Mediolateral (90 %): untere Wurzel betroffen (z. B. LWK4/5 → L5)
    • Lateral: obere Wurzel (LWK4/5 → L4)
    • Medial: Myelon/Cauda → Gefahr Conus-/Cauda-Syndrom

    Ursachen / Risikofaktoren

    • Degeneration (Alter)
    • Übergewicht
    • Fehlbelastung, schweres Heben
    • Bewegungsmangel, schwache RĂźckenmuskulatur

    Typische Lokalisation

    • LWS (90 %): L4/L5, L5/S1
    • L4/L5:
      • Schmerz lateral Oberschenkel → FußrĂźcken
      • Fuß-/Großzehenheberschwäche (Fußheberschwäche)
      • Reflex: Tibialis posterior ↓
    • L5/S1:
      • Schmerz dorsal Oberschenkel → lateraler Fußrand
      • Fußsenkerschwäche (Zehenstandschwäche)
      • Reflex: Achillessehne ↓
    • HWS (10 %)
    • BWS selten

    Segment-Klassik (LWS):

    S1: Fußsenker ↓, Achillessehnenreflex ↓, lateraler Fußrand

    L4: Quadrizeps ↓, Patellarsehnenreflex ↓, med. Unterschenkel

    L5: Fuß-/Großzehenheber ↓, Tibialis-posterior-Reflex ↓, Fußrücken

    Klinik

    • LWS:
      • Lumbalgie, Ischialgie (ausstrahlend ins Bein)
      • SensibilitätsstĂśrungen, Muskelschwäche, Reflexausfälle (Dermatome beachten!)
    • HWS:
      • Nackenschmerz, Ausstrahlung Arm
    • Red Flags (Notfall!):
      • Conus medullaris (LWK1):
        • Reithosenanästhesie
        • Blasen-/MastdarmstĂśrungen frĂźh
        • Meist beidseitig, weniger motorische Defizite
      • Cauda equina (tiefer, ab LWK2):
        • Lähmungen, SensibilitätsstĂśrungen in den Beinen
        • Später Blasen-/MastdarmstĂśrungen
      • Beides (Conus-/Cauda-Syndrom ) absolute OP-Indikation!

    Diagnostik

    • Klinisch:
      • Lasègue-Test: Ischiasschmerz bei Anheben gestrecktes Bein (LWS)
      • Umgekehrter Lasègue: Schmerz bei Bauchlage/Beugung → vordere Nervenwurzeln betroffen (hĂśhere LWS, HWS)
      • neurologischer Status
    • Bildgebung: MRT = Methode der Wahl
    • CT/RĂśntgen nur eingeschränkt (Knochendetails)

    Therapie

    • Konservativ (1. Wahl, solange keine Notfallzeichen)
    • NSAR, Analgesie
    • Physiotherapie, RĂźckenschule, Bewegung
    • Wärme, Muskelaufbau

    Operativ (bei Notfall oder Therapieversagen)

    • Mikrochirurgische Diskektomie

    OP (absolute Indikation):

    • Conus-/Cauda-Syndrom
    • Progrediente Paresen
    • Blasen-/MastdarmstĂśrung
    • Relative Indikation: keine Besserung nach Wochen

    1-Minuten-Review

    Def: Prolaps = Nucleus pulposus durch Anulus → Nervenwurzelkompression

    Protrusion = VorwĂślbung, Anulus intakt

    Sequester = abgerissenes Fragment

    Häufig: LWS (L4/5 → L5, L5/S1 → S1)

    Klinik:

    Rßckenschmerz + radikulärer Schmerz (Ischialgie)

    Ausfälle nach Segment (L4: Patellarsehne, L5: Fußheber, S1: Achillessehne)

    Red Flags:

    Conus-Syndrom: Reithosenanästhesie, Blasen-/MastdarmstÜrung, Impotenz

    Cauda-Syndrom: schlaffe Paresen, Reflexe ↓, Blasen-/Mastdarmstörung

    Diagnostik: MRT = Goldstandard

    Therapie:

