Refluxösophagitis (GERD) und andere Ösophagitis

Definition

Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) = pathologischer Rückfluss von Mageninhalt in den Ösophagus → Beschwerden oder Komplikationen.

Ursachen 

  • Schwacher Schließmuskel
    • Unterer Ösophagussphinkter (UÖS) schließt nicht richtig.
  • Loch im Zwerchfell
    • Hiatushernie → Magen rutscht nach oben.
  • Zu viel Druck im Bauch
    • Schwangerschaft, Übergewicht, enge Kleidung, große Mahlzeiten.
  • Magen entleert sich langsam
    • Essen bleibt lange drin → mehr Rückfluss.
  • Begünstiger
    • Alkohol, Nikotin, Kaffee, Schokolade, Medikamente (z. B. Calciumantagonisten)

Klinik (Leitsymptome)

  • Sodbrennen (typisch postprandial, im Liegen)
  • Regurgitation (saurer/bitterer Geschmack)
  • Dysphagie bei Komplikationen
  • Extraösophageal: Husten, Asthma, Heiserkeit (laryngopharyngealer Reflux)

Komplikationen

  • Ulzerationen, Blutung
  • Strikturen (narbig)
  • Barrett-Ösophagus (Metaplasie → Präkanzerose für Adenokarzinom!)

Diagnostik

  • Klinisch: typische Beschwerden → Therapieversuch mit PPI (diagnostisch-therapeutisch)
  • Endoskopie (ÖGD): bei Alarmzeichen (Dysphagie, Blutung, Gewichtsverlust, Anämie) oder Therapieversagen
  • 24h-pH-Metrie + Impedanzmessung: Goldstandard bei unklaren Fällen
  • Klassifikation nach Savary-Miller oder Los Angeles

Savary steigt von rot → viele → rund → Risiko.“

  • I = rot, einzelne Erosion
  • II = viele Erosionen, aber nicht rund
  • III = rundherum (zirkumferenziell)
  • IV = Risiko-Komplikationen (Ulzera, Striktur, Barrett)

Los Angeles zählt nach Millimetern und Prozent.“

  • A = ≤ 5 mm
  • B = > 5 mm
  • C = > 5 mm + über mehrere Falten, < 75 % Umfang
  • D = ≥ 75 % Umfang

Therapie

  1. Allgemeinmaßnahmen:
    • Gewichtsreduktion, Kopfteil hochlagern, keine späten Mahlzeiten
    • Vermeiden von Alkohol, Nikotin, Kaffee, Schokolade, fettreiche Mahlzeiten
  2. Medikamentös:
    • Protonenpumpeninhibitoren (PPI, Standardtherapie)
    • Alternativ: H2-Blocker, Antazida (nur bei leichten Beschwerden)
  3. Chirurgisch/interventionell:
    • Fundoplikatio (z. B. nach Nissen) bei schwerer Refluxkrankheit oder Therapieversagen
    • Neue Verfahren: LINX-System (Magnetring um UÖS)

Ösophagitis – Formen außer GERD

FormKlinikDiagnostikTherapie
Infektiös(Candida, HSV, CMV)Dysphagie, retrosternale Schmerzen, bei ImmunsupprimiertenEndoskopie + Biopsie 
Candida: weiße Beläge 
HSV: flache „Schießscheibenulzera“ 
CMV: tiefe lineare Ulzera
Candida → Fluconazol 
HSV → Aciclovir 
CMV → Ganciclovir
Medikamentös-toxischAkuter retrosternaler Schmerz, Dysphagie, Auslöser: Doxycyclin, Bisphosphonate, Eisen, KaliumAnamnese + Endoskopie (lokale Schleimhautschäden)Absetzen/ändern, Einnahme mit viel Wasser, PPI
Eosinophile ÖsophagitisDysphagie, Bolussteckenbleiben, junge Allergiker (Atopie)Endoskopie: Ringe, weiße Flecken, „Trachealisierung“ 
Histologie: Eosinophile
Diät (Allergenmeidung), topische Steroide (Budesonid), PPI
Strahlen-ÖsophagitisSchmerzen, Dysphagie, Ulzera nach Radiotherapie im ThoraxEndoskopieSymptomatisch: Analgesie, PPI, Ernährungsunterstützung

Prüfungs-High-Yield

  • GERD = Hauptthema → PPI-Therapie, Komplikation: Barrett (→ Adenokarzinomrisiko).
    • GERD = schwacher Muskel + Zwerchfell-Loch + voller Bauch
  • Candida = häufigste infektiöse Form (weiße Beläge).
  • HSV vs. CMV: Ulzerationen → HSV flach, CMV tief.
  • Medikamentös: bei Tabletten (Doxy, Bisphosphonate).
  • Eosinophile = allergisch, jung, Dysphagie, endoskopisch Ringe.
  • Strahlen-Ösophagitis = nach Radiotherapie.

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