    Konservativ: NSAR, Physio, Bewegung

    OP sofort: Conus-/Cauda-Syndrom, progrediente Paresen, Blasen-/MastdarmstĂśrung

    ⚡ Merksatz:

    „Prolaps LWS – MRT Goldstandard – Cauda/Conus = Notfall-OP!“

  • Arthrose

    Definition

    • Degenerative Gelenkerkrankung
    • Ungleichgewicht von Belastung & Belastbarkeit → Knorpelabbau, Sklerose, Osteophyten
    • Häufigstes Gelenkleiden im Alter

    Ursachen / Risikofaktoren

    • Primär (idiopathisch): Alter, genetische Faktoren
    • Sekundär: Fehlstellungen (X-/O-Beine), Verletzungen, Übergewicht, Gicht, Infektionen

    Patho

    • Abbau Gelenkknorpel
    • Reaktive Veränderungen: Osteophyten, subchondrale Sklerose, Gelenkspaltverschmälerung
    • Chronische EntzĂźndung der Synovia mĂśglich

    Klinik

    • Belastungsschmerz → später Ruheschmerz
    • Anlaufschmerz („Steif nach Ruhe“)
    • Bewegungseinschränkung
    • Reibegeräusche („Krepitation“)
    • Gelenkdeformierung (z. B. Heberden-/Bouchard-Knoten an Fingern)

    Typische Gelenke

    • Knie (Gonarthrose)
    • HĂźfte (Coxarthrose)
    • Hände (DIP = Heberden, PIP = Bouchard)
    • Wirbelsäule (Spondylarthrose)

    Diagnostik

    • Klinik + RĂśntgen: Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, Sklerose, Zysten
    • Labor: unauffällig (DD zu Arthritis wichtig!)

    Therapie

    • Nicht-medikamentĂśs
      • Gewichtsreduktion, Bewegung, Physio, Orthesen, Wärme/Kälte
    • MedikamentĂśs
      • Analgetika (NSAR, Paracetamol)
      • Intraartikuläre Glukokortikoide bei Schub
    • Operativ
      • Arthroskopie (begrenzte Wirkung)
      • Endoprothese (TEP, z. B. HĂźfte, Knie)

    Komplikationen

    • Gelenkdeformität
    • Bewegungseinschränkung → Immobilität
    • Sekundäre Muskelschwäche, Sturzrisiko

    Arthrose

    • Def: Degenerative Gelenkerkrankung → Knorpelabbau + Osteophyten
    • Risikofaktoren: Alter, Fehlstellung, Übergewicht, Trauma, Gicht
    • Klinik:
      • Anlaufschmerz + Belastungsschmerz → später Ruheschmerz
      • Bewegungseinschränkung
      • Krepitationen, Deformierung (Heberden-/Bouchard-Knoten)
    • Typisch: Knie (Gonarthrose), HĂźfte (Coxarthrose), Hände (DIP/PIP), WS
    • Diagnostik:
      • RĂśntgen: Gelenkspalt ↓, Osteophyten, Sklerose, Zysten
      • Labor: normal (DD Arthritis!)
    • Therapie:
      • Basis: Bewegung, Gewichtsreduktion, Physio
      • NSAR, intraartikuläre Steroide
      • Endoprothese bei schwerem Verlauf
  • Osteoporose

    Definition

    • Systemische Skeletterkrankung
    • ↓ Knochenmasse + gestĂśrte Mikroarchitektur
    • → ↑ Frakturrisiko

    Ursachen (primär vs. sekundär)

    Primär

    • Postmenopausal (Östrogenmangel)
    • Senil (Alter)

    Sekundär

    • Medikamente (v. a. Glukokortikoide, Heparin, Aromatasehemmer, Antiepileptika)
    • Endokrin (Hyperthyreose, Hyperparathyreoidismus, Hypogonadismus, Cushing)
    • Malabsorption (z. B. ZĂśliakie, M. Crohn)
    • Immobilisation

    Klinik

    • Lange asymptomatisch
    • Erstes Symptom oft: Fraktur
    • Typisch:
      • WirbelkĂśrperfrakturen (Keil-, Fisch-, Kompressionsfrakturen → RundrĂźcken, Größenverlust)
      • proximale Femurfrakturen (Schenkelhals, pertrochantär)
      • distale Radiusfraktur

    Diagnostik

    • Basis: DXA-Messung (dual-energy X-ray absorptiometry)
      • T-Score ≤ –2,5 SD → Osteoporose
      • –1 bis –2,5 = Osteopenie
    • Labor (zur DD sekundäre Ursachen)
      • Ca, Phosphat, AP, Vit. D, PTH, TSH
    • Bildgebung: RĂśntgen (WirbelkĂśrperfrakturen)

    Risikofaktoren (merkbar!)

    • Alter
    • Weiblich, postmenopausal
    • Familiäre Belastung
    • Glukokortikoide
    • Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel

    Therapie

    Allgemein (immer!)

    • Bewegung, Muskelaufbau
    • Sturzprophylaxe
    • Kalzium (1000–1500 mg/d), Vitamin D (800–1000 IE/d)
    • Nikotin-/Alkoholverzicht

    MedikamentĂśs

    • Bisphosphonate (Alendronat, Zoledronat) → 1. Wahl
    • Denosumab (RANK-Ligand-AK)
    • Selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERM, Raloxifen)
    • Teriparatid (PTH-Analogon, Anabolikum, max. 24 Mon.)
    • Bei postmenopausalen Frauen: evtl. HRT

    Komplikationen

    • Schenkelhalsfraktur → Immobilität, Thrombose, Pneumonie
    • WirbelkĂśrperfrakturen → Kyphose, Größenverlust
    • Chronische Schmerzen, PflegebedĂźrftigkeit

    1-Minuten-Review

    Def: ↓ Knochenmasse + gestörte Mikroarchitektur → ↑ Frakturrisiko

    Hauptformen:

    Primär: postmenopausal, senil

    Sekundär: Glukokortikoide, Endokrin, Malabsorption, Immobilisation

    Frakturen typisch: WirbelkĂśrper, Schenkelhals, distaler Radius

    Diagnostik:

    DXA → T-Score ≤ –2,5 = Osteoporose

    Labor: Ca, Phosphat, Vit. D, PTH, TSH

    Therapie:

    Basis: Bewegung, Sturzprophylaxe, Ca + Vit. D

    Medis: Bisphosphonate 1. Wahl, Denosumab, Teriparatid, SERMs

    Komplikationen: Kyphose, Größenverlust, Pflegebedürftigkeit, Femurfraktur

    ⚡ Merksatz:

    „Wirbel – Hüfte – Radius brechen zuerst.

    Therapie: Ca + D + Bisphosphonat.“

  • Virale Infektionen

    InfektionDefinitionErregerKlinik (klassisch)DiagnostikTherapie
    InfektiÜse Mononukleose(Pfeiffer-Drßsenfieber)Akute virale Erkrankung mit Lymphadenopathie, Fieber, Angina.EBV (HHV-4)Fieber, Hals-/Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellung, Tonsillenbeläge, Splenomegalie, MßdigkeitBlutbild: Lymphozytose mit atypischen Lymphozyten; Monospot-Test; EBV-SerologieSymptomatisch; keine ASS (Reye-Syndrom); ggf. Steroide bei Tonsillenschwellung
    CMV-InfektionSystemische Virusinfektion, bei Immunsupprimierten schwer.CMV (HHV-5)Gesund: mononukleose-ähnlich, ohne Angina
    Immunschwäche: Retinitis, Pneumonie, Kolitis
    PCR, Serologie; Histologie („Eulenaugenzellen“)Gesund: symptomatisch
    Immunsupp.: Ganciclovir/Valganciclovir
    COVID-19Akute respiratorische Virusinfektion mit variabler Schwere.SARS-CoV-2Fieber, Husten, Dyspnoe, Geruchs-/Geschmacksverlust; schwer: ARDS, ThrombosenPCR, Antigen-Test, CT-Thorax („Milchglas“)Symptomatisch; schwer: Dexamethason, O₂, Remdesivir; Antikoagulation
    HSV (Herpes simplex)Rezidivierende Infektion mit Haut-/Schleimhautvesikeln.HSV-1 (oral), HSV-2 (genital)Schmerzhaftes Bläschen → Ulzera (Lippe, Genital); Primärinfektion schwererKlinik, PCRAciclovir 5x/d p.o.(schwer: i.v.)
    Varizellen (Windpocken)HochkontagiĂśse Exanthemerkrankung, v. a. bei Kindern.VZV (HHV-3)Fieber, â€žSternenhimmel“-Exanthem (verschiedene Stadien gleichzeitig), JuckreizKlinik, PCRSymptomatisch; Risikopatienten: Aciclovir i.v.
    Herpes zoster (GĂźrtelrose)Reaktivierung einer latenten VZV-Infektion in Spinalganglien.VZV (HHV-3)Schmerzhaftes, dermatomales Bläschenexanthem, streng einseitig; Zoster ophthalmicus mĂśglichKlinik; PCR bei unklaren FällenAciclovir 800 mg 5x/d p.o. fĂźr 7 d (schwer: i.v.); Analgesie; Impfung ab 60 J. (STIKO)
    Influenza (Grippe)Akute, hochkontagiĂśse Atemwegsinfektion mit abruptem Beginn.Influenzavirus A/BPlĂśtzlicher Beginn: hohes Fieber, Myalgien, Kopfschmerzen, trockener Husten, AbgeschlagenheitKlinik + PCR/SchnelltestSymptomatisch; Risikopatienten: Oseltamivir 75 mg 2x/d fĂźr 5 d (innerhalb 48 h Beginn)

    Marksatz


    EBV: Angina + LK + Splenomegalie → keine ASS
    CMV: Mononukleose-ähnlich, Immunschwäche = Retinitis → Ganciclovir
    COVID: Atemweg + Geruchsverlust + ARDS mÜglich
    HSV: Bläschen an Lippe/Genital → Aciclovir
    Varizellen: Sternenhimmel-Exanthem → Aciclovir bei Risikopatienten
    Zoster: Schmerzhaftes, einseitiges Dermatom-Exanthem → Aciclovir + Analgesie
    Influenza: Plötzlich hohes Fieber, Muskelschmerzen → Oseltamivir (Risikogruppe)

  • Ösophagus-Divertikel und Strukturelle Veränderungen des Ösophagus

    Ösophagus-Divertikel

    Ausstülpungen der Ösophaguswand.

    Wichtig: echte (alle Wandschichten) vs. falsche (nur Mukosa/Submukosa).

    Klinik

    • Dysphagie (Schluckbeschwerden)
    • Regurgitation unverdauter Speisen (bes. nachts → Aspirationsgefahr)
    • Foetor ex ore (Mundgeruch)
    • GlobusgefĂźhl
    • Komplikation: Aspirationspneumonie, EntzĂźndung

    Typen

    1. Zenker-Divertikel (Pulsionsdivertikel, oben, Hypopharynx)
      • Häufigstes Divertikel, meist ältere Männer
      • Ursache: Muskelschwäche im Killian-Dreieck → Schleimhaut stĂźlpt sich vor
      • Klinik: Dysphagie, Regurgitation, gurgelnde Geräusche, Aspiration
      • Diagnostik: Breischluck (KEINE Endoskopie – Perforationsgefahr!)
      • Therapie: operative oder endoskopische Divertikulotomie
    2. Bifurkationsdivertikel (mittlerer Ösophagus)
      • Entsteht durch Zug (Traktionsdivertikel, z. B. bei Lymphadenitis)
      • Meist symptomarm, oft Zufallsbefund
    3. Epiphrenisches Divertikel (distal, Ăźber Zwerchfell)
      • Ursache: MotilitätsstĂśrung (z. B. Achalasie) → Pulsionsdivertikel
      • Klinik: Dysphagie, Regurgitation
      • Therapie: OP oft kombiniert mit Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Myotomie)

    Ösophagus-Strikturen

    👉 Verengungen des Lumens.

    • Ursachen:
      • Narbig nach chronischem Reflux (peptische Striktur)
      • Verätzungen (Säure/Laugen)
      • Nach Radiotherapie oder OP
    • Klinik: Dysphagie, Bolus steckt fest
    • Diagnostik: Endoskopie mit Biopsie (Tumor ausschließen)
    • Therapie: Endoskopische Dilatation, ggf. Stent

    Ringe & Webs

    • DĂźnne Schleimhaut Membranen im Ösophagus → mechanische Engstellen.
    • Typen:
      • Schatzki-Ring (distal, meist mit Hiatushernie) → Dysphagie fĂźr feste Speisen.
      • Ösophagus-Webs (proximal) → Dysphagie, Teil des Plummer-Vinson-Syndroms (Trias: Eisenmangelanämie + Dysphagie + Schleimhautveränderungen).
    • Diagnostik: Breischluck oder Endoskopie.
    • Therapie: Endoskopische Dilatation, Eisen-Substitution (bei PVS).
    Webs

    PrĂźfungsrelevante Punkte

    • Zenker-Divertikel = häufigstes, KEINE Endoskopie wegen Perforationsgefahr.
    • Epiphrenisches Divertikel = mit Achalasie verknĂźpft.
    • Striktur = immer Tumor ausschließen.
    • Schatzki-Ring = Dysphagie bei fester Nahrung.
    • Plummer-Vinson = Anämie + Dysphagie + Karzinomrisiko ↑.
  • Achalasie und andere motorische StĂśrungen

    Klinik

    • Dysphagie (fĂźr feste und flĂźssige Speisen, oft zuerst FlĂźssigkeit schwer!)
    • Regurgitation von Speisen (bes. nachts, Gefahr Aspiration!)
    • Thoraxschmerzen / DruckgefĂźhl hinter Sternum
    • Gewichtsverlust

    Definition

    • Motorische StĂśrung des Ösophagus:
      • fehlende Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters (UÖS)
      • plus fehlende Peristaltik im Ösophagus

    Ursache

    • Primär: idiopathisch (degeneration plexus myentericus / Auerbach-Plexus)
    • Sekundär: z. B. Tumoren am Ăśsophagogastralen Übergang → sog. „Pseudoachalasie“

    Diagnostik

    1. Röntgen Breischluck → typisches Bild: „Bird-beak sign“ (Vogelschnabel-Form)
    2. Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) → Ausschluss Tumor (Pseudoachalasie)
    3. Manometrie (Goldstandard) → erhöhter Ruhedruck des UÖS, fehlende Peristaltik
    https://www.lecturio.de/artikel/medizin/achalasie/

    Therapie

    • Endoskopisch / Interventionsbasiert:
      • Pneumatische Dilatation des UÖS
      • Botulinumtoxin-Injektion (bei Risikopatienten, nur kurzfristig)
    • Chirurgisch:
      • Heller-Myotomie (Durchtrennung der Muskelfasern des UÖS, meist + Fundoplicatio)
    • MedikamentĂśs (nur in Ausnahmefällen): Nitrate, Kalziumantagonisten → relaxieren Sphinkter

    Motorische Ösophagusstörungen – Vergleich

    KrankheitPathophysiologieKlinikDiagnostikTherapie
    Achalasie↑ Druck im UÖS, fehlende PeristaltikDysphagie (fest & flĂźssig), Regurgitation, Aspiration, GewichtsverlustManometrie: fehlende Relaxation UÖS 
    Breischluck: „Vogelschnabel“ 
    ÖGD: Tumorausschluss
    Pneumatische Dilatation 
    Heller-Myotomie (+ Fundoplicatio) 
    Botulinumtoxin (palliativ)
    Diffuser ÖsophagusspasmusUnkoordinierte KontraktionenDysphagie, retrosternale Schmerzen (angina-ähnlich)Breischluck: „Korkenzieher-Ösophagus“ 
    Manometrie: unkoordinierte Druckspitzen
    Spasmolytika, Kalziumantagonisten, ggf. Myotomie
    Nutcracker-ÖsophagusHyperkontraktilität (zu starke Peristaltik)Thoraxschmerz, Dysphagie (oft mit Reflux assoziiert)Manometrie: sehr hohe KontraktionsamplitudenSymptomatisch: Kalziumantagonisten, Nitrate, PPI
    Sekundäre Motilitätsstörung (z. B. Sklerodermie)Bindegewebsverhärtung → ↓ Peristaltik + ↓ Druck im UÖS → RefluxDysphagie, starkes Sodbrennen, RefluxösophagitisManometrie: schwache/fehlende Peristaltik, niedriger UÖS-DruckPPI, Refluxtherapie, Grunderkrankung behandeln

    https://link.springer.com/article/10.1007/s15006-020-4347-2

    Marksatz

    • Achalasie → UÖS zu fest, keine Peristaltik → Vogelschnabel
    • Diffuser Spasmus → chaotische Kontraktionen → Korkenzieher
    • Nutcracker → Ăźberstarke Kontraktionen → Druckschmerz, hohe Amplituden
    • Sklerodermie → Bindegewebe schwach → Reflux, schwacher UÖS
  • Tuberkulose (TBC)

    Leitsymptome (klassisch)

    • Husten (>3 Wochen, evtl. blutig)
    • Nachtschweiß
    • Fieber, subfebril
    • Gewichtsverlust

    KU

    • Inspektion: atemgestĂźtzt, Oberlappen eingezogen
    • Palpation: Stimmfremitus ↓ bei Kavernen/Erguss
    • Perkussion: hypersonor (Kaverne), gedämpft (Erguss)
    • Auskultation: Atemgeräusch ↓, Rasseln Ăźber Infiltrat, amphorisch Ăźber Kaverne

    Extra-pulmonal KU

    • Lymphknoten (Hals)
    • Wirbelsäule (Morbus Pott)
    • Gelenke, Nieren, Haut (Lupus vulgaris)

    Ursachen & Risikofaktoren

    • Erreger: Mycobacterium tuberculosis (säurefeste Stäbchen)
    • TrĂśpfcheninfektion (Mensch → Mensch)
    • Risikogruppen: Immunsupprimierte (HIV!), Alkoholiker, Obdachlose, Migranten aus Endemiegebieten

    Diagnostik

    • Labor: BSG/CRP ↑, evtl. Anämie
    • Basis:
      • RĂśntgen-Thorax (Oberfeldinfiltrate, Kavernen)

    • Direkt Test:
      • Sputum: Mikroskopie (Ziehl-Neelsen), Kultur (Goldstandard, dauert Wochen), PCR (schnell)

    • Immunologisch (Indirekt Test):
      • Tuberkulin-Hauttest (THT, Mantoux)
      • IGRA (Interferon-Gamma-Release-Assay) → latente TBC
    • Sonderform: Miliartuberkulose (hämatogen, viele kleine Herde im RĂśntgen „Millet seed pattern“)

    Therapie

    • Initialphase (2 Monate):
      • Isoniazid (INH)
      • Rifampicin (RIF)
      • Pyrazinamid (PZA)
      • Ethambutol (EMB)
        👉 Schema: 2 HRZE
    • Stabilisierungsphase (4 Monate):
      • Isoniazid + Rifampicin
        👉 Schema: 4 HR
    • Gesamt: 6 Monate Standardtherapie

    Nebenwirkungen

    • Isoniazid → Polyneuropathie (Vit. B6 geben!)
    • Rifampicin → Rotfärbung KĂśrperflĂźssigkeiten, Lebertoxisch
    • Pyrazinamid → Hyperurikämie, Arthralgien
    • Ethambutol → Optikusneuritis (Visus/Rot-GrĂźn-StĂśrung)

    Resistenzen

    • MDR-TB (multidrug resistant) = resistent gegen INH + RIF
    • XDR-TB = zusätzlich resistent gegen Fluorchinolone + Aminoglykoside

    Extra: Meldepflicht

    • §6 IfSG: Verdacht, Erkrankung, Tod an TBC â†’ Meldepflichtig
    • Auch Therapieabbruch ist meldepflichtig!

    Merksätze fßr Prßfung

    • Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust = TBC
    • Goldstandard: Kultur
    • Therapie: 2 HRZE / 4 HR
    • INH → Vit B6, RIF → rot-orange, EMB → Augen, PZA → Gelenke

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